Katzen

Puma

Puma (Puma concolor) im Zoo am Meer Bremerhaven Puma (Puma concolor) im Zoo am Meer Bremerhaven
© Zoo am Meer Bremerhaven

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)

Die Gattung Puma umfasst heute zwei Arten, einschließlich der früheren Gattung Herpailurus. Beide Arten werden in VdZ-Zoos gezeigt.

D EN 650

Puma

Puma concolor 
Engl.: The Puma, Cougar or Mountain Lion
Franz.: Le puma

Puma (Puma concolor) im Tiergarten Hellabrunn © Tiergarten Hellabrunn
Puma (Puma concolor) im Tiergarten Hellabrunn © Tiergarten Hellabrunn
Obwohl die Bestände abnehmen und er vor allem in Nordamerika aus viel Gebieten verschwunden ist, ist der Puma nicht gefährdet, da er noch immer weit verbreitet ist und das größte Verbreitungsgebiet aller landbewohnenden Säugetiere in der westlichen Hemisphäre hat. (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung des Pumas (Puma concolor)
Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt. Die Populationen in Zentralamerika (P.c. costaricensis) fallen unter Anhang I.

Puma (Puma concolor) im Zoo am Meer Bremerhaven © Peter Dollinger,Zoo Office Bern
Puma (Puma concolor) im Zoo am Meer Bremerhaven © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Verbreitung: In vielen verschiedenen Lebensräumen in Nord-, Mittel- und Südamerika: von Kanada über die USA und Mexiko bis an die Südspitze von Chile. In Nordamerika ist er aber aus der ganzen östlichen Hälfte verschwunden.

Haltung in VdZ-Zoos: Bremerhaven (puma), München (missoulensis), Hamm, Herberstein, Saarbrücken, Salzburg,  Tallinn

Besonderes: Da der Puma eine extrem weite Verbreitung hat, verwundert es nicht, dass eine Vielzahl an Unterarten beschrieben worden ist. Sowohl bei HALTENORTH & TRENSE (1956) als auch bei WILSON & MITTERMEIER, (2009) sind es nicht weniger als 30. Nach neueren molekular-genetischen Untersuchungen (CULVER et al., 2000) gehören jedoch alle nordamerikanischen Populationen zu einer einzigen Unterart (P. c. cougar), eine weitere gibt es in Mittelamerika (costaricensis) und vier in Südamerika (capricornensis, cabrerae, concolor und puma).

Der Puma wird zw112-007-001-009 puma bremerh(4)
Puma (Puma concolor) im Zoo am Meer, Bremerhaven © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
ar auch Berglöwe oder Silberlöwe genannt, aber abgesehen davon, dass das Fell der Erwachsenen einfarbig ist, hat er mit dem Löwen nichts gemein. Vielmehr gehört er zu den Kleinkatzen, d.h. er brüllt nicht wie ein Löwe, sondern gibt  Laute von sich, die - abgesehen von der Lautstärke - denen der Hauskatze ähneln. Auch ist er kein Rudeltier, sondern wie die meisten Katzen ein Einzelgänger, wobei im Zoo aber eine paarweise Haltung durchaus möglich ist und manche Kater sich sogar an der bis zwei Jahre dauernden Jungenaufzucht beteiligen.

Im Freiland überlappen sich die Territo112 007 001 009 puma concolor HERB
Puma-Jungtier (Puma concolor) in der Tierwelt Herberstein © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
rien der Kater nicht oder nur marginal, dagegegen können mehrere Kätzinnen-Territorien innerhalb eines Katerterritoriums liegen. Der Raumbedarf für einen Kater ist in der Wildbahn vom Nahrungsangebot abhängig und kann zwischen 32 bis über 1'000 km² liegen (BREITENMOSER-WÜRSTEN. & BREITENMOSER, 2013).

Obwohl in der Regel Kätzinnen nur ein Gewicht von 34-48 kg und Kater ein solches von 53-72 kg erreichen, sind Pumas in der Lage, große Tiere, wie Wapitis zu überwältigen (WILSON & MITTERMEIER, 2009). Da ihre Kiefer zu schwach sind, um einem erwachsenen Wapiti die Kehle zu durchtrennen, nehmen sie die Pfoten zu Hilfe und brechen dem Wapiti das Genick. Ansonsten reicht das Nahrungsspektrum bis hinab zur Maus. An der Pazifikküste gehören auch Seehunde und Seelöwen, in Florida Alligatoren zu Beutespektrum.

Die Fortpflanzung ist an keine Jahrezeit gebunden. In Nordamerika fällt die Ranz aber meist in den Frühling. Nach einer Tragzeit von 92-96 Tagen werden 1-6 Junge geboren. Diese sind schwärzlich gefleckt und haben tiefschwarze Ohren. Die Fleckung verschwindet mit dem Wechsel des Jungendkleides. Die Fellfarbe der Erwachsenen variiert von gelb- oder rotbraun über rotgrau bis silbergrau. Schwanzspitze, Gesichtszeichnung und Ohren sind schwarz bzw. grauschwarz (WEIGEL, 1970).

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
AMBROSCH, J. (2009)   
ETMAYR, L. (2014)

Literatur:
ALLEN, T. B. (1979)
BREITENMOSER-WÜRSTEN, CH. & BREITENMOSER, U. (2013)   
CULVER, M,, JOHNSON, W.E., PECON-SLATTERY, J. & O'BRIEN, S. J. (2000)   
HALTENORTH, T. & TRENSE, W. (1956)
WEIGEL, I. (1970)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD/SN - 23.12.2010; mehrfach aktualisiert

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