Schnepfenvögel

Großer Brachvogel

Grosser Brachvogel (Numenius arquata) im Zoo Dresden Grosser Brachvogel (Numenius arquata) im Zoo Dresden
© Peter Dollinger, VdZ

Ordnung: Wat- und Strandvögel (Charadriiformes)
Unterordnung: Watvögel, Regenpfeiferverwandte (Charadrii)
Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
Unterfamilie: Wasserläufer (Tringinae)

Die Gattung Numenius umfasst acht Arten. Zwei gelten als unmittelbar vom Aussterben bedroht, zwei als gefährdet und eine als potenziell gefährdet. In VDZ-Zoos werden 1-2 Arten gehalten.

D NT 650

Großer Brachvogel

Numenius arquata
Engl.: The Eurasian Curlew
Franz.: Le courlis cendré

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Großer Brachvogel (Numenius arquata) im Tierpark Nordhorn © Peter Dollinger, VdZ
Diese weitverbreitete Art ist in vielen Teilen ihres Verbreitungsgebiet noch relativ häufig. Allerdings gibt es in verschiedenen Schlüsselpopulationen Bestandesrückgänge und global gesehen geht die Gesamtpopulation zurück. Für den Rückgang verantwortlich sind zum größten Teil Lebensraumverluste zugunsten der Land- und Forstwirtschaft, aber auch Verbuschung und Verwaldung von ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen. Der Große Brachvogel wird deshalb als potenziell gefährdet eingestuft (Rote Liste: NEAR THREATENED).

Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt.

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Brachvogel "Arquata Numenius" aus Conrad Gesners Vogelbuch
Verbreitung: Europa, Afrika, Asien, südöstlich bis Indonesien. Wandert teilweise auch in andere Länder und Kontinente.

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Berlin-Zoo, Dresden, Nordhorn, Schmiding,  Walsrode

Besonderes: Der Große Brachvogel ist der größte Schnepfenvogel Europas. Er besiedelt Moore, Sümpfe und angrenzendes Wi216 numenius arquata belarus aeqGuinea
Großer Brachvogel als Motiv auf Briefmarken. Weißrussland und Aequatorialguinea
es- und Ackerland. Das Brutgebiet in Europa erstreckt sich von Nord-Norwegen bis in die Schweiz, Österreich und Ungarn, im Osten entlang der Schwarzmeerküste und Teilen der Ägais. In der Schweiz ist er allerdings im Begriff, als Brutvogel zu verschwinden, andererseits gewinnt das Land als Überwinterungsgebiet an Bedeutung.

In Deutschland hat der Brutbestand von 1990-2004 um 15% abgenommen. Heute gibt es noch 3'200 bis 4'000 Paare und der Bestand wird auf der nationalen Roten Liste als vom Aussterben bedroht aufgeführt.

Literatur:
MAUMARY, L. et al. (2007)
PFORR, M. & LIMBRUNNER, A. (1991)

PD/SN - 07.11.2011; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 1330 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 April 2016 16:17
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