Mäuse

Eurasische Zwergmaus

Zwergmaus (Micromys minutus) im Tierpark Goldau Zwergmaus (Micromys minutus) im Tierpark Goldau
© NTP Goldau

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Famlie: Mäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)

Die Zwergmaus wurde früher der Gattung Mus zugeordnet. Zur dieser Gattung gehören heute 42 Arten, von denen nur eine wilde Art und die domestizierte Farbmaus in VdZ-Zoos gehalten wird. Die in den Zoos ebenfalls vertretene Zwergmaus wurde als eigene, monotypische  Gattung abgetrennt.

D LC 650

Eurasische Zwergmaus 

Micromys minutus
Engl.: The Eurasian Harvest Mouse
Franz.: La souris des moissons ou souris naine
    
Zwergmaus (Micromys minutus) im Alpenzoo Innsbruck © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Zwergmaus (Micromys minutus) im Alpenzoo Innsbruck © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Obwohl die Bestände der Eurasische Zwergmaus in vielen Teilen Europas zurückgehen, ist die Art an sich nicht gefährdet, da sie eine sehr große Gesamtpopulation hat, häufig und anpassungsfähig ist (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung der Eurasischen Zwergmaus (Micromys minutus)
Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Europa (mit Ausnahme Süditaliens, der Alpen und des Großteils des Balkans, Schwedens, Norwegens und Spaniens); West-, Zentral- und Ostasien, sowie Südostasien (bis 110-011-040-001 micromys minutus stuttgart
Zwergmaus (Micromys minutus) in der Wilhelma Stuttgart. Pressefoto Wilhelma
Nordvietnam).

Haltung in VdZ-Zoos: Bern, Chemnitz-Tierpark, Dresden, Duisburg, Erfurt, Frankfurt, Gelsenkirchen, Goldau, Görlitz, Halle, Hoyerswerda,  Innsbruck, Karlsruhe,  Krefeld, Landau, Leipzig, Münster, Neunkirchen, Nordhorn, Rheine, Rostock, Salzburg, Schwerin, Stralsund, Stuttgart, Zürich
    
Besonderes: Die Zwergmaus hat eine Kopf-Rumpflänge von bis zu 80 mm und eine Schwanzlänge von bis zu 77 mm. Das Gewicht schwankt je nach Jahreszeit zwischen 7 und 11 Gramm. Sie lebt in Feuchtwiesen mit hohem Gras, in Riedgras- und Seggenbeständen, Auengebieten und Verlandungszonen. Sekundärbiotope sind Waldränder, Waldlichtungen und Getreidefelder. Alte Schilfbestände werden wegen der Dicke der Stengel gemieden. Die Zwergmaus ist an eine kletternde Lebensweise angepasst: Ihr Schwanz ist ein Greifschwanz, der beim Abwärtsklettern als Sicherung um den Halm geschlungen wird. Mit der gespreizten Innenzehe können Stengel bis zum 7 mm Durchmesser umfasst werden. Die Zwergmäuse bauen kugelförmige Nester von 5 bis 12 cm Durchmesser, die sie 30 bis 80 cm über dem Boden an Gras, Riedgras- oder Getreidehalmen, oder dünnen Ästen von Sträuchern befestigen. Fortpflanzungszeit ist bei uns von Mai bis Ende September. Ein Weibchen kann pro Jahr nach einer Tragszeit von jeweils 21 Tagen 2-5 (-7) Würfe von meist 4-8, selten bis 12 Jungen haben. Die Jungen werden mit etwa 16 Tagen entwöhnt und sind mit 1-2 Monaten geschlechtsreif.

Literatur:
GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)
HAUSSER, J. et al. (Hrsg., 1995)

PD/SN - 28.05.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 4646 mal Letzte Änderung am Montag, 17 Oktober 2016 14:28
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