Gründelenten

Amerikanische Gründelenten

Chilepfeifente (Anas sibilatrix) im Zoo Augsburg Chilepfeifente (Anas sibilatrix) im Zoo Augsburg
Peter Dollinger, VDZ

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Entenartige (Anatinae)
Tribus: Gründelenten (Anatini)

Zur Gattung Anas gehören nach DEL HOYO et al. (1992) 37, nach Roter Liste bis vor Kurzem 45  lebende Arten. Eine Art ist potenziell gefährdet, drei sind gefährdet, 4 stark gefährdet und eine vom Aussterben bedroht. Zwei weitere Arten sind um 1710 bzw. 1800 ausgerottet worden. Bis auf etwa ein halbes Dutzend sind alle Arten in VdZ-Zoos vertreten. Neuerdings ist die Gattung durch die Molekulargenetiker aufgesplittet worden. CLEMENTS et al. (2015) führen aber immer noch alle Arten unter Anas auf.

 D LC 650

Bahamaente

Anas bahamensis
Engl: The White-cheeked pintail
Franz.: Le canard des Bahamas

212 002 012 005 anas bahamensis TPB KR
Bahamaenten-Paar (Anas bahamensis) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Zwar scheinen die Bestände der Bahamaente etwas abzunehmen, aber die Art hat eine so weite Verbreitung, dass sie nicht als gefährdet eingestuft wird (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

212 002 012 005 anas bahamensis map
Approximative Verbreitung der Bahamaente (Anas bahamensis)
Verbreitung: Karibik und Südamerika in verschiedenen Teilarealen : Anguilla, Antigua und Barbuda, Argentinien, Bahamas, Barbados, Bolivien, Brasilien, Cayman Islands, Chile, Dominika, Dominikanische Republik, Ekuador, Französisch Guiana, Guyana, Haiti, Jungferninseln (Britische und Amerikanische), Kolumbien, Kuba, Martinique, Montserrat, Niederländische Antillen (Aruba, Bonaire, Curaçao, Sint Eustatius und Saba, Sint Maarten), Paraguay, Peru, Puerto Rico, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Surinam, Trinidad und Tobago, Turks und Caicos Inseln, Uruguay, Venezuela. Irrgäste auf den Falkland Inseln, Guadelupe, Jamaika, Panama, Saint Martin

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Bernburg, Dresden, Goldau, Halle, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Magdeburg, München, Straubing, Walsrode

Besonderes: Es werden drei Unterarten unterschieden: Die Nördliche Bahamaente (A. b. bahamensis), In der Karibik und im nordöstlichen Südamerika, die Südliche Bahamaente (A. b. rubrirostris ) im südlichen Südamerika und die Galapagos-Bahamaente (A. b. galapagensis ), die auf allen größeren Inseln des Galápagos-Archipels vorkommt (HARRIS, 1974).

Die Bahamaente ernährt sich hauptsächlich von Pflanzenmaterial. Sie besiedelt vorzugsweise flache Binnengewässer, seicht auslaufende Flussmündungen, Mangroven, Salz- und Brackwasserlagungen, und Küsten im Bereich der Gezeitenzone. Das Nest wird zwischen Binsen, in Schilfbeständen, gerne in der Nähe kleiner Büsche und nicht zu weit vom Wasser entfernt angelegt. Das Gelege besteht aus 8-12 lehmbraunen, spitzpoligen Eiern, die 25-26 Tage bebrütet werden (KOLBE, 1972).

Die (hauptsächlich Südliche) Bahamaente wird in Europa bereits seit dem 19. Jahrhundert gezüchtet (KOLBE, 1972). Sie ist sehr beliebt bei Privathaltern und es gibt Zuchtformen (gelb und silber). Relativ oft entfliegen Vögel, es sind jedoch bei uns keine Freilandbruten bekannt (BAUER & WOOG, 2008; MAUMARY et al. 2007).

Literatur:
BAUER, H.-G. und WOOG, F. (2008)   
HARRIS, M. (1974)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)
BirdLife International 2012. Anas bahamensis. The IUCN Red List of Threatened Species. Version 2014.3. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 30 May 2015.

PD - 30.05.2015; aktualisiert

D LC 650

Zimtente

Anas (Spatula) cyanoptera
Engl.: The Cinnamon Teal
Franz.: La sarcelle cannelle

212-002-012-011 anas c cyanoptera bernburg
Zimtente (Anas c. cyanoptera), Erpel, im Tiergarten Bernburg © Peter Dollinger, VdZ
Die Zimtente hat eine sehr weite Verbreitung und eine große Gesamtpopulation. Obwohl die Bestände eher abnehmen, ist dieser Rückgang noch nicht so gravierend, dass diese Art als gefährdet beurteilt werden müsste (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

212 002 012 011 anas c cyanoptera TPB KR
Zimtente (Anas c. cyanoptera), Erpel, im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Verbreitung: Nord- und Südamerika: Vom westlichen und zentralen Nordamerika über Südamerika bis zu den Falklandinseln.

