Neuweltpapageien

Amazonen - Amazona

Blaustirnamazone (Amazona aestiva) im Tierpark Chemnitz Blaustirnamazone (Amazona aestiva) im Tierpark Chemnitz
TP Chemnitz

Ordnung: Papageienvögel (Psittaciformes)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

Nach DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1997) gibt es 30 Amazonen-Arten. Als Folge von Aufsplittungen in jüngster Zeit werden in der Roten Liste 37 noch lebende Arten aufgeführt. Davon sind 9 potenziell gefährdet, 11 gefährdet, 8 stark gefährdet und eine unmittelbar vom Aussterben bedroht. Etwa drei Viertel der Arten werden in VdZ-Zoos gehalten, daunter:

D LC 650

Blaustirnamazone

Amazona aestiva
Engl.: The Blue-fronted Amazon
Franz.: L'amazone à front bleu

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Blaustirnamazone (Amazona aestiva) im Tierpark Chemnitz © Tierpark Chemnitz
Die Blaustirnamazone wurde in großen Mangen für den Handel gefangen. Doch obwohl die Bestände eher zurückgehen, wird diese Art nicht als gefährdet beurteilt, da sie ein sehr großes Verbreitungsgebiet und wahrscheinlich auch noch eine große Gesamtpopulation hat (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Basel, Berlin-Zoo, Bochum, Chemnitz, Darmstadt, Görlitz, Gosau, Linz, München, Neuwied, Osnabrück, Saarbrücken, Schmiding, Tallinn, Teneriffa Puerto de la Cruz, Walsrode,  Wingst

Besonderes: Die relativ große, 37 cm lange Blaustirnamazone, deren Nominatform auch Rotbugamazone genannte wird, ist die am häufigsten gehandelte Amazonenart. Entsprechend oft kommen Zoos in die Lage, Vögel aus Privathand übernehmen zu müssen, weshalb dies auch die häufigste Amazone in Zoos ist.

In der Natur leben Blaustirnamazonen hauptsächlich entlang von Flussläufen, kommt aber auch in kultivierte Gebiete, in welchen Mais angebaut wird.

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)

PD/SN - 28.08.2011

D VU 650

Rotspiegelamazone

Amazona agilis
Engl.: The Black-billed Amazon
Franz.: L'amazone verte ou Amazone à bec noir

218-003-005-003 amazona agilis wien dZupanc
Rotspiegelamazone (Amazona agilis) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn
Die Rotspiegelamazone hat nur noch ein sehr kleines Verbreitungsgebiet und auch die Qualität des Lebensraums sinkt stetig. Bauxit-Minen bedrohen die Bestände und auch der Fang für den Handel trägt zum Rückgang bei. Diese Amazone wird momentan noch als gefährdet klassiert, da ihr Verbreitungsgebiet noch relativ zusammenhängend ist. Sollten aber einige geplanten Minen im Gebiet der Rotspiegelamazone tatsächlich bewilligt werden, könnten die Bestände weiter zurückgehen und die Gefährdungsstufe müsste neu beurteilt werden (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Karibik: Jamaika

Haltung in VdZ-Zoos: Teneriffa Loro Parque, Wien, Wuppertal

Besonderes: Die Rotspiegelamazonen haben sich in ungestörte, untere Berghänge mit hohen Bäumen zurückgezogen. Da sie eher still sind und das Rot im Flügel nicht zu sehen ist, wenn sie in den Bäumen sitzen, werden sie oft übersehen. Sie ernähren sich von Früchten, Blüten und Samen. Genistet wird oft in Spechthöhlen (de grahl, 1979).

Die Europäische Erstzucht gelang dem Zoo Wuppertal im Jahr 2007 (SCHÜRER, 2012)

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)   
SCHÜRER, U. (2012) 

PD/SN - 19.07.2011

D LC 650

Venezuela-Amazone

Amazona amazonica
Engl.: The Orange-winged Amazon
Franz.: L'amazone à ailes orange

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Venezuela-Amazone (Amazona amazonica) im Tiergarten Bernburg © Peter Dollinger, VdZ
Trotz abnehmenden Beständen gehört die Venezuela-Amazone nicht zu den gefährdeten Arten, da sie eine sehr weie Verbreitung hat und der Bestandesrückgang noch kein kritisches Ausmaß erreicht hat (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Südamerika: Bolivien, Brasilien, Ekuador, Französisch Guiana, Guyana, Kolumbien, Surinam, Trinidad und Tobago, Venezuela. Eingeführt in Puerto Rico.

