Störche, Hammerkopf und Schuhschnabel

Schwarzstorch

Schwarzstorch (Ciconia nigra) im Natur- und Tierpark Goldau Schwarzstorch (Ciconia nigra) im Natur- und Tierpark Goldau
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Stelzvögel (Ciconiiformes)
Familie: Störche (Ciconiidae)
Tribus: Eigentliche Störche (Ciconiini)

Zu den eigentlichen Störchen gehören sieben Arten. Zwei davon sind stark gefährdet. Alle sieben Arten werden in VdZ-Zoos gezeigt.

D LC 650

Schwarzstorch

Ciconia nigra
Engl.: The Black Stork
Franz.: La cigogne noir
        
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Schwarzstorch (Ciconia nigra) im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Schwarzstorch hat eine weite Verbreitung und einen Bestand, der auf 32'000 bis 44'000 Individuen geschätzt wird. Er wird nicht als gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Die Art fällt unter Anhang I der Vogelschutzrichtlinie der EU (RL 2009/147/EG)  sowie jeweils unter  Anhang 2 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS) und des African-European Waterbird Agreements (AEWA).211-004-002-006 ciconia nigra gesner
Schwarzstorch aus Conrad Gesners Vogelbuch

Verbreitung: Brütet in der Palaearktis von der Iberischen Halbinsel bis Ostasien. Überwintert im tropischen Afrika und von Pakistan bis Südostchina. Brutpopulationen auch im südlichen Afrika von Malawi bis Namibia und Südafrika.

Haltung in VdZ-Zoos: Altschönau, Augsburg,  Berlin-Zoo, Bern, Chemnitz, Cottbus, Duisburg, Goldau, Halle, Heidelberg, Innsbruck, Köln, Kronberg, Marlow, München, Münster,  Rheine, Salzburg, Stuttgart, Walsrode, Zürich.

Alle diese Zoos beteiligen sich am Europäischen Zuchtbuch (ESB, seit 1996).

Besonderes: Der Schwarzstorch ist ein Kurz- bis Langstreckenzieher, der unsere Region zwischen Mitte Juli und Ende Oktober verlässt und ab Mitte Mai wieder zurückkommt. Er ist weniger abhängig von thermischen Aufwinden als der Weißstorch und überquert die Alpen und größere Seen häufiger. Wie der Weißs211-004-002-006 ciconia nigra kronbg PD
Schwarzstorch (Ciconia nigra) im Opel-Zoo Kronberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
torch nutzt er Feuchtgebiete, Seen, Fließgewässer und Kulturland als Lebensraum, brütet aber in Gegensatz zu jenem als scheuer Einzelgänger in naturnahen, ungestörten und weitläufigen Laub- und Mischwäldern.

Die Nester werden auf Bäumen angelegt. Die drei bis fünf Eier werden 35-36 Tage lang bebrütet. Die Jungen werden nach 63-71 Tagen flügge. Die Nahrung setzt sich hauptsächlich aus Fischen, Kleinsäugern und Amphibien zusammen (Vogelwarte Sempach).

Als Folge von Bejagung und Intensivierung der Landwirtschaft verschwand der Schwarzstorch im 19. Jahrhundert als Brutvogel aus verschiedenen mittel-europäischen Ländern. Ab 1930 nahmen die Bestände wieder zu und verlorenes Brutareal in Italien, Slowenien, Österreich, Tschechien, Süddeutschland, Luxemburg, Belgien und Dänemark wurde zurückgewonnen.

In Deutschland wurde z.B. Rheinland-Pfalz ab Beginn der 80er Jahre wieder besiedelt. In Baden-Württemberg kam es 2003 in Oberschwaben erstmals wieder zu einer Brut. Insgesamt stieg der Bestand innerhalb von 50 Jahren von enigen Dutzend auf heute gegen 400 Brutpaare. In Österreich war die Entwicklung ab den 70er-Jahren ähnlich, das Areal wurde nördlich der Alpen nach Westen ausgedehnt und 1988 wurde Kärnten besiedelt. Im Jahr 2000 gab es wieder 120-130 Brutpaare. In der Schweiz, wo er nach Conrad GESNER im 16. Jahrhundert Brutvogel war und wo er bis anfangs 19. Jahrhundert gebrütet hat, ist der Schwarzstorch noch nicht Brutvogel, aber es gibt wieder einzelne Vögel, die hier übersommern. (MAUMARY et al. 2007)

Wie Schwarzstörche gehalten werden (Beispiel): KAUFFELS, T. (2010)

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD - 23.06.2009; mehrfach aktualisiert

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