Agamen

Paläarktische Felsenagamen - Laudakia / Stellagama

Schleuderschwanzagame (Agama = Laudakia stellio picea) im Zoo Frankfurt Schleuderschwanzagame (Agama = Laudakia stellio picea) im Zoo Frankfurt
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Sauria)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Agamen (Agamidae)
Unterfamilie:  Agaminae

Diese Agamengruppe umfasst nach REPTILE DATA BASE 11 Arten. Davon wird nur eine in VdZ-Zoos gehalten:

D LC 650

Schleuderschwanzagame, Hardun

Stellagama stellio
Engl.: The Stellion, Hardim, or Star Lizard
Franz.: Le stellion ou hardun

303-001-002-057 stellio picea FRA PD2
Schleuderschwanzagame (Laudakia stellio picea) im Zoo Frankfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Die Art wurde 2012 beurteilt und wegen ihrer weiten Verbreitung, ihres großen Bestandes und ihrer Toleranz auch gegenüber vom Menschen beeinflussten Lebensräumen als nicht gefährdet angesehen (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung der Schleuderschwanzagame (Stellagama stellio). Dunkelblau: autochthone bzw. seit einigen Harhundetren bestehende Populationen.; rot: eingeführte Populationen
Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Der Hardun fällt unter Anhang 2 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume und ist ist eine streng zu schützende Tierart nach Anhang IV der FFH-Richtline (92/43/EWG).

Verbreitung: Mittelmeerraum : Ägypten, Griechenland, Irak, Israel, Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien, Syrien, Türkei, Zypern. Angesiedelt an der ägyptischen Mittelmeerküste und auf Malta.

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Zoo-Aquarium, Frankfurt, Hamburg, Magdeburg, Stuttgart, Wuppertal.

Die meisten der in VdZ-Zoos gezeigten Tiere gehören der Unterart picea an.

Besonderes: Die 30-38 cm lange Schleuderschwanzagame ist eine mediterrane, tagaktive Art, die felsige Trocken- und Halbtrockenhabitate besiedelt. Die Tiere werden in Gebirgen bis auf eine Höhe von 1'900 m, an Felsküsten aber auch in lichten Wäldern, in Obstgärten, an Trockenmauern oder an Gebäuden angetroffen. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus größeren Insekten aller Art. Die Art ist eierlegend. Das Gelege besteht aus 3-12 Eiern (AMR et al., 2012; NIETZKE, 1972).

Taxonomie und Nomenklatur: Die Schleuderschwanzagame wurde 1758 von Carl von LINNÉ als Lacerta stellio beschrieben. Von 1835 bis 2003 gehörte sie mit kurzen Unterbrüchen zur Gattung Agama. Dann wurde sie mit zehn weiteren Arten als Gattung Laudakia ausgegliedert. 2012 wurde davon die Schleuderschwanzagame  als monotypische Gattung Stellagama abgetrennt (REPTILE DATA BASE). Die Gehegebeschilderung in Zoos trägt diesen Wechseln nicht notwendigerweise Rechnung. Es wurden mehrere Unterarten beschrieben, deren Gültigkeit aber teilweise umstritten ist.

Literatur und Internetquellen:
NIETZKE, G. (1972)

AMR, Z.S.S., AL JOHANY, A.M.H.,  et al.(2012). Stellagama stellio. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T157247A743714. http://www.iucnredlist.org/details/157247/0. Downloaded on 11 August 2016.

REPTLE DATA BASE
       
PD/SN - 07.09.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 2648 mal Letzte Änderung am Montag, 26 September 2016 16:23
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