218-003-005-005 amazona amazonica Bernburg PD
Venezuela-Amazone (Amazona amazonica) im Tiergarten Bernburg © Peter Dollinger, VdZ
Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Basel, Bernburg, Chemnitz, München, Osnabrück, Schmiding, Teneriffa - Puerto de la Cruz 
        
Besonderes: Da sie ebenfalls eine blaue Stirn hat, wird die Venezuela-Amazone oft auch "Blaustirnamazone" genannt, womit aber eigentlich Amazona aestiva gemeint ist. Sie ist mit 31-32 cm Länge deutlich kleiner als jene und hat orangefarbene Flügelspiegel.

In Deutschland wurde die Art 1978 erstmals gezüchtet.

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)

PD/SN - 23.03.2010

D EN 650

Diademamazone

Amazona (autumnalis ) diadema
Engl.: The Diademed Amazon
Franz.: L'amazone è diadème

218-003-005-007A amazona diadema loropq
Diademamazone (Amazona (autumnalis) diadema), im Loro Parque, Teneriffa © Matthias Reinschmidt, Loro Parque
Die Diademamazone wird oft der (nicht.gefährdeten) Rotstirnamazone zugerechnet. Bestandeszahlen sind von diadema  keine bekannt, es wird aber davon ausgegasngen, dass die Population als Folge der fortschreitenden Lebensraumzerstörung rapide abmimmt. Deshalb wurde sie 2014 als stark gefährdet eingestuft (Rote Liste: ENDANGERED).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Südamerika: Brasilien (Bundesstaat Amazonas)

Haltung in VdZ-Zoos: Schmiding, Teneriffa - Loro Parque

Besonderes: Die Diademamazone wird 36 cm lang. Bei den an sich größeren Männchen sind die Schwanzfedern etwa 2 cm kürzer als bei den Weibchen. Die Rotfärbing an der Stirn ist spärlich, das Blau im Nacken weniger intensiv als bei autumnalis oder fehlend. (DE GRAHL, 1979).

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1997)

DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)

PD - 20.10.2014

D EN 650

Ekuador-Amazone

Amazona (autumnalis ) lilacina
Engl.: The Lilacine Amazon or Ecuadorian Red-lored Amazon
Franz.: L'amazone lilacine

218-003-005-007 amazona autumnalis lilacina landau PD
Ekuador-Amazone (Amazona autumnalis lilacina), Zoo Landau © Peter Dollinger, VdZ
Die Ekuador-Amazone ist eine Unterart der Gelbwangenamazone (Amazona autumnalis). Diese hat eine sehr weite Verbreitung und auch eine sehr große Gesamtpopulation. Obwohl die Bestände eher abnehmen, ist dieser Rückgang noch nicht so gravierend, als dass die Art als gefährdet gelten müsste.

Neuerdings wird lilacina allerdings als eigene Art angesehen, die als stark gefährdet eingestuft wird (Rote Liste: ENDANGERED).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Im tropischen Regenwald Ekuadors.

Die anderen 3 Unterarten von A.autumnalis sind in Zentral- und Südamerika zu finden: Belize, Brasilien, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Panama, Venezuela.

Haltung in VdZ-Zoos: Dortmund, Landau, Magdeburg, Teneriffa - Puerto de las Cruz, Walsrode

Besonderes: Die Ekuador-Amazone wird 34 cm lang, sie hat einen weißen Augenring und einen schwarzen Schnabel. Wie die Nominatform, aber im Gegensatz zu den beiden anderen Unterarten, hat sie gelbe Wangen. Die Rotfärbung am Kopf ist ausgedehnter als bei den anderen Unterarten.

Währenddem autumnalis als Art nicht gefährdet ist, trifft die für die Unterart lilacina nicht zu. Diese ist vielmehr stark gefährdet, es soll nur noch einige hundert Exemplare geben was aber in der Roten Liste der IUCN nicht berücksichtigt ist.

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)
DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)

PD/SN - 19.10.2010

D VU 650

Jamaika-Amazone

Amazona collaria
Engl.: The Yellow-billed Amazon, or Jamaican Amazon
Franz.: L'amazone à bec jaune ou amazone sasabé

218-003-005-010 amazona collaria wien dZupanc
Jamaika-Amazone (Amazona collaria) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn
Die Jamaika-Amazone wird als gefährdet beurteilt, weil sie nur noch ein kleines und lückenhaftes Verbreitungsgebiet hat. Geeigneter Lebensraum wird immer selterner, da sich Waldrodungen, Wanderfeldbau und Bauxit-Minen ausbreiten. Es werden auch Vögel für den Handel gefangen, wobei beim Fang der Jungvögel oft die wichtigen Nistbäume zerstört werden (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Karibik: Jamaika

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Teneriffa Puerto de la Cruz, Wien

Besonderes: Jamaika-Amazonen leben in mittleren Höhenlagen (bis etwa 1200 m.ü.M.) an Berghängen. Sie ernähren sich von Beeren, Früchten und weichen Samen. Oft fliegen sie im Verband mit Rotspiegelamazonen (Amazona agilis).

