Katzen

Manul

Manul (Otocolobus manul)  im Naturschutz-Tierpark Görlitz Manul (Otocolobus manul) im Naturschutz-Tierpark Görlitz
© Axel Gebauer, Görlitz

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Unterfamilie: Geparden (Acinonychidae), neuerdings Kleinkatzen (Felinae)

Monotypische Gattung, wird von manchen Autoren in die Gattung Felis gestellt.

D NT 650

Manul

Otocolobus manul
Engl.: The Pallas' Cat
Franz.: Le chat manul

Manul im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Manul im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Potenziell gefährdete Tierart (Rote Liste: NEAR THREATENED)

Der - vor allem Pelzfelle betreffende - internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: In drei Unterarten vom Kaukasus bis Zentralasien: Afghanistan, Armenien, Aserbaidschan, China, Indien, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Mongolei, Pakistan; Russland, Taschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, möglicherweise Nepal und Bhutan.

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Manul (Otocolobus manul)im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Catrin Hammer, Görlitz
Haltung in VdZ-Zoos: In europäischen Zoos wird nur die Nominatform, der Mongolische Manul (Otocolobus manul manul) gehalten: Berlin-Tierpark, Chemnitz, Görlitz, Saarbrücken, Tallinn

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Manul (Otocolobus manul), ehemals im Zoo Halle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) seit 2005.

Besonderes: Der Manul erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 45-65 cm und hat einen relativ kurzen Schwanz von 21-35 cm. Sein Körpergewicht liegt bei 2.3-4.5 kg. Er besiedelt felsige Steppen, hügelige Halbwüsten und Wüsten, Mittelgebirge und geht im Hochgebirge bis auf eine Höhe von 4'000 m. Er frisst hauptsächlich Pfeifhasen (Ochotona spp.), Kleinnager  (wie Alticola, Cricetulus, Meriones), Hasen (Lepus spp.) Murmeltiere (Marmota spp.) und - namentlich bodenbrütende - Vögel. Ranz ist im Februar. Nach einer Tragzeit von 65-70 Tagen wird ein Wurf von meist 3-6 Jungen geboren. Die Jungen werden mit 12-18 Monaten geschlechtsreif (SMITH et al., 2008).

Die größte Bedrohung für den Manul stellt heute der Verlust seiner Nahrungsgrundlage dar. Murmeltiere und Pfeifhasen werden in Zentralasien und China in grossem Stil vergiftet oder geschossen, einerseits um sie als Nahrungskonkurrenten für Vieh auszuschalten, andererseits weil sie als Überträger der Beulenpest gelten. Zudem gehen die Pfeifhasen- und Murmeltierbestände wegen Überweidung der Grasländer durch Haustiere zurück. Manule werden auch häufig von Haushunden getötet oder unabsichtlich in Fallen 112-007-001-016 otocolobus manul fell
Der Manul hat ein langes, enorm dichtes Fell mit blaugrauer Unterwolle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
gefangen, die für Hasen, Murmeltiere, Rot- oder Steppenfüchse gestellt wurden.

Literatur:
BARASHIKOVA, A. & SMELANSKY, I. (2011)
GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)

SMITH, A. T. & XIE, Y. (Hrsg., 2008)
WEIGEL, I. (1970)

WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD - 05.09.2008; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 6713 mal Letzte Änderung am Montag, 05 September 2016 10:41
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