Schleichkatzen

Binturong

Junge Binturongs im Tierpark Berlin Junge Binturongs im Tierpark Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Palmenroller (Paradoxurinae)

Die Gattung Arctictis  besteht aus nur einer Art, die in mehrere Unterarten unterteilt wird.

D VU 650

Binturong

Arctictis binturong
Engl.: The Binturong
Franz.: Le binturong

Junge Binturongs im Tierpark Berlin © KR, Berlin
Junge Binturongs im Tierpark Berlin © KR, Berlin
Der Bestand des Binturongs hat während der letzten 30 Jahre um mehr als 30 % abgenommen. Die Art gilt daher als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Verbreitung: Süd- und Südostasien: Bangladesch, Bhutan, Brunei, China, Indien (Sikkim, Arunashal Pradesh, Assam), Indonesien (Sumatra, Java, Borneo und kleinere Inseln), Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Philippinen, Thailand, Viet Nam

Binturong im Vivarium Darmstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Binturong im Vivarium Darmstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Darmstadt, Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Halle, Heidelberg, Rostock

Besonderes: Binturongs sind groß und kräftig und erreichen ein Gewicht von 15 Kilo und mehr. Ihre leuchtend großen Augen weisen darauf hin, dass sie dämmerungs- und nachtaktiv sind. Obwohl ihre Bewegungen tollpatschig wirken, sind die Binturongs außerordentlich gute Kletterer, die hervorragend an ihren Lebensraum angepasst sind. So können sie sich mit ihren scharfen gekrümmten Krallen auch in schwierigem Terrain sicher hoch oben auf den Bäumen halten.

PM 2014-09-10 GKN binturong
Binturong (Arctictis binturong) in der ZOOM Erlebniswelt. Pressefoto ZOOM Gelsenkirchen
Der Binturong ist eines der ganz wenigen Säugetiere der Alten Welt, die über einen Greifschwanz verfügen. Dieser dient beim Klettern im Geäst als wertvolle Hilfe, namentlich beim Hängeklettern Kopf voran.

Binturongs ernähren sich von tierischer und pflanzlicher Kost. Vögel rupfen sie nicht, sondern fressen sie mit den Federn. Auch spielen sie, im Gegensatz zu Katzen, nicht mit ihrer Beute, obwohl sie ansonsten ein sehr spiellustige Tiere sind. Im Spielverhalten offenbaren Binturongs eine akrobatische Ader. Zum Repertoire gehören neben waghalsigen Kletterpartien auch Purzelbäume. Manchmal überschätzen sie ihre Fähigkeiten jedoch und landen bei versuchten Saltos auf dem Rücken. Vor allem in Zoos erhalten sich Binturongs ihr verspieltes und zutrauliches Wesen bis ins hohe Alter, was sie für Zoobesucher besonders interessant macht. (DÜCKER, 1970; PM Zoo Heidelberg)

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten: 
MEILLER, C. (1991)  
PURGAND, T. (2012)

Literatur:
DÜCKER, G. (1970)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD - 22.08.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 7740 mal Letzte Änderung am Montag, 17 Oktober 2016 14:24
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