Tauchenten

Kolbenente

Kolbenentenpaar (Netta rufina) im Zoo Augsburg Kolbenentenpaar (Netta rufina) im Zoo Augsburg
P. Bretschneider, Zoo Augsburg

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Entenartige (Anatinae)
Tribus: Tauchenten (Aythyini)

Zur Gattung Netta gehören drei nicht-gefährdete Arten, die alle in VdZ-Zoos gehalten werden.

D LC 650

Kolbente

Netta rufina
Engl.: The Red-crested Pochard
Franz.: La nette rousse

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Kolbenenten-Erpel (Netta rufina), Erpel im Zoo Heidelberg © Susanne Fischer, Heidelberg
Mit einer weiten Verbreitung und einem geschätzten Bestand von 350'000 bis 440'000 Individuen ist die Kolbenente nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 3 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS) sowie Anhang 2 des African-European Waterbird Agreements (AEWA).

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Kolbenenten-Erpel (Netta rufina), Erpel im Natur- und Tierpark Goldau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Verbreitung: Europa: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Mazedonien ehem Jug. Rep., Moldawien, Montenegro; Niederlande, Österreich, Poland; Portugal; Rumänien; Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschech. Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Zypern
Asien: Afghanistan, Bangladesch, Irak, Iran, Jordanien, Kasachstan, Kirgistan; Mongolei, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan. Eingeführte Population in Großbritannien.

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Bochum, Chemnitz, Cottbus, Dortmund, Dresden, Duisburg, Frankfurt, Gelsenkirchen, Goldau, Görlitz, Halle, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Innsbruck, Karlsruhe, Köln, Krefeld, Kronberg, Leipzig, München, Nordhorn, Nürnberg, Rostock, Schmiding, Schwerin, Straubing, Walsrode, Wuppertal.

Besonderes: Die Kolbenente hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Asien, wobei Vögel dieser Population zum Teil im östlichen Mittelmeerraum, im Donausdelta und am Schwarzen Meer überwintern. In Europa kam die Kolbenente ursprünglich im Mittelmeerraum, mit Schwerpunkt in Spanien vor. Sie hat aber seit Beginn des 20. Jahrhunderts ihr Areal ständig ausgedehnt. 1910 erreichte sie das Teichgebiet Les Dombes nordöstlich von Lyon. In der Schweiz wurde sie erstmals 1919 am Bodensee als Brutvogel nachgewiesen, wo sie sich seither gut etabliert hat. In Deutschland brütet sie seit 1920, in Dänemark und den Niederlanden seit 1940. Italien wurde erst ab 1950 besiedelt. In Oberitalien führte der WWF Italien ein Ansiedlungsprojekt durch, für das der Zoo Zürich Vögel zur Verfügung stellte. Auch in Polen und Tschechien brüten Kolbenenten seit den 1950er Jahren. In jüngerer Zeit kommt es zu Bruten in der Slowakei, Ungarn und Slowenien. Der europäische Bestand bleibt dabei aber mehr oder weniger konstant, d.h. die Zahl der in Spanien und der Camargue überwinternden Enten hat abgenommen. Grund dafür dürfte die in den 1980er Jahren in Spanien herrschende Trockenheit gewesen sein, währenddem gleichzeitig in den mitteleuropäischen Seen Armleuchteralgen, die Hauptnahrung der Kolbenente, wegen des Rückgangs der Eutrophierung in großen Mengen verfügbar wurden (KELLER, 1999).

Der Brutbestand in Deutschland liegt bei 420-540 Brutpaaren, 80 % davon in Baden-Württemberg (HÖLZINGER et al., 2004), in der Schweiz sind es bis 110 Brutpaare.

Wie Kolbenenten (und andere Tauchenten) gehalten werden (Beispiel): KAUFFELS, T. (2010)

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
HAGEMEIJER, W. J. M. & BLAIR, M. J. (eds., 1997)
HÖLZINGER, J. et al. (2004) 
KELLER, V. (1999)   
KOLBE, H. (1972)
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD - 26.11.2008

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Gelesen 2418 mal Letzte Änderung am Freitag, 25 November 2016 12:22
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