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin-Tierpark, Bernburtg, Cottbus, Köln, Krefeld, Stuttgart, Walsrode, Zürich

Besonderes: Bemerkenswerterweise wurde die nördliche Zimtente erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt, wesentlich später als ihre südlichen Verwandten, die schon 1816 beschrieben wurden, und dies, obwohl sie die häufigste Entenarten im gemäßigten und südlichen Nordamerika ist. Heute werden fünf Unterarten unterschieden, die sich in Farbe und Größe aber nur wenig unterscheiden.

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
KOLBE, H. (1972)

PD/SN -17.10.2009; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Blauflügelente

Anas (Spatula) discors
Engl.: The Blue-winged Teal
Franz.: La sarcelle soucrourou ou sarcelle à ailes bleues

212-002-012-012 anas discors dortmund PD
Blauflügelerpel (Anas (Spatula) discors) im Prachtkleid, Zoo Dortmund © Peter Dollinger, VdZ
Der Weltbestand liegt in der Größenordnung von 6 Millionen Vögeln und gilt nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

212 002 012 012 anas discors map
Approximatuve Verbreitung der Blauflügelente (Anas (Spatula) discors). Dunkelblau: Brutgebiete; rot: Überwinterungsgebiete; violett: ganzjähriges Vorkommen
Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

212 002 012 012 anas discors Kerzers PD
Blauflügelerpel (Anas (Spatula) discors) im Prachtkleid, Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, VdZ
Verbreitung: Nordamerika: Kanada und USA. Überwintert in Süd- und Mittelamerika und der Karibik.

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin-Tierpark, Bernburg, Karlsruhe, Kerzers, Köln

Besonderes: Die 35-41 cm lange und rund 3-400 g schwere Blauflügelente steht der Zimtente genetisch sehr nahe. Die östlichen Populationen werden bisweilen als Unterart orphna abgetrennt, was aber nicht unumstritten ist. Der Erpel hat ein Prachtkleid mit einem großen, halbmondförmigen weißen Fleck zwischen Schnabel und Auge als aufälligstem Merkmal (DEL HOYO et al., 1992).

Blauflügelente ist in Nordamerika in denjenigen Lebensräumen anzutreffen, die in Europa von der Knäkente bewohnt werden. Wie diese ist sie ein Langstreckenzieher. Auf dem Zug werden regelmäßig einzelne Blauflügelenten nach Europa verschlagen. Solche Vögel verpaaren sich mangels Artgenossen gelegentlich mit Löffelenten (MAUMARY, L. et al., 2007).

Blauflügelenten nisten gewöhnlich an trockenen Plätzen in hohem Gras, aber auch auf Feuchtwiesen oder bewachsenen Inselchen in Flachseen. Das Gelege besteht aus 10-12 (6-15) Eiern, die meist während 23-24 Tagen bebrütet werden. Die Küken werden von der Ente allein im Schutz der Ufervegetation aufgezogen (KOLBE, 1972).

Blauflügelenten eignen sich ausgezeichnet für die Haltung in kleinen Gehegen und für die Gemeinschaftshaltung mit anderen kleinen Entenarten.

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD - 07.11.2008; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Südamerikanische Krickente

Anas flavirostris
Engl.: The Yellow-billed Teal
Franz.: La sarcelle tachetée

212 002 012 016 anas flavirostris oxyptera TPB KR
Südamerianische Krickente (Anas flavirostris oxyptera) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Die Südamerikanische Krickente hat eine sehr weite Verbreitung. Obwohl ihre Bestände anscheinend etwas abnehmen, wird sie nicht als gefährdet angesehen (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

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Approximative Verbreitung der Südamerikanischen Krickente (Anas flavirostris)
Verbreitung: Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Falkland-Inseln, Paraguay, Peru, Süd- Georgia und Süd-Sandwich-Inseln, Uruguay

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Bernburg, Cottbus, Dortmund, Duisburg, Halle, Hamm, Köln, Rheine, Rostock, Walsrode

Besonderes: Die Südamerikanische Krickente ist eine kleine, gedrungene Ente, nur wenig größer als die Europäische Krickente, mit hochgewölbter Stirn und dickem, rundlichem Kopf, von der vier Unterarten anerkannt werden. Zwei dieser Unterarten, die Chile-Krickente (A.f. flavirostris ) und die Spitzschwingenente (A.f. oxyptera ) werden in VdZ-Zoos gezeigt.

