Reiher

Graureiher

Freilebender Graureiher (Ardea cinerea)  im Zoo Landau Freilebender Graureiher (Ardea cinerea) im Zoo Landau
Peter Dollinger, VdZ

Ordnung: Stelzvögel (Ciconiiformes)
Familie: Reiher (Ardeidae)

Von den elf Ardea-Arten ist eine vom Aussterben bedroht und eine weitere stark gefährdet. In VdZ-Zoos werden 2-3 Arten gezeigt.

D LC 650

Graureiher 

Ardea cinerea
Engl.: The Grey Heron
Franz.: L'héron cendré

211-001-004-002 ardea cinerea stuttgart PD1
Wilde Graureiher (Ardea cinerea) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, VDZ
Der Graureiher hat einen geschätzten Weltbestand, der irgendwo zwischen 700'000 und 3.6 Millionen Individuen liegt, und eine weite Verbreitung. Er ist nicht gefährdet (Rote Liste:: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Die Art fällt unter Anhang 3 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume und unter Anhang 2 des African-European Waterbird 211-001-004-002 ardea cinerea HD-PD2
Freilebender Graureiher (Ardea cinerea) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, VdZ
Agreements. (AEWA).

Verbreitung: Die Nominatform des Graureihers ist in der gesamten Paläarktis südlich des 60. Breitengrades sowie in 211-001-004-002 ardea cinerea stuttgart PD2
Wilder Graureiher (Ardea cinerea) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, VDZ
Afrika südlich der Sahara weit verbreitet. Drei weitere Unterarten sind in Südostasien, auf Madagaskar und auf Inseln westlich von Mauretanien zu finden.

Haltung in VdZ-Zoos: In vielen Zoos werden Graureiher nicht gehalten, sondern haben wilde Brutkolonie gebildet oder kommen in den Zoo, um sich an den für Robben, Pinguine oder Pelikane bestimmten Fischen gütlich zu tun.

Graureiher sehen kann man u.a. in Aachen, Basel, Bern, Dortmund, Goldau, Görlitz, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Hoyerswerda, Krefeld, Landau, Neuwied, Osnabrück, Rostock, Salzburg, Straubing, Stuttgart, Tallinn, Ueckermünde, Wien, Zürich

Besonderes: Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Graureiher, der als Fischereischädling galt, in Mitteleuropa stark verfolgt, sodass nur noch kleine Restbestände 211-001-004-002 ardea cinerea HD PD1
Freilebender Graureiher (Ardea cinerea) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, VdZ
übrig blieben. In der Schweiz etwa waren um 1900 nur noch etwa 50 Paare übrig. nach der Unterschutzstelluntg erholten sich die Bestände allmählich und um 1960 gab es wieder etwa 500, um 1970 etwa 800 Paare. In der Bundesrepublik Deutschland gab es in den 1960er Jahren etwa 5000 Paare, in der DDR etwas über 2000 Paare, in Österreich wenig mehr als 100. Das Verbot des Einsatzes von DDT und ähnlicher Sustanzen gab der Bestandesentwicklung weiteren Auftrieb. Heute gibt es in Deutschland wieder rund 25'000, in ganz Europa (ohne Russland) wieder rund 140-170'000 Brutpaare.

In Deutschland ist der Graureiher Wild im Sinne des Bundesjagdgesetzes. Eine Jagdzeit ist aber nur in Bayern festgesetzt (Mitte September – Ende Oktober) und ist dort auf den Umkreis von 200 Metern um künstlich angelegte Fischteiche beschränkt. In den anderen Bundesländern ist der Graureiher ganzjährig geschont, Abschüsse sind nur mit Erlaubnis der Unteren Jagdbehörde im Einzelfall erlaubt. In der Schweiz ist die Art seit 1926 geschützt.

Literatur und Internetquellen:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
MAUMARY, L. et al. (2007)

http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de

PD - 30.05.2009

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