Archiv 2012

Geburt eines winzigen Wildrindes im Zoo Berlin

Anoakuh mit Kalb Anoakuh mit Kalb
Pressefoto Zoo Berlin

08.11.2012 - Berlin. Anoas sind die kleinsten Wildrinder der Erde. Ihre Schulterhöhe entspricht der einer Gemse, was ihnen auch den ebenfalls gebräuchlichen Namen Gemsbüffel eingebracht hat. Doch Kleinsein ist nicht gleichzusetzen mit Schwachsein. Beim Umgang mit den Zwergrindern ist Vorsicht geboten. Beide Geschlechter tragen kurze dolchartige Hörner, mit denen sie gefährlich attackieren können. Aber ihre Wehrhaftigkeit konnte nicht verhindern, dass sie in ihrer indonesischen Heimat, auf der Insel Sulawesi, zunehmend von der Ausrottung bedroht sind. Dort werden die Restbestände auf nur noch etwa 2500 fortpflanzungsfähige Individuen geschätzt.

Dies ist ein triftiger Grund sich um ihre Haltung und Vermehrung in Menschenhand intensiv zu bemühen. Doch selbst bei bester Pflege gehört die Zucht der seltenen Anoas in Zoologischen Gärten nach wie vor nicht zu den Selbstverständlichkeiten.

Sehr groß ist deshalb in Berlin die Freude über die Geburt eines Flachland-Anoas. Das kleine Bullkalb namens „Tycoon“ ist mittlerweile bereits der zweite Nachwuchs des vor drei Jahren in Berlin zusammengeführten Zuchtpaars. Bei den Elterntieren handelt es sich um die 2004 in Prag geborene Kuh „Cora“ und den zehnjährigen Bullen „Tyr“ aus Chemnitz. Im Gegensatz zu allen anderen Wildrindern leben Anoas meist einzelgängerisch. So wächst das jüngste Kalb derzeit auch nur in Gesellschaft seiner Mutter heran.

Neben dem im Berliner Zoo gehaltenen glatthaarigen Flachlandanoa ist in den Bergwäldern Sulawesis noch seine Schwesterart, der etwas wolligere Bergannoa, anzutreffen.

Auch das Fell des jungen Flachländers ist eigentlich noch deutlich dichter als das seiner Eltern. Jedoch hat die Berliner Mutter ihrem Jungtier durch übertriebene Fürsorglichkeit, die Haare an einigen Stellen regelrecht vom Körper geleckt. Seitdem beide Tiere nun täglich etwas mehr Zeit im Freien verbringen können und das Jungtier immer mobiler wird, kann auch das Fell des Jüngsten langsam wieder dichter werden, was bei den herbstlichen Temperaturen ganz dienlich ist

Gelesen 1409 mal Letzte Änderung am Samstag, 19 Januar 2013 11:15
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