Gründelenten

Knäkente

Knäkente (Anas querquedula) im Zoo Augsburg Knäkente (Anas querquedula) im Zoo Augsburg
P. Bretschneider, Zoo Augsburg

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Entenartige (Anatinae) 
Tribus: Gründelenten (Anatini)

Zur Gattung Anas gehören nach DEL HOYO et al. (1992) 37, nach Roter Liste bis vor Kurzem 45  lebende Arten. Eine Art ist potenziell gefährdet, drei sind gefährdet, 4 stark gefährdet und eine vom Aussterben bedroht. Zwei weitere Arten sind um 1710 bzw. 1800 ausgerottet worden. Bis auf etwa ein halbes Dutzend sind alle Arten in VdZ-Zoos vertreten. Neuerdings ist die Gattung durch die Molekulargenetiker aufgesplittet worden. Die Knäkente gehört danach zur Gattung Spatula. CLEMENTS et al. (2015) führen aber immer noch alle Arten unter Anas auf.

D LC 650

Knäkente

Anas (Spatula) querquedula
Engl.: The Garganey
Franz.: La sarcelle d'été
        
212 002 012 026 anas querquedula BerlinZoo KR
Knäkenten-Erpel (Anas querquedula) im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Mit einer weiten Verbreitung und einem auf 2.5 bis 4.8 Millionen Individuen geschätzten Weltbestand ist die Knäkente nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Die Art fällt unter Anhang 3 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten sowie Anhang 2 des African-European Waterbird Agreements (AEWA).

Verbreitung: Die Knäkente ist eine paläarktische Art, mit einem Brutareal, das sich von England und Frankreich quer durch Europa und Zentralasien bis nach Sachalin und Südkamtschatka erstreckt. Die Überwinterungsgebiete liegen in der Sahelzone, Ostafrika, Indien und Südostasien.

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Goldau, Hamburg, Köln, Kronberg, Schmiding, Walsrode

Besonderes: Mit einem Körpergewicht von 230 - 485 Gramm ist die Knäkente eine kleine Ente, vergleichbar etwa der Krickente. Im Gegensatz zu jener gründelt sie weniger, sondern die Nahrungsaufnahme erfolgt hauptsächlich durch Schnattern an der Wasseroberfläche, wodurch auch ein hoher Anteil an animalischer Kost aufgenommen wird. Die Knäkente brütet in eutrophen Flachgewässern, wie Weihern, Gräben, Tümpeln, Altwasserarmen von Flüssen oder seichten Uferzonen größerer Seen. Im März, bei ihrer Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten, sind die Knäkenten bereits verpaart.  Gegen Mai hin lösen sich die Trupps auf und die Paare beginnen mit dem Nestbau. Die Nester befinden sich meist auf trockenem Grund aber in Ufernähe. Das Gelege besteht ats 7-11 rahmgelben Eiern, die nur vom Weibchen 21-23 Tage bebrütet werden. Mit Beginn der Mauser und dem Schlüpfen der Küken halten sich die Enten nur noch in der deckungsreichen Uferzone auf. Etwa ab Mitte August, wenn die Mauser beendet ist und die Jungen flügge sind, zeigen sie sich wieder auf dem offenen Wasser (KOLBE, 1972).

Knäkenten sind die ausgeprägtesten Zugvögel unter den Enten der Nordhalbkugel. Als einzige Entenart verlässt sie im Herbst Europa fast vollständig, um im tropischen Afrika zu überwintern. Hier konzentrieren sich die Vögel am Senegal, Niger und Tschadsee.

Am Bodensee brüten regelmäßig einige Paare, hauptsächlich in den Schilfgürteln des deutschen Ufers und im Vorarlberger Rheindelta (MAUMARY, L. et al., 2007). In der Schweiz wird die Knäkente in geringem Umfang bejagt. von 2000-2014 belief sich die Strecke im Mittel auf Vögel pro Jahr(Eidg. Jagdstatistik). In Deutschland ist sie ganzjährig geschont.

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
HAGEMEIJER, W. J. M. & BLAIR, M. J. (eds., 1997)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD -  23.05.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 1864 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 14 April 2016 16:05
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