Hörnchen

Präriehund

Präriehund Tierpark Nordhorn Präriehund Tierpark Nordhorn
© Ina Brockmann, Nordhorn

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erdhörnchen (Xerinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)

Zur Familie der Hörnchen zählen 51 Gattungen mit insgesamt 278 Arten. Die Präriehunde (Cynomys spp.), von denen es fünf Arten gibt, werden der Unterfamilie der Erdhörnchen (Xerinae) zugeordnet (WILSON & REEDER, 2005). In VDZ-Zoos wird nur eine Art gehalten.

D LC 650

Präriehund

Cynomys ludovicianus
Engl.: The Prairie Dog
Franz.: Le chien de prairie
        
Spielende Präriehunde im Tierpark Nordhorn © IB, Nordhorn
Spielende Präriehunde im Tierpark Nordhorn © IB, Nordhorn
Obwohl die Bestände abnehmen, ist die Art noch nicht gefährdet, weil davon ausgegangen werden kann, dass die Gesamtzahl der (Schwarzwschwanz-)Präriehunde in der Größenordnung von 18 Millionen liegt (Rote Liste: LEAST CONCERN). Von den übrigen vier Arten der Gattung Cynomys sind zwei vom Aussterben bedroht. Der Präriehund ist eine gute Botschafterart für den Schutz der nordamerikanischen Prärien und ihrer teilweise bedrohten Fauna (Bison, Gabelbock, Schwarzfußiltis, Kitfuchs, Präriehühner...).

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Approximative Verbreitung des Schwarzschwanz-Präriehunds (Cynomys ludovicianus)
Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Nordamerika: Kanada, Mexiko, USA
        
Präriehunde im Unterirdischen Zoo des Zoo Osnabrück - Zoo-Pressefoto
Präriehunde im Unterirdischen Zoo des Zoo Osnabrück - Zoo-Pressefoto
Haltung in VDZ-Zoos: Aachen, Berlin-Tierpark, Bochum, Dresden, Eberswalde, Erfurt, Halle, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Herberstein, Köln, Leipzig, Magdeburg, Marlow, München, Neumünster, Nordhorn, Osnabrück, Rheine, Salzburg, Schwerin, Stralsund, Tallinn, Wien

Besonderes: Die Präriehunde erhielten ihren Namen von den weißen Siedlern Nordamerikas, weil sie - im Gegensatz zum Murmeltier - nichtPräriehund im Zoo Salzburg © PD, VDZ
Präriehund im Zoo Salzburg © PD, VDZ
pfeifen, sondern bellen. Sie leben in z.T. riesigen Kolonien in unterirdisch weit verzweigten Bauen. Von einer vier Meter langen, senkrecht in die Tiefe führenden Fallröhre gehen lange, horizontale Gänge ab, die zu Wohnkesseln und Latrinen führen. Durch abzweigende Seitengänge wird ein ausgedehntes Röhrensystem gebildet.
            
Präriehund im Zoo Salzburg © PD, VDZ
Präriehund im Zoo Salzburg © PD, VDZ
Mit dem Aushubmaterial wird ein Wall um jedes Einschlupfloch gebaut, der gegen eine Überflutung des Röhrensystems schützen soll und als Beobachtungsposten dient. Eine Kolonie besteht aus Familiengruppen, von im Mittel acht bis neun Individuen. Während der Fortpflanzungszeit verteidigen die Weibchen individuelle Territorien.

Zu Zeiten, als die Prärien landwirtschaftlich noch kaum genutzt waren, war die größte bekannte, zusammenhängende Kolonie rund 65'000 km² groß, erreichte also beinahe die Fläche Bayerns, und war von geschätzten 400 Millionen Präriehunden besiedelt. Der Bestand nahm im 19. Jahrhundert zu, weil die Siedler Prädatoren (Kojote, Rotluchs) und Konkurrenten (Bison, Gabelbock) eliminierten.
        
Weil aber 32 Präriehunde gleich viel Gras fressen wie ein Schaf, 256 so viel wie ein Rind und bei hohem Bestand die intensive Beweidung des Graslandes zu Erosion führen kann, sind auch die Präriehunde immer wieder bekämpft worden und ihre Bestände nahmen ab. Noch  anfangs des 20. Jahrhunderts waren in Texas etwa 230'000 km² von etwa 800 Millionen Präriehunden bewohnt. 80 Jahre später waren es gerade noch 2,25 Millionen. Insgesamt erstreckte sich die ursprüngliche Verbreitung der Präriehunde von Saskatchewan bis zum Rio Grande.

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
SCHNEIDER, E. (?)

Literatur:
ALLEN, T. B. (1979)
FREYE, H.-A. (1970)
NOWAK, R.M. & PARADISO, J.L. (1983)

PD - 18.02.2009

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