Triele, Brachschwalben, Kiebitze

Exotische Kiebitze

Langzehenkiebitz (Vanellus crassirostris) im Zoo Augsburg Langzehenkiebitz (Vanellus crassirostris) im Zoo Augsburg
© Peter Dollinger, VdZ

Ordnung: Wat- und Strandvögel (Charadriiformes)
Unterordnung: Watvögel, Regenpfeiferverwandte (Charadrii)
Familie: Kiebitze und Regenpfeifer (Charadriidae)
Unterfamilie: Kiebitze (Vanellinae)

Die Gattung Vanellus umfasst sieben nicht gefährdete Arten. Vier Arten  werden in VdZ-Zoos gehalten.

Waffenkiebitz (Vanellus armatus)
Kronenkiebitz (Vanellus coronatus)
Langzehenkiebitz (Vanellus crassirostris)
Masken- oder Soldatenkiebitz (Vanellus miles)

D LC 650

Waffenkiebitz

Vanellus armatus
Engl.: The Blacksmith Plover
Franz.: Le vanneau armé

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Waffenkiebitz (Vanellus armatus) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, VdZ
Mit einer außerordentlich weiten Verbreitung und einem großen Weltbestand ist die Art nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Afrika südlich der Sahara : Angola, Botswana, Kenia, Kongo Dem., Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika, Sambia, Simbabwe, Swasiland, Tansania

Gastvogel in Burundi und auf St. Helena

Haltung in VdZ-Zoos: Dortmund, Stralsund, Stuttgart, Walsrode

Besonderes: Sein metallischer, an Hammerschläge erinnernder "tlink-tlink-tlink"-Ruf hat dem Waffenkiebitz den englischen Namen "Blacksmith Plover" eingetragen. Naben dem Ruf bewirken auch die auffällige schwarz-weiß-graue Gefiederzeichnung und die von brütenden Vögeln gegen Störefriede gerichteten Scheinangriffe, dass jeder Safaritourist in Süd- und Ostafrika diesen Vogel kennt. Er ist damit ein geradezu idealer Botschftaer für die Lebensgemeinschaften der Savannen und Steppen Afrikas.

Das einfache Nest wird meist in Wassernähe gebaut. Es werden 2-6, meistens 4 Eier gelegt, die 26-28 Tage bebrütet werden. Die Jungen sind Nestflüchter, sie werden mit 38-42 Tagen flugfähig.

Literatur:
GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)

PD - 06.12.2009; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Kronenkiebitz

Vanellus coronatus
Engl.: The Crowned Lapwing
Franz.: Le vanneau couronné

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Kronenkiebitz (Vanellus coronatus) im Zoo Heidelberg © Thomas Bersch, Heidelberg
Der Kronenkiebitz hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet und auch einen großen Gesamtbestand, welcher sogar eher zunimmt. Die Art gilt deshalb nicht als gefährdet  (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Ost- und Südafrika : Angola, Äthiopien, Botswana, Burundi, DR Kongo, Kenia, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Tansania, Uganda, Sambia, Simbabwe

Haltung in VdZ-Zoos: Basel, Berlin-Zoo, Dortmund, Heidelberg, Frankfurt, Leipzig, Saarbrücken, Stuttgart

Besonderes: Der Kronenkiebitz ist ein Vogel offener Landschaften. Er profitierte ursprünglich von der Umwandlung von Busch und Wald in Agrarland, nimmt aber als Folge der Intensivierung der Landwirtschaft heute gebietesweise wieder ab.

Der Kronenkiebitz nistet in offenem Grasland oder in Brachfeldern. Es werden 2-4, meistens 3 Eier gelegt, die etwa 30 Tage bebrütet werden. Die Jungen sind Nestflüchter, sie werden mit etwa 40 Tagen flugfähig.

Literatur:
GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)

PD/SN - 26.08.2011; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Langzehenkiebitz

Vanellus crassirostris
Engl.: The Long-toed Lapwing
Franz.: Le vanneau à ailes blanches

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Langzehenkiebitz (Vanellus crassirostris) im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, VdZ
Mit einer außerordentlich weiten Verbreitung und einem großen Weltbestand ist die Art nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Afrika südlich der Sahara : Angola, Äthiopien, Botsuana, Burundi, Kamerun, Kenia, Kongo Dem., Malawi, Mosambik, Namibia, Nigeria, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Sudan, Tansania, Tschad, Uganda

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin

Besonderes: Anders als Waffen- und Kronenkiebitz ist der Langzehenkiebitz stark ans Wasser gebunden. Seine verlängerten Zehen erlauben ihm, auf den Schwimmblättern von Seerosen und anderen Wasserpflanzen herumzulaufen und Wasserinsekten, deren Larven und Wasserschnecken aufzupicken. Auch sein Nest wird aus abgestorbenem und frischem Pflanzenmaterial als auf der Wasseroberfläche schwimmende Plattform errichtet. Es werden 2-4 Eier gelegt, die während etwa 30 Tagen bebrütet werden.

Literatur:
GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)

PD - 06.12.2009; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Maskenkiebitz, Soldatenkiebitz

Vanellus miles
Engl.: The Masked Lapwing
Franz.: Le vanneau soldat

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Maskenkiebitz (Vanellus miles) im Vogelpark Marlow © Peter Dollinger, VdZ
Der Maskenkiebitz hat eine sehr weite Verbreitung und auch eine grosse Gesamtpopulation. Außerdem scheinen die Bestände zuzunehmen. Er gilt deshalb nicht als gefährdete Art (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Australasien : Australien, Indonesien, Neuseeland, Osttimor, Papua Neuguinea, wandert gelegentlich auch nach Neukaledonien und der Weihnachtsinsel

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Zoo, Köln, Leipzig, 216-009-008-017 vanellus miles berlin-zoo PGriesbach1
Maskenkiebitz (Vanellus miles) mit Küken im Zoo Berlin © Peter Griesbach, Berlin
Magdeburg, Marlow, Stuttgart, Walsrode

Besonderes: Charakteristisch für den Maskenkiebitz ist das hellgelbe Gesicht mit den seitlich herunterhängenden Lappen, das wie eine Maske aussieht. Der Maskenkiebitz besiedelt Feuchtwiesen und Sümpfe, wird aber auch im Agrarland und den Rasenflächen städtischer Parks angetroffen und brütet gelegentlich auf den Flachdächern von Gebäuden.

Literatur:
SLATER, P. (1972)

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Maskenkiebitz-Küken (Vanellus miles) im Zoo Berlin © Peter Griesbach, Berlin
PD/SN- 10.07.2010; mehrfach aktualisiert

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