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MAUMARY, L. , VALLOTTON, L. & KNAUS P. (2007)

Die Vögel der Schweiz.

948 Seiten, 2369 Fotos, Verbreitungskarten, Diagramme.
Schweiz. Vogelwarte, Sempach, und Nos Oiseaux, Montmollin. ISBN 978-3-9523006-2-6.

Buchbesprechung:

Wer sich bisher über die einheimischen Vogelarten, ihr Aussehen, ihre Verbreitung und ihr Zugverhalten gründlich informieren wollte, war auf eine Vielzahl ornithologischer Handbücher, Vogelführer oder Brutvogelatlanten angewiesen, die gut und gerne ein Bücherregal füllen. Das von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach  Wer sich bisher über die einheimischen Vogelarten, ihr Aussehen, ihre Verbreitung und ihr Zugverhalten gründlich informieren wollte, war auf eine Vielzahl ornithologischer Handbücher, Vogelführer oder Brutvogelatlanten angewiesen, die gut und gerne ein Bücherregal füllen. Das von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und Nos Oiseaux herausgegebene Buch «Die Vögel der Schweiz» fasst diese Information nun auf beeindruckende Weise in einem grossformatigen Werk zusammen. Es setzt in Inhalt und Umfang neue Massstäbe – und sprengt mit seinem Gewicht von über fünf Kilogramm fast den Rahmen der Handhabbarkeit.

Sieben Jahre lang haben die Biologen Lionel Maumary, Laurent Vallotton und Peter Knaus alles Wissenswerte über die 419 in der Schweiz und im benachbarten Ausland vorkommenden Arten zusammengetragen und auf 850 Seiten dokumentiert. Über 2000 exzellente Farbfotos und Grafiken ergänzen den informativen und gut verständlich geschriebenen Text. Alle Arten werden in derselben Weise vorgestellt, indem ihre Verbreitung, ihr Lebensraum und Verhalten, ihre Wanderungen, die Entwicklung der Bestände, die Brutbiologie in der Schweiz und ihr Schutz beschrieben werden. In farbigen Kästen am Ende der jeweiligen «Art-Kapitel» sind zudem auf kompakte Weise wichtige Informationen zusammengefasst, beispielsweise zu Bestand, Häufigkeit und Schutzstatus der jeweiligen Art. Interessant sind auch die Karten, in denen Ringfunde von in der Schweiz beringten Vögeln im Ausland und hierzulande abgelesene Ringe anderer Beringungsstationen zusammengefasst werden. Besonders lesenswert ist die ausführliche Einleitung, die die Entwicklung der Avifauna der Schweiz während der letzten Jahrzehnte beschreibt und die Grundlagen vorstellt, auf denen basierend das Buch erarbeitet wurde. Dabei weisen die Autoren auf den hohen Stellenwert der Amateur-Ornithologie hin: Ohne das teilweise jahrzehntelange Engagement und den Fleiss von Hunderten von Personen, die sich den Vögeln mit Leib und Seele verschrieben haben und ihre Freizeit für Beobachtungen oder Zählungen aufwenden oder als Beringungshelfer verbringen, wären viele Daten in der vorliegenden Fülle gar nicht vorhanden.

Die Schweiz sei ein kleines Alpenland, weise aber dennoch eine grosse Anzahl von Vogelarten auf, schreibt der bekannte Schweizer Ornithologe und Naturschützer Luc Hoffmann in seinem Vorwort. Vom Abdimstorch, einem Gefangenschaftsflüchtling, der ursprünglich aus Afrika stammt, bis zur Zwergtrappe bietet «Die Vögel der Schweiz» alles, was das Ornithologenherz höher schlagen lässt. Dieses wunderbare Buch sollte daher in keinem – stabilen – Bücherregal fehlen.

D. Dreesmann, NZZ vom 02.04.2008

 09.03.2013; ergänzt

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