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)

PD/SN - 19.07.2011

D VU 650

Blaukappenamazone

Amazona finschi
Engl.: The Lilac-crowned Amazon
Franz.: L'amazone à couronne lilas

218-003-005-014 amazona finschi loropq PM
Blaukappenamazone (Amazona finschi) im Loro Parque, Teneriffa © Loro Parque
Der illegale Handel mit wilden Blaukappenamazonen ist weitverbreitet und häufig, da die Tiere relativ einfach zu fangen sind. Diese Art gehört auch zu den am häufigsten konfiszierten Papageien in Mexiko. Der Lebensraumverlust bedroht die Bestände zusätzlich. Diese Gründe führten zu einem starken und schnellem Rückgang der Bestände. Diese Amazone wird deshalb als gefährdet beurteilt (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist seit 2005 nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Mittelamerika: Entlang der Pazifikküste in Mexiko.

Haltung in VdZ-Zoos: Osnabrück, Teneriffa - Puerto de la Cruz, Walsrode

Besonderes: Die Blaukappenamazone besiedelt Berghänge bis zu einer Höhe von etwa 2'200 m. Sie ernähren sich von Beeren, Früchten, namentlich wilden Feigen, Blüten, Samen und Nüssen. Zudem besuchen sie zum Leidwesen der Pflanzer auch Bananenplantagen und Getreidefelder. In der Trockenzeit, von November bis Juni, kann man sie zu Hunderten auf ihren Nachtruheplätzen beobachten.

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)

PD/SN - 11.07.2011

D EN 650

Gelbkopfamazone

Amazona (ochrocephala ) oratrix
Engl.: The Yellow-headed Amazon
Franz.: L'amazone à tête jaune

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Gelbkopfamazone (Amazona (ochrocephala) oratrix) im Loro Parque, Teneriffa © Matthias Reinschmidt, Loro Parque
Die Gelbkopfamazone ist eine Unterart der Gelbscheitelamazone (Amazona ochrocephala). Diese hat eine sehr weite Verbreitung und auch eine sehr große Gesamtpopulation. Obwohl die Bestände eher abnehmen, ist dieser Rückgang noch nicht so gravierend, als dass die Art als gefährdet gelten müsste.

Neuerdings wird oratrix allerdings als eigene Art (mit vier Unterarten) angesehen. Da ihre Bestände seit den 1970er-Jahren dramatisch abgenommen haben, wird sie als stark gefährdet eingestuft (Rote Liste: ENDANGERED).

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Junge Gelbkopfamazonen (Amazona (ochrocephala) oratrix) im Loro Parque, Teneriffa © Matthias Reinschmidt, Loro Parque
Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Mittelamerika: Belize, Guatemala, Honduras, Mexiko.

Haltung in VdZ-Zoos: Schmiding, Teneriffa - Puerto de la Cruz

Besonderes: Mit 37 cm Länge eine der größeren Amazonen-Arten. Die Männchen sind etwas größer und kräftiger gebaut als die Weibchen und haben einen längeren und schmaleren Schnabel. Bei den Jungvögeln ist erst die Stirn gelb und die Iris ist noch dunkel. Erst mit fünf Jahren sind sie voll ausgefärbt.

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Wild lebende Gelbkopfamazone (Amazona ochrocephala) in Stuttgart-Bad Cannstatt © J. Martens, Stuttgart
Die Brutzeit dauert etwa 23 Tage, die Nestlingszeit zehn wochen (DE GRAHL, 1979). 

Interessant ist das Vorkommen einer Gelbkopfamazonen-Kolonie in Stuttgart-Bad Cannstatt: 1984 wurde die erste, wohl aus einer Privathaltung entflogene Gelbkopfamazone in der Wilhelma gesichtet, wo sie sich, Gesellschaft suchend, nahe der Papageienvolieren aufhielt. Im folgenden Sommer kam eine zweite Gelbkopfamazone dazu. Die genaue Herkunft der beiden Papageien ist ungewiss, jedenfalls stammten sie nicht aus der Wilhelma, wo diese Art damals nicht gehalten wurde. 218 003 005 019A amazona oratrix cannstadt Martens2
Weidenkätzchen gehören zum Nahrungsspektrum der wild lebenden Gelbkopfamazone (Amazona ochrocephala) © J. Martens, Stuttgart
Schon 1986 zog das Paar drei Jungvögel auf.