Die Südamerikanische Krickente besiedelt flache Lagunen und Weiher mit üppiger Sumpfvegetation, wo sie paarweise oder in kleinen Trupps anzutreffen ist. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Pflanzenmaterial.

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
KOLBE, H. (1972)

PD -23.06.2015

D LC 650

Spitzschwanzente

Anas georgica
Engl.: The Yellow-billed Pintail
Franz.: Le canard à queue pointue

212-002-012-018 anas georgica Bernbg PD2
Südgeorgien-Spitzschwanzenten-Erpel (Anas g. georgica) im Tiergarten Bernburg © Peter Dollinger, VdZ
Die Bestände der Spitzschwanzente scheinen zwar leicht abzunehmen, das Areal ist aber so riesig, dass die Art nicht als gefährdet eingestuft werden muss (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

212-002-012-018 anas georgica Bernbg PD1
Südgeorgien-Spitzschwanzenten-Paar (Anas g. georgica) im Tiergarten Bernburg © Peter Dollinger, VdZ
Verbreitung: Südamerika : Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ekuador, Falkland-Inseln, Kolumbien, Paraguay, Peru, Süd-Georgien und Süd-Sandwich-Inseln, Uruguay. Irrgäste bis in die Antarktis.

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Bernburg, Cottbus, Köln, Walsrode, Wuppertal

Besonderes: Im Gegensatz zu unserer Spießente sind bei der Spitzschwanzente beide Geschlechter gleich gefärbt, ähnlich wie weibliche Spießenten. Es gibt zwei Unterarten, die Festlandform spinicauda ist etwas größer als die Nominatform, die auf Inseln des Südatlantiks vorkommt.

Die Spitzschwanzente besiedelt Seen bis 4600 m über Seehöhe, Tieflandflüsse, Lagunen, überflutetes Grasland und Meeresufer. Manche Populationen ziehen im Herbst nach Norden, andere sind mehr oder weniger sesshaft (DEL HOYO et al., 1992).

Chile-Spitzschwanzenten wurden bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals nach Europa eingeführt. Die erste Zucht gelang 1872 (KOLBE, 1972).

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
KOLBE, H. (1972)

PD - 03.05.2014

D LC 650

Südamerikanische Löffelente

Anas (Spatula) platalea
Engl.: The Red Shoveler
Franz.: Le souchet roux

212-002-012-022 anas platalea karlsr PD1
Südamerikanische Löffelente (Anas platalea) im Zoo Karlsruhe © Peter Dollinger,
Die Südamerikanische Löffelente hat eine weite Verbreitung und ist relativ häufig. Sie gilt daher nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

Verbreitung: Südlich Hälfte Südamerikas  von Feuerland bis Nordargentinien und Peru212-002-012-022 anas platalea karlsr PD3
Südamerikanische Löffelente (Anas platalea) im Zoo Karlsruhe © Peter Dollinger,
: Argentinien, Brasilien, Chile, Falkland-Inseln, Paraguay, Peru, Uruguay

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Bernburg, Cottbus, Halle, Karlsruhe, Köln, Nürnberg, Stuttgart, Walsrode

Besonderes: Die auch Fuchslöffelente genannte Südamerikanische Löffelente wird als Bindeglied zwischen den Löffelenten und der Zimtente angesehen. Wie bei allen Löffelenten der Südhalbkugel legt der Erpel kein eigentliches Prachtkleid an. In Biologie und Verhalten ähnelt die Art der nördlichen Löffelente. Zur Brutzeit werden flache, 212 002 012 022 anas platalea TPB KR
Südamerikanische Löffelentenpaar (Anas platalea) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff
eutrophe Lagunen mit Süß- oder Brackwasser, Sumpfniederungen und andere vegetationsreiche Flachgewässer aufgesucht. Die Nester werden in niedriger Ufer- und Sumpfvegetation angelegt. Brutzeit ist im südlichen Frühling oder Sommer, in Patagonien ab November, es werden 6-8 Eier gelegt, die etwa 25 Tage bebrütet werden. Nach der Brutzeit finden sich die Enten zu Gruppen zusammen, die sich mit Chile-Krick- und Spitzschwanzenten vergesellschaften  die teilweise etwas nach Norden ziehen. (KOLBE, 1972)

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD -16.05.2009; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Chile-Pfeifente

