Würgerkrähen, Paradiesvögel, Raben

Kolkrabe

Kolkrabe (Corvus corax) im Tierpark Goldau Kolkrabe (Corvus corax) im Tierpark Goldau
NTP Goldau

Ordnung: Sperlingsgvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Oscines)
Familie: Raben (Corvidae)

D LC 650

Kolkrabe

Corvus corax
Engl.: The Common Raven
Franz.: Le grand corbeau

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Kolkraben (Corvus corax) im Tierpark Nordhorn © TP Nordhorn
Der Kolkrabe hat ein riesiges Verbreitungsgebiet. Diese Art wurde früher oft als Schädling angesehen und stark bejagt, was die Bestände in Europa und den USA stark reduzierte. Seit mehreren Jahrzehnten hat aber die Bejagung abgenommen und die Bestände konnten sich gut erholen. Der Kolkrabe zählt heute nicht zu den bedrohen Tierarten (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung des Kolkrabehn (Corvus corax)
Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 3 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume.

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Kolkraben (Corvus corax) im Tierpark Nordhorn © Peter Dollinger, VdZ
Verbreitung: Nordamerika, Europa, Nordafrika, Asien

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Kolkraben (Corvus corax) im Tierpark Nordhorn © Peter Dollinger, VdZ
Haltung in VdZ-Zoos: Altschönau, Berlin-Tierpark, Bernburg, Darmstadt, Frankfurt, Goldau, Heidelberg, Innsbruck, Kronberg, Nordhorn, Straubing, Tallinn, Ueckermünde, Walsrode

Besonderes: Kolkraben sind die größten Singvögel Europas. Sie können über weite Strecken gleiten und im Aufwind ohne Flügelschlag kreisen. Die Paare leben in Dauerehe und festigen den Zusammenhalte durch Kraulen, gegenseitiges Füttern und Gefiederpflege. Obwohl sich der Kolkrabe hauptsächlich von Aas ernährt, kann er auch schwaches Jungwild überwältigen und wurde deswegen lange Zeit als Schädling verfolgt. In der Schweiz verschwand er in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus dem Mittelland und dem Jura und wurde in den Alpen selten. Ab 1940 erholte sich der Bestand in den Alpen und ab 1950 wurden Mittelland und Jura wieder besiedelt. Der Kolkrabe ist in allen deutschsprachigen Ländern jagdbar, wobei es in Österreich reguläre Schusszeiten nur in Kärnten und Tirol gibt. In der Schweiz werden jährlich etwa 400 Stück erlegt.

Im Zoo ziehen großflächige Wolfs- oder Bärengehege häufig Kolkraben an, die am ausgelegten Futter partizipieren.

Kulturelle Bedeutung: Junge Kolkraben lassen sich leicht zähmen und erfreuen durch ihr clowneskes Verhalten und ihre Sprachbegabung. In der nordischen Mythologie symbolisierte der Rabe die Weisheit. Der Gott Odin/Wotan war von zwei Raben, Hugin und Mumin begleitet, die auf seinen Schultern saßen und ihm berichteten, was auf der Welt vor sich ging. Im antiken Griechenland war der Rabe dem Gott Apollon heilig. Die Schöpfungsgeschichte der Bibel berichtet, dass Noah einen Raben aus der Arche sandte, um zu erkunden, ob es wieder Land gäbe. Dieser kehrte erst zurück, jedoch nicht mehr beim zweiten Mal, worauf Noah eine Taube aussandte, die mit einem Ölzweig zurückkehrte. In England soll sich die Seele von König Artus in einen Raben verwandelt haben, nachdem jener bei der Schlacht in Camlan gefallen war. Seit Jahrhunderten werden im Tower of London mindestens sechs Kolkraben gehalten, denn wenn ihre Zahl darunter fällt, soll das Königreich in Gefahr sein.

Kolkraben kommen in einigen Volksmärchen vor und sind Hauptakteur in verschiedenen Fabeln:

Auch Christian Morgenstern und Wilhelm Busch haben populäre Gedichte bzw. Bildergeschichten über Kolkraben verfasst.

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Wappen der Stadt Rabenau
In Deutschland, Österreich und Tschechien gibt es zahlreiche "Rabenstein" (Rabštejn) genannte Burgen, ferner die folgenden Gemeinden oder Ortsteile in Deutschland: D-14823 Rabenstein/Fläming (Brandenburg), D-09117 Chemnitz-Rabenstein (Sachsen), D-36396 Rabenstein (Steinau), D-94227 Rabenstein (Zwiesel); in Österreich: A-3203 Rabenstein an der Pielach, A-9473 Lavamünd- Rabenstein; zudem in Sachsen die Stadt D-01734 Rabenau und in der Schweiz: CH-3255 Rapperswil (Bern), CH-8558 Rapperswilen (Thurgau), CH-8640 Rapperswil-Jona (St. Gallen). Als Familiennamen gibt es Raab, Raabe, Rabe, Rabenstein, Rabensteiner, Rapp, von Rabenau. Orte und Familien führen zumeist den Raben im Wappen.

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
LEKARCZYK, S. K. (2014)

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 2009)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD/SN - 17.03.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 2392 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 April 2016 16:32
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