Schwäne, Gänse, Hühner- und Affengans

Nonnengans

 Nonnengans (Branta leucopsis) im Zoo Karlsruhe Nonnengans (Branta leucopsis) im Zoo Karlsruhe
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Gänseartige (Anserinae)
Tribus: Schwäne und Gänse (Anserini)

Zu den Meergänsen der Gattung Branta zählen fünf Arten, wobei die Kanadagans von manchen Autoren in zwei Arten aufgeplittet wird. Alle fünf bzw. sechs Arten werden in VdZ-Zoos gezeigt.

D LC 650

Nonnengans

Branta leucopsis
Engl.: The Barnacle Goose
Franz.: La bernache nonnette 

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Nonnengans (Branta leucopsis) im Natur- und Tierpark Goldau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Mit einem Weltbestand von über 400'000 Individuen gilt die Art nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang I der Vogelschutzrichtlinie der EU (RL 2009/147/EG) sowie jeweils unter Anhang 2 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS) und des African-European Waterbird Agreements (AEWA).

Verbreitung: Europa : Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Grönland, Großbritannien, Island, Irland, Lettland, Niederlande, Norwegen mit Svalbard und Jan Mayen, Polen, Schweden, gelegentlich auch in andern europäischen Ländern.

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Basel, Berlin-Zoo,  Bern, Chemnitz, Goldau, Halle, Hamm, Heidelberg, Karlsruhe, Kronberg, Neunkirchen, Osnabrück, Rostock, Saarbrücken, Schmiding, Schwerin, Stuttgart, Walsrode

Besonderes: Nonnengänse brüten in der Arktis oft in steilen Felswänden, wo ihre Gelege sicher vor Polarfüchsen sind. Die frischgeschlüpften, noch nicht flugfähigen Küken müssen dann von den bis zu 30 m hohen Klippen springen, um zu den Weideplätzen zu gelangen. Ende August beginnen die Gänse ihre arktischen Brutgebiete zu verlassen, um ihre Winterquartiere auf den Britischen Inseln und an der deutsch-niederländischen Nordseeküste aufzusuchen. Ab Mitte April kehren sie zurück. 1971 etablierte sich eine Brutkolonie auf der schwedischen Insel Gotland, die sich von dort aus im ganzen Ostseeraum verbreitete. Neuerdings gibt es auch Ansiedlungen in Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Im Binnenland beobachtete Exemplare sind häufig aus Privathaltungen entwichene Vögel. (MAUMARY et al., 2007).

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD - 04.11.2010; mehrfach aktualisiert

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Nonnengänse im natürlichen Lebensraum, Eidermarsch, Schleswig-Holstein © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Gelesen 3252 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 21 Dezember 2016 07:58
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