Tapire

Flachlandtapir

Flachlandtapir (Tapirus terrestris) im Zoo Zürich Flachlandtapir (Tapirus terrestris) im Zoo Zürich
© PD, VDZ

Ordnung: Unpaarzeher (Perissodactyla)
Familie: Tapire (Tapiridae)

Red list status vulnerable

Flachlandtapir

Tapirus terrestris
Engl.: The Lowland Tapir
Franz.: Le tapir du Brésil
        
Flachlandtapir (Tapirus terrestris) im Zoo Osnabrück - Pressemitteilung Zoo Osnabrück
Flachlandtapir (Tapirus terrestris) im Zoo Osnabrück - Pressemitteilung Zoo Osnabrück
Die Bestände sind in den letzten 33 Jahren um mehr als 30 % zurückgegangen. Die Gründe für diesen Rückgang sind Lebensraumverlust, illegale Jagd und Konkurrenz durch die Viehwirtschaft. Deshalb wird der Flachlandtapir als gefährdet eingestuft (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist durch CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ekuador, Französisch Guiana, Guyana, Kolumbien, Paraguay, Peru, Flachlandtapire (Tapirus terrestris) im Tiergarten Schönbrunn © DZ, Wien
Flachlandtapire (Tapirus terrestris) im Tiergarten Schönbrunn © DZ, Wien
Surinam, Venezuela

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin Zoo, Cottbus, Darmstadt, Dortmund, Duisburg, Hamburg, Herberstein, Köln, Krefeld, Magdeburg, Nürnberg, Osnabrück, Saarbrücken, Salzburg, Schwerin, Wien-Schönbrunn, Zürich
    
Der Flachlandtapir ist in Europa die am häufigsten gehaltene Tapirart: 2011 beteiligten sich 99 Zoos (16 VDZ-Zoos) mit 169 Tieren am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Es wurden 37 Junge geboren, von denen 32 erfolgreich aufgezogen wurden.

118-002-001-004 tapirus terrestris KRE PD
Junger Flachlandtapir (Tapirus terrestris) im Zoo Krefeld © Peter Dollinger, VDZ
Besonderes: Ein Tapirweibchen im Zoo Wuppertal wurde bereits im Alter von 2 Jahren 3 Monaten erfolgreich gedeckt. Nach einer Tragzeit von rund 400 Tagen kommt jeweils ein Junges zur Welt. Dieses säugt im Liegen und beginnt ab etwa 10 Tagen auch festes Material aufzunehemn (SCHÜRER, 1976).

Auch Flachlandtapire sind Gegenstand von Forschung im Zoo: So führt der Zoo von Breslau ab 2010 eine Untersuchung über den Unterartstatus der Tapire in europäischen Zoos durch, der Zoo von Paignton untersucht die Ernährung und in Chester interessiert man sich um das zwischenartliche Verhalten von im selben Gehege gehaltenen Flachlandtapiren und Vikunjas.
        
Artenschutz: Europäische Zoos beteiligen sich an drei in situ-Artenschutzprojekten für den Flachlandtapir, darunter das vom Zoo Osnabrück unterstützte Tayja Saruta-Projekt in Ekuador und das vom Tiergarten Schönbrunn geförderte Pantanal-Tapirprojekt.

Im Säugetiergutachten 2014 des BMEL wird für die Haltung von Tapiren generell ein Innengehege von 15 m² pro Tier vorgegeben, ohne den Artunterschieden und den unterschiedlichen Haltungssystemen Rechnung zu tragern. Es besteht ein erheblicher Größenunterschied zwischen Süd- und Mittelamerikanischen Tapiren einerseits und Schabrackentapir andererseits. Die Sachverständigen der Zoos halten folgende Vorgabe für angemessen:  Da die Tiere im Winter nur beschränkt Zugang zum Außengehege haben, wird in der Regel auch innen ein Gemeinschaftsgehege angeboten. Die Möglichkeit der Einzelaufstallung ist aber zu gewährleisten. Für Flachlandtapire müssen Boxen in Verbindung mit einem zusätzlichen, größeren Gemeinschaftsstall (ab ca. 30, besser 40 m²) eine Fläche von 8 m²  haben. Wird kein Gemeinschaftsstall angeboten, müssen Boxen generell mindestens 15 m² groß sein, wie im Gutachten und in der Schweizerischen Tierschutzverordnung vorgegeben sowier approximativ in den AZA-Haltungsstandards vorgegeben.

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
BERGMANN, F. (2012) 
SEITZ, S. (2001)
ZENZINGER, S. (2008)

Literatur:
SCHÜRER, U. (1976) (mit PDF zum Herunterladen)
SHOEMAKER A. H., BARONGI R., FLANAGAN J. & JANSSEN D. (2004)

PD/SN - 23.08.2010: mehrfach aktualisiert

Zurück zu Unpaarzeher

Weiter zu Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum)

 

 

Gelesen 4260 mal Letzte Änderung am Montag, 26 September 2016 07:22
© Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. hyperworx