Halb- und Glanzgänse, Dampfschiffenten

Mandarinente

Mandarinentenerpel /Aix galericulata) in der Wilhelma Stuttgart Mandarinentenerpel /Aix galericulata) in der Wilhelma Stuttgart
Peter Dollinger, VDZ

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Gänseartige (Anserinae)
Tribus: Glanzgänse (Cairini)

Zur Gattung Aix gehören zwei nicht-gefährdete Arten, die beide in VdZ-Zoos gehalten werden.

D LC 650

Mandarinente

Aix galericulata
Engl.: The Mandarin Duck
Franz.: Le canard mandarin

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Mandarinentenerpel (Aix galericulata) im Zoo Augsburg © André Heichel, Zoo Augsburg
Mitte der 80er Jahre gab es in Ostasien nur noch etwa 6100-6600 Brutpaare. Durch Unterschutzstellung hat sich der Bestand in Japan wieder erholt, ist auf dem asiatischen Festland aber nach wie vor tief. Der Weltbestand wird heute auf 65'000-66'000 Individuen geschätzt und wird nicht mehr als gefährdet beurteilt (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 3 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume sowie Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten.

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Mandarinenten-Paar (Aix galericulata)im Zoo Zürich © Peter Dollinger, VdZ
Verbreitung: Ostasien : Ostsibirien, China, Japan, Nord- und Südkorea. Überwintert in Südchina und Taiwan, Irrgäste in anderen Ländern Süd- und Südostasiens. Eingeführte Populationen in Europa
        
Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Basel, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Chemnitz, Cottbus, Dortmund, Dresden, Duisburg, Eberswalde, Helsenkirchen, Goldau, Gossau, Halle, Hamburg, Hamm, Hannover, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Krefeld, Kronberg, Leipzig, München, Neumünster, Neuwied, Nürnberg, Rostock, Saarbrücken, Schmiding, Schwerin, Stralsund, Straubing, Stuttgart, Teneriffa-Puerto de la Cruz, Ueckermünde, Walsrode, Wuppertal, Zürich

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Mandarinentenerpel (Aix galericulata) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, VdZ
Wie Mandarinenten gehalten werden (Beispiel): Eurasiatische Wasservögel im Zoo Zürich siehe ZOOLEX Gallery

Besonderes: Die Mandarinente wurde 1745 erstmals nach England eingeführt. Der dortige Brutvogelbestand von heute rund 3500 Paaren geht aber auf im 20. Jahrhundert ausgesetzte oder entwichene Vögel zurück. In Berlin Versuchte Oskar HEINROTH in den 1920er Jahre die Mandarinente im Tiergarten anzusiedeln, allerdings ohne Erfolg (MÖLLERS, F., 2010). Heute gibt es brütende Bestände in Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, den Niederlanden, sowie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Gegensatz zur Situation im ursprünglichen Lebensraum, ziehen die europäischen Mandarinenten nicht, bzw. nur über kurze Strecken (HAGEMEIJER & BLAIR, 1997).   
   
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Mandarinenten-Gruppe (Aix galericulata)im Zoo Zürich © Peter Dollinger, VdZ
In Deutschland ist die Mandarinente neben Nil- und Kanadagans die am weitesten verbreitete Anatidenart unter den Neozoen. Die Verbreitung ist allerdings lückenhaft und die Vorkommen konzentrieren sich in den Ballungsräumen, wo die Weiher der Stadtparks besiedelt werden. In Österreich findet sich die größte Population im Stadtgebiet von Wien, Brutnachweise gelangen hier seit Beginn der 1980er Jahre an der Alten Donau, im Donauraum und in Wien-West. In der Schweiz fanden die ersten beiden Freibruten 1958 in Basel statt. Mittlerweile gibt es einen Bestand von ungefähr dreihundert Exemplaren, der sich auf verschiedene Regionen des Landes verteilt. Die Bestandeszunahme ist gering, da das Angebot an Bruthöhlen begrenzt und die Sterblichkeit der Dunenjungen sehr hoch ist (MAUMARY, L. et al.,2007).

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
HAGEMEIJER, W. J. M. & BLAIR, M. J. (eds., 1997)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD - 11.08.2010

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Gelesen 2632 mal Letzte Änderung am Sonntag, 10 Mai 2015 20:42
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