Loris und Borstenköpfe

Keilschwanzloris - Trichoglossus

Neukaledonien-Allfarblori (T. h. deplanchii) im Weltvogelpark Walsrode Neukaledonien-Allfarblori (T. h. deplanchii) im Weltvogelpark Walsrode
H. Klinger

Ordnung: Papageienvögel (Psittaciformes)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Loris (Loriinae)

Die Gattung Trichoglossus umfasst sieben Arten, von denen zwei potenziell gefährdet sind. Alle werden in VdZ-Zoos gehalten.

D NT 650

Scharlachbrustlori

Trichoglossus forsteni 
Engl.: The Sunset Lorikeet, or  Scarlet-breasted Lorikeet
Franz.: Le loriquet de Forsten

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Miotchell-Lori (Trichoglossus forsteni mitchellii) im Zoo Heidelberg © Zoo Heidelberg
Da angenommen wird, dass die Bestände in mäßigem Umfang abnehmen, wird die Art als potenziell gefährdet eingestuft (Rote Liste: NEAR THREATENED). Diese Beurteilung trägt allerdings dem Umstand keine Rechnung, dass drei der vier Unterarten wegen hohen Fangdrucks für den Vogelhandel bereits sehr selten geworden sind.

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Vebreitung des Scharlachbrustloris (Trichoglossus forsteni). Dunkelblau: mitchellii; rot: forsteni; dunkelgrün; djampeanus; gelb: stresemanni
Der Internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Indonesien in vier Unterarten:
Djampea-Allfarblori (Trichoglossus f. djampeanus) - Pulau Tana Jampea in der Flores-See (163 km²)
Forsten-Allfarblori (Trichoglossus f. forsteni) - Sumbawa
Mitchell-Allfarblori (Trichoglossus f. mitchellii) - Lombok und Bali
Stresemann-Allfarblori (Trichoglossus f. stresemanni) - Pulau Kalatoa in der Flores-See (80 km²)

Haltung in VdZ-Zoos: T. f. djampeanus : Teneriffa Puerto de la Cruz
T. f. forsteni : Karlsruhe, Teneriffa Puerto de la Cruz
T. f. mitchellii : Heidelberg, Teneriffa Puerto de la Cruz
T. f. stresemanni : Teneriffa Puerto de la Cruz

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Miotchell-Loris (Trichoglossus forsteni mitchellii) im Zoo Heidelberg © Zoo Heidelberg
Besonderes: Vor 1997 wurden die heute als Trichoglossus forsteni zusammengefassten Lori-Formen als Unterarten von  Trichoglossus haematodus  angesehen . Die Abtrennung als eigene Art erfolgte hauptsächlich aufgrund von Unterschieden in der Gefiederfärbung (DEL HOYO et al., 2014). Auffällig ist namentlich die leuchtend rote Brust. Die Vögel sind um die 24 (mitchelli) bis 26 (forsteni) cm lang (DE GRAHL, 1979).

Die letzten Untersuchungen zur Verbreitung und zum Status der Unterart mitchellii  auf Lombok und Bali fanden Mitte der 1990er Jahre statt. Deswegen hat die Zoologische Gesellschaft für Arten und Populationsschutz, ein assoziiertes Mitglied des VdZ, 2014 ein Projekt initiiert, das einen Überblick über den Status, die Verteilung und die Habitateigenschaften der Art bringen soll.

