Reiher

Nachtreiher

Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) im Zoo Neuwied Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) im Zoo Neuwied
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Stelzvögel (Ciconiiformes)
Familie: Reiher (Ardeidae)
Unterfamilie: Nachtreiher (Nycticoracinae)

Zu den Nachtreihern gehören drei bis vier Gattungen. Die Gattung Nycticorax umfasst sieben Arten. Drei auf Inseln lebende Arten sind im 18. Jahrhundert oder früher ausgerottet worden.

D LC 650

Nachtreiher

Nycticorax nycticorax
Engl.: The Black-crowned Night-heron
Franz.: L'héron bihoreau
     
211-001-011-003 nycticorax nycticorax neuwied2 PD
Junger Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) im Zoo Neuwied © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Die Art hat eine außerordentlich weite Verbreitung und eine große Weltpopulation und ist daher global nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN). Auf der Roten Liste Deutschlands figurierte die Art als "vom Aussterben bedroht", seit 2016 - ebenso wie in der Schweiz - noch als "stark gefährdet".

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt. Streng geschützte Art nach der Vogelschutz-Richtlinie ( RL 79/409/ EWG).

Die Art fällt unter Anhang 2 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume sowie unter Anhang 2 des African-European Waterbird Agreements (AEWA).

Verbreitung: Brutvogel oder regelmäßig vorkommend in 176 Ländern Afrikas, Asiens, Europas, Nord-, Mittel- und Südamerikas. Gelegentliche Bobachtungen in etwa 20 Ländern, einschließlich Australien.

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Halle, Hamm, Landau, Leipzig, Neumünster, Neunkirchen, Neuwied, Walsrode

Besonderes: Der Nachtreiher hat seinen Namen daher, dass er hauptsächlich während Dämmerungs- und Nachtstunden aktiv ist. Dann jagt er nach Fröschen, Fischen, Insekten sowie Würmern und Mäusen. Mit bedächtigen Bewegungen schreitet er im Zeitlupentempo sein Nahrungsterritorium ab. Mit seinen langen Zehen kann er auch vortrefflich im Gezweig von Sträuchern und Bäumen sowie im Röhricht klettern. Er brütet gesellig in Kolonien; am liebsten in hohem Gebüsch oder in niedrigen, dichtwüchsigen Bäumen in Sumpfgebieten. Außerhalb der Brutzeit ist er oft Einzelgänger.

Obwohl weltweit sicher, gilt der Nachtreiher in Deutschland und der Schweiz als stark gefährdet und in Österreich als vom Aussterben bedroht. Früher bestand die Hauptgefahr in der Lebensraumzerstörung, insbesondere von Auenwäldern; heute sind es eher Störungen durch Freizeitaktivitäten. Notwendige Schutzmaßnahmen: Erhaltung von ungestörten Auenwäldern und auenwaldähnlichen Lebensräumen. Deutschland hat einen Brutbestand von 10-20 Paaren, vorab in Bayern, seit enigen Jahren auch wieder regelmäßig in Baden-Württemberg. In der Schweiz sind Bruten Einzelereignisse, die am ehesten am Neuenburgersee oder im Aareraum vorkommen.

Wie Nachtreiher gehalten werden (Beispiel): KAUFFELS, T. (2010)

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD - 05.12.2009; mehrfach aktualisiert

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