Katzen

Jaguar

Jaguarweibchen (Panthera onca) im Zoo Krefeld Jaguarweibchen (Panthera onca) im Zoo Krefeld
© Zoo Krefeld

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)

Die Gattung Panthera umfasst vier, bzw. mit dem Schneeleoparden fünf Arten. Alle werden in VdZ-Zoos gehalten.

D NT 650

Jaguar

Panthera onca 
Engl.: The Jaguar
Franz: Le jaguard

Jaguarkater (Panthera onca) im Tiergarten Schönbrunn © N. Potensky, Tiergarten Schönbrunn
Jaguarkater (Panthera onca) im Tiergarten Schönbrunn © N. Potensky, Tiergarten Schönbrunn
Der Jaguar wurde zwar gebietsweise ausgerottet, hat aber immer noch eine weite Verbreitung und ist noch relativ häufig. Wegen Lebensraumverlust und nicht nachaltiger Bejagung gilt er jedoch als potenziell gefährdet (Rote Liste: NEAR THREATENED).

Der internationale Handel ist durch CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Nord-, Mittel- und Südamerika: Südwestliche USA, Mexiko, ganz Mittelamerika, ganz Südamerika mit Ausnahme von Uruguay, wo die Art im 19. Jahrhundert ausgrottet wurde, und Chile.

Jaguarkater (Panthera onca) im Tiergarten Schönbrunn © N. Potensky, Tiergarten Schönbrunn
Jaguarkater (Panthera onca) im Tiergarten Schönbrunn © N. Potensky, Tiergarten Schönbrunn
Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Dortmund, Halle, Krefeld, Rostock, Saarbrücken, Salzburg

Europäisches Zuchtbuch (ESB) seit 1998.

Besonderes: Der Jaguar ist die größte Katzenart und der einzige Vertreter der Gattung Panthera in der Neuen Welt. Es wurden 8 Unterarten beschrieben, diese sind jedoch höchstwahrscheinlich nicht gültig. Beim Jaguar treten relativ oft Schwärzlinge auf. Je nach Lichteinfall kann man auch bei melanistischen Tieren die schwarzen Rosetten im Fell erkennen.

Jaguarweibchen (Panthera onca) im Zoo Rostock ©  Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Jaguarweibchen (Panthera onca) im Zoo Rostock © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der erste Bericht über einen Jaguar stammte von Amerigo Vespucci, der im Jahre 1500 die "Panther" unter den Tierarten von Venezuela aufzählte. Auf einer Karte von Südamerika war nicht nur ein mähniger Löwe, sondern auch ein gestreifter asiatischer Tiger abgebildet. Auch heute noch wird der Jaguar im spanisch sprechenden Teil Südamerikas "el tigre" genannt. Der Name Jaguar ist aus der Sprache der Tupi-Guaraní-Indianer (yaguará) entliehen und soll bedeuten „Das Raubtier, das im fliegen jagt“.

In der Wahl seines Lebensraumes ähnelt der 112-007-002-003 panthera onca Mantel PD
Bis zum Inkrafttreten von CITES wurden Jaguare in großem Umfang für den Pelzhandel gejagt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern, Aufnahme bei einem Kürschner in Genf
Jaguar dem Tiger, indem er Gebiete mit dichtem Unterwuchs, viel Wasser und ausreichend Beute bevorzugt. Er ist ein sehr guter Schwimmer und klettert auch gut, wenn auch weniger gewandt als der Puma.

Die muskulösen Großkatzen sind Einzelgänger Sie können auch tagsüber bei der Jagd angetroffen werden, sie sind aber häufiger in der Morgen- und Abenddämmerung oder nachts aktiv. Gejagt wird hauptsächlich am Boden Sie erbeuten Tiere bis zur Größe eines Tapirs. Ihre Kiefer sind so stark, dass sie sogar den Panzer einer Schildkröte knacken können, um das Innere zu verzehren. Die bevorzugten Beutetiere sind Pekaris und Capybaras. Daneben werden auch Gürteltiere, Boas und Anakondas, Kaimane und Vielzahl kleinerer Wirbeltiere gejagt. Jaguare graben auch Schildkröteneier aus dem Sand. (Nach Text Zooschule SB)

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
EXNER, C. (1995)  
KUPFER, F. (1998)  
RAHOFER, L. (2015)

Literatur:
ALLEN, T. B. (1979)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD - 19.01.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 6325 mal Letzte Änderung am Sonntag, 04 September 2016 09:12
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