Literatur und Internetquellen:
DE GRAHL, W. (1979)
DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)

PD - 11.12.2015

D LC 650

Allfarblori 

Trichoglossus haematodus 
Engl.: The Coconut Lorikeet
Franz.: Le loriquet à tête bleue

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Allfarblori (Trichoglossus h. haematodus) im Zoo Basel © Zoo Basel
Es gibt keine verlässlichen Bestandeszahlen. zumindest in Teilen ihres Verbreitungsgebiets ist die Art aber häufig und gilt deshalb nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der Internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

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Verbreitung der Unterartgruppen (bzw. heute Arten) des Allfarblori-Komplexes - dunkelblau: haematodus; rot moluccanus (Population in Westaustralien eingeführt); grün: rubritorquis; schwarz: rosenbergii; gelb: capistratus; violett: weberi; orange: meyeri; weiss: forsteni
Verbreitung: In mehreren Unterarten weit verbreitet in Neuguinea und der umgebenden südostasiatischen Inselwelt (Details siehe unten)

Haltung in VdZ-Zoos:
T. h. deplanchi :  Teneriffa Puerto de la Cruz, Walsrode
T. h. haematodus : Basel, Hannover, Teneriffa Puerto de la Cruz
Aachen, Basel, Berlin-Zoo, Bochum, Darmstadt, Duisburg, Eberswalde, Erfurt, Halle, Hamburg, Hannover, Leipzig, Marlow, München, Münster, Schmiding, Schwerin, Stuttgart, Teneriffa Puerto de la Cruz, Walsrode. 

Besonderes: Traditionell war Trichoglossus haematodus eine formenreiche und weitverbreitete Art, von der etwa 22 Unterarten differenziert wurden. Nachdem moderne Taxonomen sich durch die Erfindung von sieben neuen Arten nachhaltigen Ruhm verschafft haben, sind davon gerade mal noch neun Unterarten übrig geblieben. (DEL HOYO et al. 2014):

T. h. brooki : Aru-Inseln Indonesiens (Spirit Island)
T. h. deplanchii : Neukaledonien
T. h. flavicans : Admiralitätsinseln und Neu-Hannover im Bismarck-Archipel
T. h. haematodus : In Indonesien auf den Südliche Molukken (Ambon, Buru und Seram) und Westapua; Papua-Neuguinea
T. h. intermedius : nördliches Papua-Neuguinea
T. h. massena : von der Insel Karkar vor der Nordküste Papua-Neuguineas über den Bismarck-Archipel, Bougainville und die Salomonen bis Vanuatu
T. h. micropteryx : Östliches Papua-Neuguinea und vorgelagerte Inseln, östlich bis zum Louisiade-Archipel
T. h. nesophilus : Schachbrett und ev. Eremiteninseln im Bismarck-Archipel
T. h. nigrogularis = caeruleiceps : Aru-Inseln Indonesiens (ohne Spirit Island), Westpapua. Papua-Neuguinea, Talbot-Inseln (Queensland, Australien)

Die neuen Arten, von denen vier als potenziell gefährdet gelten, unterscheiden sich zum Teil farblich nur minim von haematodus.

Allfarbloris eignen sich besonders für begehbare Volieren. Sie werden rasch zahm und lassen sich mit Nektar füttern.

Literatur:
DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)

PD - 29.11.2008

D NT 650

Mount Apo-Lori, Mindanao-Lori

Trichoglossus johnstoniae
Engl.: The Mindanao Lorikeet
Franz.: Le loriquet de Minanao

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Mount Apo-Lori (Trichoglossus johnstoniae) im Loro Parque Tenerife © Loro Parque
Der Mount Apo-Lori wird als potenziell gefährdet angesehen, weil er nur ein kleines Verbreitungsgebiet hat und der Lebensraum durch Abholzung abnimmt (Rote Liste: NEAR THREATENED).

Der Internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

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Verbreitung des Mount Apo-Loris (Trichoglossus johnstoniae) i
Verbreitung: Philippinen, Endemisch auf Mindanao, wo die Art am Mount Apo und einigen weiteren Bergen vorkommt.

Haltung in VdZ-Zoos: Teneriffa Puerto de la Cruz, Walsrode

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Junge Mount Apo-Loris (Trichoglossus johnstoniae) im Loro Parque Tenerife © Loro Parque
Besonderes: Dieser etwa 20 cm lange Lori lebt in Höhenlagen von 1000 bis 2400 m, wo er Wälder und Waldränder besiedelt. Geschlafen wird in eher tieferen Regionen, morgens fliegen die Vögel zur Futtersuche den Berg hinauf. Ansonsten ist über die Lebensweise der Art im Freiland wenig bekannt. Das Gelege besteht in der Regel aus zwei Eiern, die etwa 23 Tage bebrütet werden.

