Madenhacker und Stare

Balistar

Balistar (Leucopsar rothschildi), Kölner Zoo Balistar (Leucopsar rothschildi), Kölner Zoo
Kölner Zoo

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Oscines)
Familie: Stare (Sturnidae)

Der Balistar bildet eine monotypische Gattung, die allerdings als solche nicht unumstritten ist.

D CR 650

Balistar, Rothschilds Maina

Leucopsar rothschildi
Engl.: The Bali Mynah
Franz.: Le mainate de Rothschild   

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Balistaren-Paar (Leucopsar rothschildi) im Kölner Zoo © Rolf Schlosser, Köln
Es gibt im Freiland nur wenige Dutzend Vögel und die Population ist auf die Freilassung von Vögeln aus Zuchten angewiesen. Die Art wird deshalb als hoch bedroht eingestuft (Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

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Verbreitung des Balistars (Leucopsar rothschildi); rot: eingeführte Population auf Nusa Penida
Verbreitung: Indonesien, ausschliesslich auf der Insel Bali sowie eine angesiedelte Population auf Nusa Penida.

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Basel, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Bern, Düsseldorf, Erfurt, Halle, Heidelberg, Köln, Leipzig, Münster, Neuwied, Osnabrück, Rheine, Rostock, Schmiding, Schwerin, Straubing, Stuttgart, Teneriffa-Puerto de la Cruz, Walsrode, Wuppertal, Zürich

Das Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wird vom Kölner Zoo (BM) koordiniert.    
 
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Balistare (Leucopsar rothschildi) mit Jungem im Zoo Basel. Pressefoto Zoo Basel
Besonderes: Der rund 25 Zentimeter lange und rund 100 Gramm schwere Balistar wurde erst 1910 entdeckt. Sein Lebensraum ist geprägt von Trockenwald, Graslandschaften und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Dort ernähren sich die Vögel von Insekten, Wirbellosen, aber auch von Früchten. Ein Gelege besteht aus drei bis vier bläulichen Eiern, welche in Nisthöhlen wie hohlen Baumstämmen gelegt werden. 14 Tage werden die Eier bebrütet und nach weiteren drei Wochen verlassen die Jungen die Höhle. Sie werden aber weiterhin von den Eltern gefüttert (PM Zoo Basel 07.03.2013).

Zusammen mit der "Bali Mynah Conservation Society" und dem indonesischen Forstministerium sollen in Europa geschlüpfte Balistare nach Indonesien gebracht und dort gezielt zur Zucht eingesetzt werden, um die genetische Variation zu vergrößern. Außerdem soll die Aiswilderung der Nachzuchtvögel im Bali-Barat-Nationalpark weiter vorangetrieben werden. Zur Zeit wird geprüft, ob Nusa Penida, eine Bali vorgelagerte Insel, für eine Wiederaussiedlung in Frage kommt.

Eine am Kölner Zoo durchgeführte Untersuchung über den Aufzuchterfolg von Balistaren zeigte, dass im Rahmen des europäischen Erhaltungszuchtprogramms verschiedene Probleme bestehen. Häufig kommen die Vögel nicht in Brutstimmung und legen keine Eier. Gelegte Eier sind häufig nicht befruchtet. Jungvögel werden von den Eltern nicht gefüttert oder gar von ihnen gerupft und verletzt. Jüngere Männchen produzierten einen auffallend größeren Anteil infertiler Eier. Bei geringer Intensität der Paarbindung  brüteten die Vögel nicht zusammen. Störungen in Form von Sichtkontakt zu Artgenossen und in Form von Lärm hatten einen negativen Einfluss auf das Brutverhalten. Es zeigte sich, dass die ausgeprägte innerartliche Aggression von Balistaren dazu führen kann, dass sie ihr Brutgeschäft vernachlässigen oder ihre Jungvögel verletzen (DETSCH, 2011).

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
DETSCH, S. (2011)

Internetquellen:
Naturschutzprojekte des Kölner Zoo
   
PD - 22.12.2008; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 4411 mal Letzte Änderung am Montag, 25 Juli 2016 08:18
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