Katzen

Rotluchs

Rotluchs (Lynx rufus), Tierpark Berlin Rotluchs (Lynx rufus), Tierpark Berlin
© KR, Berlin

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)

Es gibt vier Arten Luchse, von denen eine vom Aussterben bedroht ist. In VdZ-Zoos werden zwei Arten gezeigt.

D LC 650

Rotluchs

Lynx rufus 
Engl.: The Bobcat
Franz.: Le lynx roux

Rotluchs (Lynx rufus), Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Rotluchs (Lynx rufus), Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Der Rotluchs ist eine häufige und weitverbreitete Art in Nordamerika und wird nicht als gefährdet betrachtet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung des Rotluchses (Lynx rufus)
Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt. Bei den Katzenfellen ist der Rotluchs weltweit die am häufigesten gehandelte Art; die meisten stammen aus den USA. Gemäß deren Regierung hat der Handel keinen negativen Einfluss auf das Überleben der Rotluchse. Es wurde deshalb schon öfters der Antrag gestellt, diese Art von den CITES Anhängen zu entfernen, bisher ohne Erfolg.

Rotluchs (Lynx rufus), Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Rotluchs (Lynx rufus), Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Verbreitung: Von Südkanada über die USA bis nach Nordmexiko. In den USA war der Rotluchs früher praktisch überall zu finden. Heute ist er in Teilen der Ostküste und in den Gebieten südlich der Great Lakes verschwunden.

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Cottbus

Besonderes: Der Rotluchs oder Bobcat, wie ihn die Amerikaner nennen, ähnelt in Fellfarbe und -zeichnung dem eurasischen Luchs ist aber etwas kleiner als dieser und hat kürzere Ohrpinsel. Das sicherste 112-007-001-024 felis rufa tail
Schwanz-Unterseite von Rotluchs (Lynx rufus) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Unterscheidungsmerkmal ist die Schwanzspitze, die beim Rotluchs oberseits schwarz, unterseits weiss gefärbt ist, währenddem sie beim Luchs rundherum schwarz ist. (DOLLINGER, 1983)

Diese Färbung wird mit der Funktion des Stummelschwanzes erklärt, der ja zum Balancieren völlig nutzlos ist: Wenn die Luchsin mit ihren Jungen auf Pirsch geht, hält sie den Schwanz in die Höhe. Die leuchtend weisse Unterseite hilft den Jungen, der Mutter im dichten Unterholz zu folgen (ALLEN, T. B., 1979).112-007-001-015 felis lynx tail
Schwanz-Unterseite von Eurasischem Luchs (Lynx lynx) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Was dann allerdings die Frage offen lässt, warum der Stummelschwanz des Luchses rund herum schwarz ist.

Nach einer Tragzeit von durchschnittlich 65 (Extremwerte 60-70) Tagen wirft die Rotluchsin meistens 2-3 (1-8) Junge mit einem Geburtsgewicht von bis zu 370 Gramm. Diese verlassen die Höhle erstmals im Alter von 4-5 Wochen. Sie werden bis zu 15 Wochen gesäugt. Kuder werden mit 21-24 Monaten, Kätzinnen mit 18-22 Monaten geschlechtsreif (PUSCHMANN et al. 2009).

Bereits mit sieben Monaten versuchen die Jungen, innerhalb des Territoriums ihrer Mutter selbständig zu jagen, kehren aber immer wieder zur Mutter zurück. Mit 9-12 Monaten werden sie selbständig, müssen ihren Geburtsort verlassen und sich ein eigenes Territorium suchen (ALLEN, T. B., 1979).

Dies ist oft schwierig, weil alle geeigneten Lebensräume bereits durch andere Rotluchse besetzt sind und die Rotluchs (Lynx rufus), Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Rotluchs (Lynx rufus), Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Sterblichkeit der einjährigen Jungluchse ist entsprechend hoch.

Bei den im Säugetiergutachten 2014 des BMEL vorgegebenen Gehegegrößen für Mittelkatzen liegt ein redaktionelles Versehen vor. Der Text, auf den sich die Arbeitsgruppe geeinigt hatte, lautet für Rotluchs und die anderen Mittelkatzen wie folgt: „Außengehege 50 m² pro Paar, unterteilt in verbindbare Einzelgehege (Verhältnis 1:1 oder 1:2), für kletternde Arten 2.50 m hoch. Falls für nicht winterharte Arten Außengehege vorgesehen sind, ist zusätzlich ein heizbarer, unterteilbarer Innenraum von 20 m² / 50 m³ pro Paar, erforderlich.“

Literatur:
ALLEN, T. B. (1979)   
DOLLINGER, P. (1983)   
WEIGEL, I. (1970)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD/SN - 24.02.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 4124 mal Letzte Änderung am Sonntag, 04 September 2016 08:35
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