Aufgrund von Exterieurmerkmalen wurden zwei Unterarten (johnstoniae und pistra) beschrieben, deren Gültigkeit jedoch angezweifelt wird, weil die Unterschiede minim sind und auch Intermediärformen bekannt geworden sind

Literatur und Internetquellen:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1997)  
DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)

BirdLife International. 2012. Trichoglossus johnstoniae. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T22684559A37941377. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2012-1.RLTS.T22684559A37941377.en. Downloaded on 12 December 2015.

PD - 03.05.2013

D LC 650

Regenbogenlori

Trichoglossus moluccanus 
Engl.: The Rainbow Lorikeet
Franz.: Le loriquet arc-en-ciel

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Allfarbloris im Vogelpark Marlow © Vogelpark Marlow
Die Art ist außerordentlich weit verbreitet und ist gebietsweise sehr häufig. Trotz abnehemnder Bestandestendenz wird sie deshalb nicht als gefährdet beurteilt (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Allfarbloris im Vogelpark Marlow © Vogelpark Marlow
Der Internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Östliches Australien von Inseln in der Torresstraße und der Kap York-Halbinsel entlang der Ostküste bis nach Tasmanien, an der Südküste westwärts bis zur Eyre-Halbinsel. Karte siehe bei Trichoglossus haematodus.

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Berlin-Zoo, Bochum, Darmstadt, Duisburg, Eberswalde, Erfurt, Halle, Hamburg, Hannover, Leipzig, Marlow, München, Münster, Schmiding, Schwerin, Stuttgart, Teneriffa Puerto de la Cruz, Walsrode.

Besonderes: Traditionell wurde der auf Deutsch auch als Gebirgslori oder Lori von den Blauen Bergen bezeichnete  Trichoglossus moluccanus der Art T. haematodus zugerechnet, heute wird er als eigene Art mit zwei Unterarten (T. m. septentrionalis und T. m. moluccanus) gehandelt (DEL HOYO et al. 2014).

Regenbogenloris eignen sich besonders für begehbare Volieren. Sie werden rasch zahm und lassen sich mit Nektar füttern.

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)
DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)

PD - 12.12.2015

D NT 650

Flores-Allfarblori

Trichoglossus weberi
Engl.: The Flores Lorikeet, or Leaf Lorikeet
Franz.: Le loriquet de Weber ou loriquet de Florès

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Webers Lori (Trichoglossus weberi), früher im Kölner Zoo © Rolf Schlosser, Kölner Zoo
Die Art hat einen relativ kleinen Bestand von schätzungsweise 10'000 erwachsenen Vögeln, die eine einzige Population bilden. Bedingt duch Fangs für den Tierhandel und Lebensraumverlust nimmt der Bestand in mäßigem Umfang ab. Die Art wird daher als potenziell gefährdet eingestuft (Rote Liste: NEAR THREATENED)

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Verbreitung des Webers Allfarblori (Trichoglossus weberi)
Der Internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Indonesien, endemisch auf Flores.

Haltung in VdZ-Zoos: Teneriffa Puerto de la Cruz

Besonderes: Vor 1997 wurden der farblich stark von den anderen Allfarbloris abweichende Floreslori als Unterart von  Trichoglossus haematodus  angesehen (DEL HOYO et al., 2014). Die schlichtgrünen Vögel werden23 cm lang, zwischen Männchen und Weibchen gibt es keine wesentlichen Geschlechtsunterschiede

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)
DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)

PD - 11.12.2015

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Gelesen 2357 mal Letzte Änderung am Samstag, 12 Dezember 2015 14:54
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