Einheimische Amphibien

Kammmolche

Kammmolch-Mann (Triturus cristatus) im Tiergarten Nürnberg Kammmolch-Mann (Triturus cristatus) im Tiergarten Nürnberg
Helmut Mägdefrau, TG Nürnberg

Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)

D LC 650

Kammmolch

Triturus cristatus
Engl.: The Warty Newt
Franz.: Le triton à crête
        
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Kammmolch-Frau (Triturus cristatus) im Tiergarten Nürnberg © Helmut Mägdefrau, TG Nürnberg
Die Art ist weltweit nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN). In Deutschland, Österreich und der Schweiz je nach Region und Art gefährdet bis vom Aussterben bedroht, in Liechtenstein stark gefährdet.

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Approximative Verbreitung der Kammmolche. Dunkelblau: Triturus cristatus; rot: T. dobrogicus; grün: T. carnifex
Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Der Kammmolch fällt unter Anhang 2 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume und ist in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) aufgeführt.

Verbreitung: Europa : Weit verbreitet von den Britischen Inseln bis Russland. Fehlt auf der Iberischen Halbinsel.

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Kammmolch-Mann (Triturus cristatus) im Tiergarten Nürnberg © Helmut Mägdefrau, TG Nürnberg
Taxonomie: Bis in die 1980er Jahre wuden der Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex) und der Donau-Kammmolch (Triturus dobrogicus) als Unterarten des heute auch als "Nördlicher" Kammmolch bezeichneten Triturus cristatus angesehen. Der Alpenkammmolch kommt im Tessin, in Teilen Österreichs und im Berchtesgadener Land vor. Der Donau-Kammmolch im Einzugsgebiet der Donau ab Niederösterreich.

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Goldau, Innsbruck, Köln, Kronberg, Nürnberg (?), Schwerin, Straubing

Biologie: Kammmolche treffen im März oder April im Laichgewässer ein. Nach der erfolgreichen Spermatophorenaufnahme legt das Weibchen rund 200 Eier einzeln an Wasserpflanzen ab. Etwa die Hälfte der Eier stirbt ab, aus den übrigen schlüpfen nach etwa zwei Wochen die mit äußeren Kiemen versehenen Larven. Bis zur Metamorphose dauert es je nach Temperatur weitere 2-4 Monate. Mit 2-3 Jahren werden die Molche geschlechtsreif. Sie können ein Alter von bis zu 17 Jahren erreichen.

Lebensraumansprüche: Saubere, nährstoffarme Höhlengewässer, Quellen und Bäche.
Landlebensraum sind feuchte Wälder und Schluchten, meistens weniger als 220, bisweilen bis 500 m oder mehr vom Laichgewässer entfernt.

Schutzmaßnahmen: Bäche, die unterirdisch in Rohren fließen, wieder oberirdisch offen fließen lassen und Renaturieren von Bächen, Vermeiden von Biozid- und Düngereintrag, Gewährleistung von Restwassermengen bei Quellfassungen, Ersetzen von Nadelholzmonokulturen durch Mischwald. Schutz der Wanderzüge vor Straßenverkehr.

Schutzprojekte:
Tierpark Bischofswerda: Erhalten eines wertvollen Amphibienbiotops ...mehr
Tiergarten Nürnberg: Zucht und Wiederansiedlung ...mehr
Tiergarten Schönbrunn, Wien: Sichere Amphibienwanderung ermöglichen ...mehr

Im Rahmen des Amphibien-Schutzprogramms der Zoos und Privathalter im deutschsprachigen Raum (DASP) wurden folgende Projekte zum Schutz des Kammmolchs gefördert:
2011: Restoration of crested newt populations in the St. Petersburg region - 3'960 EURO
2015: Kamm on, hilf dem Molch. Aktivitäten rund um den kleinen "Wasserdrachen" in Österreich  - 4300 €
2016: Teilentlandung und Erweiterung des Lieslsees südlich Oberhafing zur Optimierung als Laichgewässer für den Kamm-Molch, Oberbayern -  4300 €
2016: Kammmolche in Baden-Württemberg: Ein Vergleich von Populationen verschiedener Höhenstufen - 3800 €

Literatur:
KÜHNIS, J. (2011)
MEYER et al. (2009)

Weitere Informationen
KARCH-Datenblatt

PD - 04.10.2008; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 3739 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 Juli 2016 15:16
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