Anas (Mareca) sibilatrix
Engl.: The Chiloë Wigeon
Franz.: Le siffleur du Chili

212-002-012-029 anas sibilatrix karlsruhe PD
Chilepfeifente (Anas sibilatrix) im Zoo Karlsruhe © Peter Dollinger, VdZ
Die Chilepfeifente hat eine weite Verbreitung. Die Bestandesangaben sind vage, aber die Art ist in vielen Teilen ihres Areals häufig und es wird davon ausgegangen, dass sie nicht gefährdet ist (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

Verbreitung: Südliches Südamerika : Argentinien, Chile, Uruguay und Falkland-Inseln

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Bernburg, Cottbus, Dortmund, Dresden, Halle, Hamm, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Leipzig,  212-002-012-029 anas sibilatrix karlsruhe PD (2)
Chilepfeifente (Anas sibilatrix) im Zoo Karlsruhe © Peter Dollinger, VdZ
Magdeburg, Münster, Rostock, Walsrode, Zürich

Besonderes: Die Chile-Pfeifente bewohnt überwiegend Flachseen, ruhige Flussläufe und Sumpfniederungen. Brutzeit ist im südlichen Frühling. Die Gelege bestehen aus 6-9 Eiern, die 24-25 Tage bebrütet werden. Die Küken werden vom Paar gemeinsam geführt. Nach der Brutzeit 212-002-012-029 anas sibilatrix karlsruhe PD (4)
Chilepfeifente (Anas sibilatrix) im Zoo Karlsruhe © Peter Dollinger, VdZ
vergesellschften sich die Chilepfeifenten auf großen, offenen Seen mit anderen Entenarten, wie Südamerikanischer Löffelente, Spitzschwanz-, Peposaka- und Ruderenten. (KOLBE, 1972).

Chilepfeifenten werden häufig von Privatpersonen gehalten und gelegentlich entfliegen einzelne Vögel oder werden ausgesetzt. Freibruten sind aber aus Deutschland nicht bekannt und in der Schweiz wurde nur einmal ein Paar mit Küken festgestellt. (BAUER et al., 2008, MAUMARY et al. 2007)

Literatur:
BAUER, H.-G. und WOOG, F. (2008)
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)

KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD - 16.05.2009; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Schopfente

Anas (= Lophonetta) specularioides
Engl.: The Crested Duck
Franz.: Le canard huppé
        
212-002-012-032 lophonetta bernburg PD2
Schopfente (Lophonetta specularioides) im Tiergarten Bernburg © Peter Dollinger, VdZ
Die Schopfente hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet und die Bestände scheinen stabil zu sein. Obwohl über die Gesamtpopulation wenig bekannt ist, nimmt man an, dass diese noch so groß ist, dass die Art nicht als gefährdet beurteilt werden müsste (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

Verbreitung: Südamerika: Argentinien, Bolivien, Chile, Falklandinseln, Peru

212-002-012-032 lophonetta bernburg PD1
Schopfente (Lophonetta specularioides) im Tiergarten Bernburg © Peter Dollinger, VdZ
Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Bernburg, Cottbus, Magdeburg, Rostock

Besonderes: Der Erpel unterscheidet sich durch stark verlängerte Schopffedern vom Weibchen. Bei diesem ist der Schopf nur kurz oder fehlt völlig. Farblich unterscheiden sich die Geschlechter wenig.

Im Freiland wird zu unterschiedlichen Jahreszeiten gebrütet. Die Paare beanspruchen sehr große Brutreviere in denen sie keine Artgenossen dulden und oft auch andere Enten vertreiben. Das Gelege besteht aus 5-8 Eiern, die Brutdauer beträgt 30 Tage. Die Familien halten sich bevorzugt in Süßwaeer auf, nutzen aber auch ruhige Meeresbuchten (KOLBE, 1972).

212-002-012-032 lophonetta dresden PD1
Schopfentenpaar (Lophonetta specularioides) im Zoo Dresden © Peter Dollinger, VdZ
Gelegentlich werden aus Privathaltungen entwichene Schopfenten beobachtet. Freibruten sind aber aus Deutschland keine bekannt (BAUER et al., 2008)

Die in VdZ-Zoos gezeigten Schopfenten gehören der Nominatform an, die aus Patagonien stammt. Sie werden bisweilen gemeinsam mit Humboldt- oder Magellanpinguinen gehalten.

Literatur:
BAUER, H.-G. und WOOG, F. (2008)
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)

KOLBE, H. (1972)

PD/SN - 05.10.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 2869 mal Letzte Änderung am Samstag, 16 April 2016 08:29
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