Ibisse und Löffler

Roter Ibis

Roter Ibis (Eudocimus ruber) im Tierpark Hellabrunn, München Roter Ibis (Eudocimus ruber) im Tierpark Hellabrunn, München
Peter Dollinger, VDZ

Ordnung: Stelzvögel (Ciconiiformes)
Familie: Ibisse und Löffler (Threskiornithidae)
Unterfamilie: Ibisse (Threskiornithinae)

Zur Gattung Eudocimus gehören zwei nicht gefährdete Arten. Beide werden in VdZ-Zoos gehalten.

D LC 650

Roter Ibis, Roter Sichler

Eudocimus ruber
Engl.: The Scarlet Ibis
Franz.: L'ibis rouge

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Subadulter Roter Ibis (Eudocimus ruber) im Tierpark Hellabrunn, München © Peter Dollinger, VdZ
Der Rote Ibis hat eine sehr weite Verbreitungund auch eine sehr große Gesamtpopulation. Obwohl die Bestände eher abnehmen, ist dieser Rückgang noch nicht so gravierend, dass die Art als gefährdet eingestuft werden müsste (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Karibische Inseln und nördliches 211-005-004-003 eudocimus ruber zrh PD
Roter Ibis (Eudocimus ruber) im Zoo Zürich © Peter Dollinger, VdZ
Südamerika: Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Französisch Guyana, Ehemalige Niederländische Antillen, Surinam, Trinidad und Tobago, Venezuela. Wandert auch nach Aruba, Belize, Kuba, Dominikanische Republik, Ekuador, Grenada, Jamaika und den USA.

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Basel, Berlin Zoo, Bochum, Cottbus, Dortmund, Dresden, Duisburg, Frankfurt, Hamburg, Heidelberg, Hoyerswerda, Köln, Landau, Leipzig, München, Osnabrück, Rheine, Rostock, Schmiding, Stuttgart, Walsrode, Wien, Wuppertal, Zürich

Besonderes: Typisch für die Ibisse ist der lange, sichelförmig nach unten gebogene Schnabel. Mit diesem Werkzeug lässt sich hervorrage nd im feuchten Schlick nach Essbarem suchen. Gefressen werden vor allem Insekten, Krebse, Muscheln, Schnecken und Würmer.

Rote Ibisse sind Koloniebrüter. Nach dem Balzritual der Hähne formieren sich die Paare und der Nestbau beginnt. Die Nester sehen vielfach etwas nachlässig gebaut aus und sind es manchmal auch. Typischerweise werden nur ein paar Ästchen zu einer losen Plattform zusammengefügt. Die meist ein bis drei Eier werden gut drei Wochen bebrütet. Beide Elternteile beteiligen sich danach an der Aufzucht der Jungvögel (PM Zoo Zürich).

Ihre typische, scharlachrote Färbung verdanken die Vögel übrigens den Pigmentstoffen in den Schalen der Krebse. Die Farbstoffe werden während des Wachstums der Federn in diesen eingelagert. Im Zoo wird das Astaxanthin, ein Carotinoid, welches den Hauptbestandteil der roten Pigmentation ausmacht, übers Futter verabreicht. Jungvögel sind anfänglich bräunlich gefärbt und erscheinen erst nach zwei bis drei Jahren, nach Erreichen der Geschlechtsreife, im arttypischen Rot (PM Zoo Zürich). Als vor etlichen Jahren die Rechnungsprüfer des Städtischen Tierparks Bern sich auch dessen Tierbestandes annahmen, bemängelten sie, dass im Tierbestandsregister acht Rote Ibisse aufgeführt, effektiv aber nur vier vorhanden waren. Dafür seien noch vier braune Ibisse in der Voliere, die im Register fehlten. Des Rätsels Lösung: Es waren junge, weniger als ein Jahr alte  Rote Ibisse ....

Wie Rote Ibisse gehalten werden (Beispiele):
Großvoliere im Tierpark Hellabrunn siehe ZOOLEX Gallery
Freiflugvoliere im Opel-Zoo Kronberg KAUFFELS, T. (2010)

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. & SARGATAL, J. (eds., 1992)

PD/SN - 29.08.2010

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Gelesen 2530 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Mai 2015 17:36
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