Schwäne, Gänse, Hühner- und Affengans

Schwarzschwan

Schwarzschwäne (Cygnus atratus) im Zoo Augsburg Schwarzschwäne (Cygnus atratus) im Zoo Augsburg
Waschke, Zoo Augsburg

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Gänseartige (Anserinae)
Tribus: Schwäne und Gänse (Anserini)

Zur Gattung Cygnus zählen sechs Arten, von denen heute keine mehr gefährdet ist. alle Arten werden in VdZ-Zoos gezeigt.

D LC 650

Schwarzschwan, Trauerschwan

Cygnus atratus
Engl.: The Black Swan
Franz.: Le cygne noir 
        
212-002-006-001 cygnus atratus marlow PD2
Schwarzschwan (Cygnus atratus) im Vogelpark Marlow © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Mit einem Bestand von 300'000-500'000 Individuen ist die Art nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird nicht durch CITES geregelt.

212 002 006 001 cygnus atratus map
Approximative Verbreitung des Schwarzscheand (Cygnus atratus); Dunkelblau: aitochthones Vorkommen; rot: eingeführte Populationen auf Neuseeland
Verbreitung: Australien mit Tasmanien. In Neuseeland und mehreren europäischen Ländern eingeführt.

212-002-006-001 cygnus atratus marlow PD1
Schwarzschwäne (Cygnus atratus) mit Jungen im Vogelpark Marlow © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Basel, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Dortmund, Eberswalde, Hamburg, Herberstein, Karlsruhe, Köln, Marlow, München, Münster, Neuwied, Osnabrück, Salzburg, Schmiding, Straubing, Teneriffa-Puerto de la Cruz, Ueckermünde, Walsrode

Besonderes: Entwichene oder absichtlich ausgesetzte Schwarzschwäne gibt es in zahlreichen europäischen Ländern. In Deutschland brütet die Art regelmäßig seit 1979, wobei der Bestand klein ist (5-10 Brutpaare, HÖLZINGER et al., 2004). Am bekanntesten sind die Kolonien von München (Thalkirchner Brücke) und im Kölner Stadtwald. Weltweit für Schlagzeilen sorgte der «Pedalo-Schwarzschwan» vom Aasee in Münster, der durch seine (medial zur «unglücklichen Liebe» hochstilisierten) Fehlprägung auf ein weisses Tretboot bekannt wurde.

Die Art scheint sich aber in Europa nicht hinreichend erfolgreich fortzupflanzen, um invasiv zu sein. In Deutschland sind aus vielen Regionen lokale, kurzzeitige Brutansiedlungen bekannt. Diese sind aber meist von weiteren Aussetzungen und menschlichem Management abhängig. In Österreich wurde eine wachsende Population in Wien eliminiert. (BAUER et al. 2009). In der Schweiz liess ein Privathalter seine Schwarzschwäne am Thunersee frei fliegen. Dies wurde während Jahren geduldet, wobei die Gelege der freilebenden Tiere jeweils angestochen wurden. 2003 kam es dann erstmals zu einer Freibrut. Im Jahr 2007 forderte eine Petition die ungehinderte Verbreitung der Schwarzschwäne. Dies wurde vom Gemeinderat von Thun abgelehnt. Nachdem die Schwäne ihren Aktionsradius bis zum Genfersee ausdehnten, wurde die Freihaltung 2009 beendet.

Literatur:
BAUER, H.-G. und WOOG, F. (2008)
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
HÖLZINGER, J. et al. (2004)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD/SN - 23.05.2009; mehrfach aktualisiert

AUS-12 beeliar-RP Lake-Bibra
Schwarzschwäne (Cygnus atratus) im natürlichen Lebensraum, Lake Bibra, West-Australien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Zurück zu Vögel I - Strausse bis Enten

Weiter zu Schwarzhalsschwan

Gelesen 2941 mal Letzte Änderung am Montag, 02 Januar 2017 09:50
© Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. hyperworx