Katzen

Rohrkatze

Rohrkatze, Normalfärbung (Felis chaus) ehemals Zoo Karlsruhe Rohrkatze, Normalfärbung (Felis chaus) ehemals Zoo Karlsruhe
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)

Zur Gattung Felis gehören je nach Autor vier (IUCN) bis sechs Arten (WILSON & REEDER, 2005). Bis auf die Graukatze, die auf der Roten Liste als Unterart von Felis silvestris aufgeführt ist, werden alle in VDZ-Zoos gehalten.

D LC 650

Rohrkatze, Sumpfluchs

Felis chaus 
Engl.: The Jungle Cat
Franz.: Le chat des marais

Rohrkatze, Schwärzling (Felis chaus) im Zoo Heidelberg © RvS, Heidelberg
Rohrkatze, Schwärzling (Felis chaus) im Zoo Heidelberg © RvS, Heidelberg
Die Rohrkatze gilt nicht als gefährdet, da sie zumindest in Teilen ihres Verbreitungsgebiets häufig ist, vor allem in Indien (Rote Liste: LEAST CONCERN). In anderen Regionen hingegen (Ägypten, Südwest-, Zentral- und Südost-Asien, Kaukasus) verkleinert sich das Verbreitungsgebiet und die Bestände gehen zurück.

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung:
Europa: Armenien, Aserbeidschan, Georgien, Russland
Asien: Von der Türkei und Israel ostwärts bis Zentralasien und Thailand: Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Kasachstan, Kirgistan, Laos, Libanon, Myanmar, Nepal, Pakistan, Sri Lanka, Syrien, Tadschikistan, Thailand, Türkei, Turkmenistan, Usbekistan, Viet Nam
Afrika: nur Ägypten

Haltung in VdZ-Zoos: Tallinn

Besonderes: Die Rohrkatze besiedelt Busch- oder Grasland in Gewässernähe, sowie sumpfige, mit Schilf bewachsene Steppengebiete und feuchte Wälder. Sie ist tagaktiv und lebt solitär, ist aber gegenüber Artgenossen tolerant. Die Beute besteht im Wesentlichen aus Hasen, Nagern, Bodenvögeln, Schlangen, Echsen und Fröschen.

Nach einer Tragzeit von ca, 66 Tagen werden meist 2-5 Junge mit einem Geburtsgewicht von 45-55 g geboren. Diese werden etwa zwei Monate gesäugt, sind mit 5 Monaten selbständig und werden mit 1.5-2 Jahren geschlechtsreif. Bisweilen beteiligt sich der Kater an der Jungenaufzucht.

Melanistische Exemplare (Schwärzlinge) kommen bei der Rohrkatze häufig vor.

Taxonomie und Nomenklatur: Die Rohrkatze war 1776 vom deutsch-baltischen Naturforscher Johann Anton von GÜLDENSTÄDT aus Riga, als "Chaus" beschrieben worden. Bisweilen wird aber auch die Publikation "Die Säugthiere in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen" des thüringischen Naturforschers Johann Christian Daniel von SCHREBER  aus dem Jahr 1977 als offizielle Erstbeschreibung angegeben (WILSON & REEDER, 2005).

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
ETMAYR, L. (2014)  
WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

Literatur:
GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)
WEIGEL, I. (1970)

WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD/SN - 24.08.2011; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 3321 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 07 September 2016 07:02
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