Marder

Iltis

Iltis (Mustela putorius), ehemals Tierpark Bern Iltis (Mustela putorius), ehemals Tierpark Bern
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Bären (Ursidae)
Unterfamilie: Eigentliche Marder (Mustelinae)

Zur Gattung Mustela werden gemeinhin 18 Arten von Wieseln, Iltissen und Nerzen gezählt, wobei der Amerikanische Nerz aufgrund zytogenetischer und biochemischer Untersuchungen bisweilen als eigene Gattung (Neovison) abgetrennt wird. Je eine Wieselart gilt als potenziell gefährdet, gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Etwa fünf Arten werden in VdZ-Zoos gezeigt.

D LC 650

Iltis

Mustela putorius 
Engl.: The Polecat
Franz.: Le putois

Iltis (Mustela putorius), ehemals Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Iltis (Mustela putorius), ehemals Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Iltis ist im Europäischen Russland weit verbreitet. In Westeuropa ist er eher selten. Trotzdem hat er eine große Gesamtpopulation und wird deshalb als nicht gefährdet angesehen (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Verbreitung: Europa und Marokko: Von Nordmarokko über Spanien Mitteleuropa und Italien, Nordgriechenland bis nach Südschweden, Finnland und zum Ural in 112-004-007-011 putorius map
Approximative Verbreitung des Iltis (Mustela putorius)
Russland. In Großbritannien nur Restbestände. Fehlt in Nordskandinavien, Irland, Malta, Sizilien, Sardinien, Korsika, Lolland, Falster, Bornholm, Gotland und weiteren Inseln112-004-007-011 putorius Goldau
Iltis (Mustela putorius), im Natur- und Tierpark Goldau © NTP Goldau
. Angesiedelt auf den Kanalinseln, einigen Mittelmeerinseln und in Neuseeland. Die in verschiedenen Quellen gegebenen Verbreitungskarten variieren erheblich.

Haltung in VdZ-Zoos: Goldau

Frettchen (Mustela putorius f. furo ) in Bochum, Gossau, Halle, Innsbruck, Landau, Neumünster, Saarbrücken, Stralsund, Tallinn, Warder

Besonderes: Größe und Körpergewicht von Iltissen scheinen regional in hohem Maß zu variieren. In der Schweiz wurden im Mittel eine Kopf-Rumpflänge von 404 mm für Rüden und 351 mm für Fähen ermittelt, Schwanzlängen von 146 bzw. 128 mm und Körpergewichte von 1126 bzw. 663 Gramm. Tiere aus Rheinhessen oder der Camargue liegen im Schnitt über diesen Werten. Besonders große Tiere von bis zu 75 cm Kopf-Rumpf-Länge sollen in Westsibirien vorkommen (WEBER, 1988/1).

Der Iltis ist der klassische Kulturfolger unter den europäischen Raubtieren. Noch vor zwei Generationen war er auf vielen Bauernhöfen zuhause und war so bekannt, dass er sogar regionale Volksnamen erhielt, was z.B. beim heute viel häufigeren Steinmarder nicht der Fall ist (WEBER, 1988/1).

Wegen seines strengen Körpergeruchs nennt ihn BREHM (1883 a) Foetorius Putorius, was beides „Stinker“ bedeutet. Auch ein Teil der von ihm angeführten deutschen Namen, Iltis, Eltis, Ilk, Elk, Iltnis, Stänker, Stänkermarder, Stinkwiesel, Stölling oder Ratz, nehmen Bezug auf die paarigen Analdrüsen, deren übelriechendes Sekret durch Muskeldruck ausgespritzt werden kann.

Iltisse klettern schlecht und ungern. Sie sind eng an deckungsreiche Kleinlebensräume gebunden und finden sich oft in amphibienreichen Feuchtgebieten. Sie gehen zwar nicht besonders gerne ins Wasser, aber Froschlurche bilden zumeist einen Hauptbestandteil ihrer Diät während des Sommerhalbjahres. Im Winter gewinnen Kleinnager und Siedlungsabfälle als Nahrungskomponente  an Bedeutung (WEBER, 1988/2).

Iltisse sind eher in Wildparks zu sehen als in größeren Zoos. Häufig wird anstelle des Iltisses seine - ursprünglich für die Zwecke der Kaninchenjagd - domestizierte Form, das Frettchen (Mustela putorius f. furo) oder das Iltisfrettchen, eine Kreuzung zwischen Haustierform und Wildform gehalten, das von letzterer kaum zu unterscheiden ist. Frettchen werden gerne im Zooschulunterricht eingesetzt.

Literatur:
BREHM, A. E. (1883)
GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)

HERTER, K. (1959)
WEBER, D. (1988) Teil 1
WEBER, D. (1988) Teil 2
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD/SN -  22.02.2010; aktualisiert

Zurück zu Raubtiere

Weiter zu Feuerwiesel (Mustela sibirica)

Gelesen 2800 mal Letzte Änderung am Freitag, 23 September 2016 15:53
© Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. hyperworx