Gründelenten

Stockente

Stockentenerpel im Zoo Basel Stockentenerpel im Zoo Basel
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Entenartige (Anatinae)
Tribus: Gründelenten (Anatini)

Zur Gattung Anas gehören nach DEL HOYO et al. (1992) 37, nach Roter Liste bis vor Kurzem 45  lebende Arten. Eine Art ist potenziell gefährdet, drei sind gefährdet, 4 stark gefährdet und eine vom Aussterben bedroht. Zwei weitere Arten sind um 1710 bzw. 1800 ausgerottet worden. Bis auf etwa ein halbes Dutzend sind alle Arten in VdZ-Zoos vertreten. Neuerdings ist die Gattung durch die Molekulargenetiker aufgesplittet worden. CLEMENTS et al. (2015) führen aber immer noch alle Arten unter Anas auf.

D LC 650

Stockente

Anas platyrhynchos
Engl.: The Mallard
Franz.: Le canard colvert

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0.1 Stockente (Anas platyrhynchos) im Zoo Augsburg © P. Bretschneider, Zoo Augsburg
Mit einem Weltbestand von geschätzten 30 Millionen ist die Stockente mit Abstand die häufigste Entenart. Sie ist ein Kulturfolger und demzufolge nicht gefährdet Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Die Art fällt unter Anhang 3 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten sowie Anhang 2 des African-European Waterbird Agreements (AEWA).

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Stockentenküken (Anats platyrhynchos) juv. im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Verbreitung: Die natürliche Verbreitung erstreckt sich über den größten Teil Nordamerikas und Eurasiens sowie Nordafrika. Eingeführte Populationen gibt es in Australien, Neuseeland und Südafrika.

Haltung in VdZ-Zoos: Nur sehr wenige VdZ-Zoos sind im eigentlichen Sinne Halter, aber in so gut wie jedem Zoo, der über Weiher verfügt, gibt es freilebende Stockenten.

Besonderes: Die Laysan- (laysanensis) und die Hawaii-Ente (wyvilliana), die früher als Unterarten der Stockente galten, werden heute als eigene Arten geführt. Neben der Nominatform werden bisweilen noch vier Unterarten (conboschas, diazi, fulvigula und maculosa) unterschieden.

Die Augenbrauenente (A. superciliosa) wird bisweilen als Unterart der Stockente betrachtet. Ferner bildet die Stockente eine Superspezies mit der Dunkelente (A. rubripes), der Madagaskarente (A. melleri) und der Gelbschnabelente A. undulata.

Alle genannten Entenformen hybridisieren problemlos. Bei der als eigene Art beschriebenen Marianenente (Anas oustaleti) dürfte es sich um eine Hybridpopulation mit der Augenbrauenente handeln. Eine solche Population, ausgehend vom Zoologischen Garten, bestand während Jahren am Birsig in Basel. Bastarde mit Stockenten sind auch so gut wie von allen anderen Arten der Gattung Anas bekannt, ferner von Arten der Gattungen Aix, Alopochen, Anser, Aythya, Branta, Cairina, Somateria und Tadorna (DEL HOYO et al., 1992).

Die Stockente ist die Stammform aller Hausenten mit Ausnahme der Moschusente. Auf europäischen Gewässern, besonders in den Ballungszentren, sind häufig Bastarde zwischen Stock- und Hausenten zu sehen.

Je nach Population ziehen Stockenten im Winter über relativ kurze Strecken. In Skandinavien fliegen 80 % der Vögel über 200 km weit, in Mitteleuropa nur 32%. In kalten Wintern sind die zurückgelegten Distanzen größer als in milden Wintern. Abnehmende Distanzen über die Zeit von 1952 bis 2004 geben einen Hinweis darauf, dass die Klimaerwärmung eine Verkürzung der Bewegungsdistanzen von Stockenten innerhalb des Winters bewirkt (SAUTER, A. et al., 2010).

Im deutschsprachigen Raum ist die Stockente jagdbar, allerdings bricht nur die Schweiz die Enten-Jagdstrecke auf die Arten herunter. Im Jagdjahr 2014/15 wurden danach 6'106 Stockenten und 35 Stockenten-Hausenten-Basterde erlegt. In Deutschland und Österreich bestanden die Jagdstrecken von rund 394'000 bzw. 67'000 Enten großmehrheitlich aus Stockenten (Eidg. Jagdstatistik, DJV, Statistik Austria).

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
HAGEMEIJER, W. J. M. & BLAIR, M. J. (eds., 1997)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)
SAUTER, A., KORNER-NIEVERGELT, F. & JENNI, L. (2010)

PD - 23.05.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 3077 mal Letzte Änderung am Samstag, 26 November 2016 11:41
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