Hunde

Mähnenwolf

Erwachsener Mähnenwolf im Zoo Frankfurt Erwachsener Mähnenwolf im Zoo Frankfurt
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Hunde (Canidae)

Der Mähnenwolf war von dem in Berlin tätigen Zoologen Johann Karl Wilhelm Illiger (1775-1813) in nach seinem Tod 1815 erschienenen Abhhandlungen der Preussischen Akademie der Wissenschaften als Canis brachyurus beschrieben worden. 1837 wurde er als einzige Art in eine neue Gattung Chrysocyon eingeordnet.

D NT 650

Mähnenwolf

Chrysocyon brachyurus 
Engl.: The Maned Wolf
Franz.: Le loup à crinière

Mähnenwolfrüde im Zoo Augsburg © Sven Jansen, Zoo Augsburg
Mähnenwolfrüde im Zoo Augsburg © Sven Jansen, Zoo Augsburg
Mit einem geschätzten Weltbestand von etwa 13'000 erwachsenen Individuen (Gesamtbestand etwa 24'000), wovon gegen 90 % in Brasilien leben, wird der Mähnenwolf als potenziell gefährdete Tierart eingestuft (Rote Liste: NEAR THREATENED).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Südamerika : Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Peru. In Uruguay nur noch in Randgebieten. Die aktuelle Verbreitung weicht von der 112-001-005-001 chrysocyon brachyurus map
Verbreitung des Mähnenwolfs (Chrysocyon brachyurus)
historischen massiv ab. Im Süden, d.h. in Argentinien und Uruguay, hat der Mähnenwolf höchstwahrscheinlich als Folge zu intensiver Bejagung und von Lebensraumzerstörung durch die Landwirtschaft massiv 112-001-005-001 chrysocyon1
Junger Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) im Zoo Augsburg © Sven Jansen, Zoo Augsburg
Areal eingebüßt.

Andererseits konnte er sich als Bewohner offener Landschaften im Osten Brasiliens ausdehnen, weil dort der Atlantische Regenwald zum größten Teil gerodet wurde.

Junger Mähnenwolf 21 Wochen alt im Zoo Augsburg © Sven Jansen, Zoo Augsburg
Junger Mähnenwolf 21 Wochen alt im Zoo Augsburg © Sven Jansen, Zoo Augsburg
Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Berlin-Tierpark, Dortmund, Frankfurt, Leipzig, München, Neumünster, Neuwied, Nürnberg, Osnabrück, Salzburg, Stuttgart, Tallinn

Das Internationale Zuchtbuch (ISB) wird am Zoo Leipzig geführt. Dieser koordiniert auch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Der EEP-Bestand liegt bei etwa 150 Tieren (2013).

Mähnenwolf im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Mähnenwolf im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Besonderes: Der Mähnenwolf ist der größte Canide Südamerikas. Er weist eine Schulterhöhe von 75-90 cm, eine Kopf-Rumpflänge von 100-125 cm und ein Gewicht von 20-23 kg, im Zoo bis 30 kg auf. Markante Kennzeichen sind nebst der teilweise schwarzen Nacken-Rückenmähne die schwarz gefärbten, stelzenartigen Beine, die spitz zulaufende fuchsartige Schnauze und die großen, sehr beweglichen  Ohren.

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Mähnenwolf im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Anders als die übrigen großen Hundearten leben Mähnenwölfe nicht im Rudel, sondern nur paarweise oder außerhalb der Fortpflanzungszeit einzeln.  Ein Paar besetzt ein Territorium von im Mittel 27 km², dessen Grenzen an markanten Stellen mit Harn oder Kot abgesteckt werden (DIETZ, zit. in HOLLAND, 2006). Im Zoo sollten dem Paar, neben einem geräumigen (Doppel-)Gehege, stets mehrere Schlafboxen und Hütten zur Auswahl stehen. Dies ist besonders bei der Aufzucht wichtig, damit die Hündin die Jungen bei Störungen in eine andere Wurfbox tragen kann. Nach einer Tragzeit von durchschnittlich 65 Tagen werden zwischen einem und sieben, meist 2-5, Welpen geboren. Die Jungtiere sind bei der Geburt 340-430 Gramm schwer und blind. Sie öffnen die Augen am 9. Lebenstag und entwickeln ein dunkelgraues oder schwarzgraues Jugendkleid. Die auffallende Langbeinigkeit der Tiere entwickelt sich erst allmählich. Der Rüde wird in der Regel vor der Geburt nicht abgetrennt, da er sich aktiv an der Jungenaufzucht beteiligt, ein Verhalten, das beu wild lebenden Mähnenwölfen nicht nachgewiesen ist (HOLLAND, 2006).

Totz ihrer Größe schlagen Mähnenwölfe keine großen Beutetiere sondern leben von Kleintieren, wie Kammratten, Insekten, Reptilien, Tinamus und anderen Vögeln, und von Pflanzenmaterial. Tierische Kost macht etwa 80% der verdauten Biomasse aus (SILVA et al., zit. in HOLLAND, 2006). Im Zoo erhalten sie Meerschweinchen, Ratten, Mäuse, Eintagsküken, Tauben, Eier, frisches Obst und Zusatzfutter auf Getreidebasis mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Dem Zoo Frankfurt, der die Art seit 1960 hält, gelang 1967 weltweit erstmalig die erfolgreiche Aufzucht von jungen Mähnenwölfen durch das Muttertier. In der Folge entwickelte sich eine regelmäßige Zucht. Im November 2006 kamen in Frankfurt die Jungtiere Nr. 66 und 67 zur Welt.

stamp chrysocyon ddr
Briefmarke mit Mähnenwolf-Motiv. DDR
Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
AMBROSCH, J. (2009)  
HOLLAND, R. (2006)
SOMMER, C. (1990)

Literatur:
LANGGUTH, A. (1970)
QUEIROLO, D., et al. (2011)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD - 13.02.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 9351 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 21 September 2016 08:17
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