Die Papageien finden in Stuttgart offensichtlich genügend Nahrung. Zu ihrem Speiseplan gehören Pflanzenteile von mindestens 64 Arten aus 23 verschiedenen einheimischen und exotischen Pflanzenfamilien. Für die Nahrungssuche wird fast das gesamte Stadtgebiet genutzt. Eine wichtige Rolle spielen neben den großen Parkanlagen auch Friedhöfe und Privatgärten mit artenreichen und alten Baumbeständen.

Die Population wuchs kontinuierlich. In den späten 90er Jahren kamen ein bis zwei Blaustirnamazonen hinzu. 218 003 005 019A amazona oratrix cannstadt Martens3
Bruthöhle in Platane © J. Martens, Stuttgart
Heute besteht der Bestand aus rund 50 Vögeln, überwiegend reinblütigen Gelbkopfamazonen aber auch einigen Mischlingen. Das Populationswachstum stagniert seit einigen Jahren aus nicht genau geklärten Gründen, eventuell wegen des limitierten Bruthöhlenangebots (HOPPE & MARTENS, 2013).

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1997)

DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
HOPPE, D. & MARTENS, J. (2013)

PD - 20.10.2014

D LC 650

Prachtamazone

Amazona pretrei
Engl.: The Red-spectacled Amazon
Franz.: L'amazone de Prêtre

218-003-005-020 amazona pretrei loropq
Prachtamazone (Amazona pretrei) im Loro Parque, Teneriffa © Loro Parque
Die vergangene und anhaltende Zerstörung des Lebensraums der Prachtamazone (vor allem Waldrodungen) führten zu einem starken und schnellem Rückgang der Beständen. Auch der illegale Handel mit wilden Tieren trägt zum Rückgang bei. Die Prachtamazone wird deshalb als als gefährdet beurteilt (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Südamerika: Südbrasilien, gelegentlich in Argentinien und Paraguay.

Haltung in VdZ-Zoos: Teneriffa - Puerto de la Cruz

Besonderes: Die Prachtamazone bewohnt die immergrünen Wälder im südostbrasilianischen Bergland, wo sie sich weitgehend von Araukarienkernen (Araucaria angustifolia) ernährt. Daneben frisst sie auch Beeren und Früchte. Früher, als die Bestände noch größer waren, versammelten sich jeweils über 10'000 Vögel an gemeinsamen Schlafplätzen.

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)

PD/SN - 11.07.2011

 

D EN 650

Rotscheitel- oder Granada-Amazone

Amazona rhodocorytha
Engl.: Red-topped, or Red-browed Amazon
Franz.: Amazone à sourcils rouges

Granada-Amazone (Amazona rhodocorytha) © LoroParque-MReinschmidt
Granada-Amazone (Amazona rhodocorytha) © LoroParque-MReinschmidt
Große Teile des Verbreitungsgebiets der Rotscheitel-Amazone wurden in Agrarland oder Weideflächen umgewandelt. In vielen Gebieten wurde so mehr als 90 % des ursprüngllchen Regenwalds abgeholzt, was den Lebensraum dieser Art markant verkleinert hat. Außerdem werden die Tiere auch für den Heimtiermarkt illegal gefangen. Obwohl die Rotscheitel-Amazone in einigen Gebieten noch recht häufig ist, ist der Totalbestand stark zurückgegangen und liegt jetzt vermutlich unter 2'500 Individuen. Sie wird daher als stark gefährdet beurteilt (Rote Liste: ENDANGERED).

Granada-Amazone (Amazona rhodocorytha) © LoroParque-MReinschmidt
Granada-Amazone (Amazona rhodocorytha) © LoroParque-MReinschmidt
Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Südamerika: Brasilien

Haltung in VdZ-Zoos: Schmiding, Teneriffa - Puerto de la Cruz, Walsrode, Wuppertal

Besonderes: Die Art galt lange als Unterart von dufresniana.Die deutsche Bezeichnung "Granada-Amazone" soll sich auf eine Stadt in Nikaragua bezihen, wo die Art aber gar nicht vorkommt. Vielmehr lebt sie in der Mâta Atlantica Brasiliens, überwiegend in Tieflagen aber auch im Gebirge bis 1000 m.

