Pro und Kontra Zoo

„EU-Zoo Report“: Verband Deutscher Zoodirektoren weist Vorwürfe zurück

07.06.2013 - Liebefeld. Die zoofeindlichen Tierschutzorganisationen Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt), animal public e.V. und Born Free Foundation haben am 5. Juni 2013 im Europäischen Parlament in Brüssel einen im Auftrag von ENDCAP (= end captivity - Schließt die Zoos) erstellten Report zur Zootierhaltung in Deutschland vorgestellt. Der im Rahmen einer Erhebung in 25 öffentlich zugänglichen Tierhaltungen aus den Jahre 2009/10 erstellte Bericht will aufzeigen, dass deutsche Zoos nicht hinreichend den Anforderungen der EU-Zoorichtlinie genügen.

Angeblich haben die Organisationen drei Jahre benötigt, um die in den 25 Einrichtungen erhobenen Daten zu analysieren. Dass diese Daten mittlerweile veraltet sind, z.B. weil zwei der 25 Einrichtungen gar nicht mehr existieren und in anderen die Leitung gewechselt hat, kümmert sie nicht. Ein Schelm, wer denkt, der Zeitpunkt der Veröffentlichung habe etwas mit den aktuellen Diskussionen um das Säugetiergutachten zu tun.

An dem Anlass nahmen etwa 15 Personen teil, darunter etwa 6-7 Europaparlamentarier oder deren Assistenten. Bei den übrigen handelte es sich hauptsächlich um Vertreter der zoofeindlichen Tierschutz-Organisationen selbst, darunter auch Claudia Hämmerling, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, die die Plattform nutzte, um einmal mehr über den Tierpark Berlin herzuziehen.

Am 6. Juni veröffentlichte der Verband Deutscher Zoodirektoren e.V. (VDZ) die unten als PDF verfügbare Pressemitteilung, in der er die in dem Bericht erhobenen Vorwürfe zurückweist.  „Der Report arbeitet mit pauschalen Vermutungen und Behauptungen und versucht, die Zoologischen Gärten insgesamt in Misskredit zu bringen. Für die organisierte Tiergärtnerei in Deutschland, also alle im VDZ, der Deutschen Tierpark-Gesellschaft oder im Deutschen Wildgehegeverband zusammengeschlossenen Einrichtungen, sehe ich diese Missstände nicht“, stellt Theo Pagel, Präsident des VDZ dazu fest.

Objektivität und Wissenschaftlichkeit der Untersuchung sind zweifelhaft. So werden die Namen der für die Studie verantwortlichen Autoren unter Verschluss gehalten. Wissenschaftlich unlauter ist auch die Auswahl der analysierten Zoos, die angeblich „dem Zufallsprinzip“ folgt, was aber aus verschiedenen Gründen nicht stimmen kann. Auch unter zoologischen Gesichtspunkten sind viele der aufgeführten Kritikpunkte nicht haltbar. So wird die Gefahr möglicher Krankheitsübertragungen durch den Kontakt von Wildtieren mit Zoobesuchern maßlos übertrieben dargestellt, oder es wird suggeriert, im Zoo frei laufende Tiere, wie Maras oder Pfauen, würden die einheimische Artenvielfalt gefährden, wofür es überhaupt keine Anhaltspunkte gibt. Auch die Kritik an der Integration von Tieren in Shows- und Fütterungsvorstellungen greift für alle im VDZ organisierten Zoos zu kurz. VDZ-Mitgliedzoos setzen Tiere nur entsprechend ihres natürlichen Verhaltens- und Bewegungsmusters ein, wie der Verbandspräsident betont.

Der VDZ vereinigt die wissenschaftlich geleiteten Zoos im deutschsprachigen Raum und setzt sich für richtig verstandenen Tierschutz, eine gute Zootierhaltung und die Beseitigung von Missständen ein. Dabei unterstützt er die für den Vollzug der Zoo-Richtlinie bzw. des Bundes-Naturschutzgesetzes nach Kräften, wo dies gewünscht wird. Aus Sicht des VDZ wäre es wünschenswert, die Zahl der in Verbänden organisierten Zoos zu erhöhen und als Folge davon einheitlich hohe Standards, wie sie in den großen und durch den VDZ vertretenen Zoos gelten, zu etablieren.

Pressemitteilung des VDZ vom 6.6. 2013

Gelesen 2669 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 31 Juli 2013 20:59
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