Hörnchen

Alpenmurmeltier

Alpenmurmeltier mit Jungtier im Alpenzoo Innsbruck Alpenmurmeltier mit Jungtier im Alpenzoo Innsbruck
© Alpenzoo

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erdhörnchen (Xerinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)

In der von Johann Friedrich von BRANDT 1855 begründeten Taxonomie der Nagetiere wurden der Unterordnung der Hörnchenartigen acht Familien zugeordnet (FREYE, 1970). 2005 erfolgte eine provisorische Neueinteilung der Ordnung, nach der nur noch drei Familien zu den Hörnchenartigen gerechnet werden. Zur Familie der Hörnchen zählen 51 Gattungen mit insgesamt 278 Arten. Die Murmeltiere (Marmota spp.), von denen es 14 Arten gibt, werden der Unterfamilie der Erdhörnchen (Xerinae) zugeordnet (WILSON. & REEDER, 2005). In VdZ-Zoos werden zwei Arten gehalten.

D LC 650

Alpenmurmeltier

Marmota marmota
Engl.: The Alpine Marmot
Franz.: La marmotte des Alpes
        
Alpenmurmeltier im Alpenzoo Innsbruck © Alpenzoo
Alpenmurmeltier im Alpenzoo Innsbruck © Alpenzoo
Das Alpenmurmeltier hat eine weite Verbreitung. Es unterliegt einer geregelten Bejagung und kommt in zahlreichen Schutzgebieten vor. Es ist daher nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN). Als heimische Tierart und Winterschläfer ist es von besonderem zoopädagogischem Interesse.

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

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Verbreitung des Alpenmumeltiers (Marmota marmota). Blau autochthon Populatiojn; rot: angesdiedelte Populationene
Verbreitung: Europäische Gebirge: Alpen (Frankreich, Italien, Schweiz, Liechtenstein, 110-002-016-005 m marmota goerlitz Presse
Alpenmurmeltier im Naturschutztierpark Görlitz- Pressefoto NTP Görlitz
Österreich, Deutschland und Slowenien), Karpaten, und Tatra-Gebirge, angesiedelt in den Pyrenäen, im Neuenburger Jura (Creux-du-Van) - hier mit Tieren, die im Berner Tierpark Dählhölzli gezüchtet worden waren - und auf der Schwäbischen Alb, wo die Art im Pleistozän verschwunden ist. In den Jahren 1954 und 1957 wurde im Schwarzwald 11 Alpenmurmeltiere aus Graubünden und Kärnten angesiedelt, die sich bis 2005 auf etwa 30 vermehrten.
        
Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Berlin-Zoo, Bern, Duisburg, Eberswalde, Goldau, Görlitz, Innsbruck, Langenberg, München, Neumünster, Nürnberg, Salzburg

Alpenmurmeltier im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Alpenmurmeltier im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Besonderes: Alpenmurmeltiere sind Winterschläfer. Ihre Körpertemperatur fällt während des Winters bis auf ca. 5° Celsius und das Herz schlägt nur noch 1 3 Mal pro Minute (normal 100 Herzschläge pro Minute). Sie erwachen in dieser Zeit im Rhythmus von drei bis vier Wochen, jedoch nur um Kot und Harn abzusetzen. Dann fallen sie erneut in den Tiefschlaf. Der Winterschlaf dauert ungefähr sechs Monate, so dass sie während der Schneeschmelze im Frühling aufwachen. Nach dieser Zeit haben sie 30-50% ihres Körpergewichtes verloren. Alpenmurmeltiere leben in selbst gegrabenen Höhlensystemen in Familienverbänden von bis zu 15 Mitgliedern. Halten sie sich außerhalb von diesen auf, steht immer ein Familienmitglied Wache, um die Familie notfalls mittels schrillen Pfiffen vor einem Angriff durch einen Greifvogel oder Fuchs zu warnen.
        
Murmeltiermotiv auf Briefmarke
Murmeltiermotiv auf Briefmarke
In Deutschland unterliegt das Murmeltier dem Jagdrecht, ist aber ganzjährig geschont. In der Schweiz wurden im Herbst 2012 6555 Murmeltiere erlegt, drei Viertel davon im Kanton Graubünden. In Österreich fluktuieren die Jahresstrecken um 7000.

Vom Alpenmurmeltier gibt es zwei Unterarten: M.m. marmota lebt in den Alpen und M. m. latirostris  in den Karpaten, in der Tatra und anderen hohen osteuropäischen Gebirgen.
        
Literatur:
FREYE, H.-A., 1970)
HAUSSER, J. et al. (Hrsg., 1995)
REIMOSER, S. & REIMOSER, F. (2006)

PD - 14.02.2009; mehrfach aktualisiert

 

 

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Alpenmurmeltiere (Marmota marmota) im natürlichen Lebensraum. Ehemalige Alpweide, Alp Trupchun, Schweiz. Nationalpark ca. 2060 m.ü.M. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Gelesen 3430 mal Letzte Änderung am Dienstag, 25 Oktober 2016 10:31
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