Die Welterstzucht gelang 1981 in Großbritannien. In Walsrode, wo die Art seit 1979 gehalten wird, schlüpften die ersten Jungvögel 1984.

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)

PD/SN - 28.3.2014

 

D EN 650

 

Taubenhals-Amazone

Amazona vinacea
Engl.: The Vinaceous Amazon
Franz.: L'amazone vineuse

218-003-005-024 amazona vinaceqa loropq
Taubenhalsamazone (Amazona vinacea) im Loro Parque, Teneriffa © Loro Parque
Die Bestände dieser Amazonenart sind wegen der Zerstörung und Zerstückelung ihres Lebensraums stark zurückgegangen. Auch der Fang und illegale Handel für den Heimtierhandel trägt zum Rückgang bei. Der Gesamtbestand scheint außserdem kleiner zu sein, als früher angenommen und die Bestände werden voraussichtlich weiterhin stark zurückgehen. Die Taubenhals-Amazone wird deshalb als gefährdet angesehen (Rote Liste: ENDANGERED).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Südamerika: Südbrasilien, Nordargentinien, Paraguay

Haltung in VdZ-Zoos: Stuttgart, Teneriffa Puerto de la Cruz, Walsrode

Besonderes: Wie die Prachtamazone ist auch die Taubenhalsamazone in den Araukarienwäldern Südostbrasiliens zu finden, sie bewohnt aber auch den Regenwald und Savannen. Früher fielen Taubenhalsamazonen in großen Trupps in Maisfelder ein, weshalb sie von der Landbevölkerung verfolgt und gegessen wurden.

DE GRAHL (1979) erwähnt, dass deshalb die lokale Bevölkerung nicht verstehen konnte, dass gerade diese Art geschützt und in Anhang I CITES aufgenommen wurde. Heute gibt es jedoch nur noch zwischen 1'000 und 2'500 Individuen und der Bestand nimmt weiter ab.

Artenschutzprojekte:
Erhaltung der Taubenhalsamazone im Süden Brasiliens  
Grundlagen für den Schutz der Taubenhalsamazone in Paraguay

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)
GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

PD/SN - 11.07.2011

D EN 650

Grünwangen-Amazone

Amazona viridigenalis
Engl.: The Red-crowned Amazon
Franz.: L'amazone à joues vertes

218-003-005-025 amazona viridigenalis(1)
große Blaubauchpapagei (Triclaria malachitacea) im Vogelpark Walsrode, 70 Tage alt Grünwangenamazone (Amazona viridigenalis) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, VdZ
Weil ein großer Teil des Lebensraums dieser Papageienart in landwirtschaftlich genutzte Flächen umgewandelt wurden und viele Vögel für den Heimtiermarkt gefangen wurden, sind die Bestände stark zurückgegangen. Die Art wird deshalb als stark gefährdet eingestuft (Rote Liste: ENDANGERED).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Ost-Mexiko. Eingeführt in Teilen der USA (Texas, Florida, Kalifornien, Hawaii, Puerto Rico) und andeen Teilen Mexikos.

218-003-005-025 amazona viridigenalis(2)
große Blaubauchpapagei (Triclaria malachitacea) im Vogelpark Walsrode, 70 Tage alt Grünwangenamazone (Amazona viridigenalis) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, VdZ
Haltung in VdZ-Zoos : Heidelberg, Osnabrück, Teneriffa Puerto de la Cruz, Walsrode

Besonderes: Unter der Bezeichnung Rotstirnamazone wurden Vögel dieser Art früher häufig im Handel angeboten. Namentlich in die Vereinigten Staaten wurden beträchtliche Stückzahlen eingeführt. Die Bestände nahmen jedoch laufend ab, und seit 1994 wird die Art auf der Roten Liste als "ENDANGERED" geführt.

Grünwangenamazonen leben hauptsächlich in tief eingeschnittenen, bewaldeten Flusstälern. Die Hochebenen werden gemieden. Sie ernähren sich von Früchten, Nüssen, Beeren und vor allem Kiefern-Samen. Gebietsweise fallen sie in Maisfelder ein, wo sie größeren Schaden anrichten können. Genistet wird im März/April in hohen Bäumen.

Literatur:
DE GRAHL, W. (1979)

PD/SN - 09.04.2011

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Gelesen 4079 mal Letzte Änderung am Sonntag, 15 Mai 2016 15:24
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