Schwäne, Gänse, Hühner- und Affengans

Kanadagans

Riesenkanadagänse (Branta canadensis maxima) im Zoo Augsburg Riesenkanadagänse (Branta canadensis maxima) im Zoo Augsburg
P. Bretschneider, Zoo Augsburg

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Gänseartige (Anserinae)
Tribus: Schwäne und Gänse (Anserini)

Zu den Meergänsen der Gattung Branta zählen fünf Arten, wobei die Kanadagans von manchen Autoren in zwei Arten aufgeplittet wird. Alle fünf bzw. sechs Arten werden in VdZ-Zoos gezeigt.

D LC 650

Kanadagans und Zwergkanadagans

Branta canadensis / hutchinsii
Engl.: The Canada Goose
Franz.: La bernache du Canada
        
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Kanadagans (Branta canadensis) mit Küken im Zoo Tallinn © Zoo Tallinn
Mit einem Weltbestand der irgendwo zwischen einer und zehn Millionen Individuen liegt, gilt die Art nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt, ausgenommen ist die Aleuten-Zwergkanadagans (Branta canadensis leucopareia), die unter CITES Anhang I fällt. Die (Zwerg-)Kanadagänse fallen unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

Verbreitung: Nordamerika : Grönland, Kanada, Mexiko (Überwinterungsgebiet), Saint Pierre und Miquelon, USA. Eingeführt in Belgien, Dänmark, Deutschland, Färöer, Finnland, Frankreich, Neuseeland (B.c. maxima), Niederlande, Norwegen, Polen, Schweden. Ausdehnung der europäischen Population. Irrgäste und aus 212-002-003-003 branta canad minima augsb
Dunkle Zwergkanadagans (Branta hutchinsii minima) im Zoo Augsburg © Zoo Augsburg
Haltungen entwichene Vögel in zahlreichen anderen europäischen Ländern.

Haltung in VdZ-Zoos:
canadensis-Gruppe: Aachen, Augsburg, Berlin-Tierpark, Cottbus, Eberswalde, Gelsenkirchen, Goldau, Halle, Hamburg, Kronberg, Neuwied, Nürnberg, Stuttgart
hutchinsii-Gruppe: Aachen, Augsburg, Berlin-Tierpark, Cottbus, Halle, Rostock, Walsrode

Besonderes: Von der Kanadagans wurden 12 Unterarten beschrieben, die seit 2004/05 auf zwei verschiedene Arten aufgeteilt werden:
Zwergkanadgänse (Branta hutchinsii) mit den Unterarten hutchinsii, asiatica (ausgestorben), leucopareia, minima und taverneri

Große Kanadagänse (Branta canadensis) mit den Unterarten canadensis, fulva, interior, maxima, moffitti, occidentalis und parvipes.

Im deutschsprachigen Raum werden die Aleuten- (leucopareia), und die Dunkle Zwergkanadagans (minima) , sowie die Atlantische (canadensis) , Dunkle (occidentalis), Riesen- (maxima), und Kleine Kanadagans (parvipes) in Zoos, Tier- und Vogelparks gehalten.

Die Kanadagans wurde bereits im 17. Jahrhundert in Großbritannien und Irland, 1929 in Schweden, 1936 und 1958 in Norwegen und 1964 in Finnland eingeführt (BEZZEL, 1985) . Sie ist eine invasive Tierart. In Großbritannien nahm der Bestand zwischen 1953 und 1991 von 2200-4000 auf 64'000 Vögel zu, in Schweden, wo einige der ausgesetzten Gänse 1933 erstmals brüteten, gibt es mittlerweise rund 10'000 Brutpaare, und auch in Deutschland, wo die erste Freilandbeobachtung aus dem Jahr 1884 datiert, ist der Bestand etabliert und liegt bei etwa 1000 Paaren, wächst aber nur langsam (BAUER et al., 2008; HAGEMEIJER & BLAIR, 1997). Mittlerweile wird die Art jedoch in einzelnen Bundesländern bejagt. In der Schweiz kam es ab 2001 zu einzelnen Brutversuchen, die aber kaum je erfolgreich waren (MAUMARY et al., 2007).

Literatur:
BAUER, H.-G. und WOOG, F. (2008)
BEZZEL, E. (1985)
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)

HAGEMEIJER, W. J. M. & BLAIR, M. J. (eds., 1997)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD/SN - 23.05.2009; mehrfach aktualisiert

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Kanadagänse (Branta candensis) auf Riedwiese beim Lake Vermilion, Banff-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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