Trugratten und Kammfinger/Gundis

Degu

Degu in der Wilhelma Stuttgart Degu in der Wilhelma Stuttgart
© PD, VDZ-Geschäftsstelle

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricomorpha)
Familie Trugratten (Octodontidae)

Zur Gattung Octodon gehören vier Arten, von denen je eine vom Aussterben bedroht, gefährdet bzw. potenziell gefährdet ist. In VdZ-Zoos wird nur eine Art gezeigt.

D LC 650

Degu

Octodon degus
Engl.: The Degu
Franz.: Le dègue du Chili

Degus in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, VdZ
Degus in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, VdZ
Es gibt keine Informationen über Bestandesgrösse und –entwicklung. Das Verbreitungsgebiet ist aber relativ groß und die Art wird daher nicht als gefährdet angesehen (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

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Verbreitung desd Degus (Octodon degu)
Verbreitung: Nordhälfte von Chile, an den Westhängen der Anden bis ca. 1200 m Höhe.

PM 2014-02-20 S degu wilhelma
Degus (Octodon degus) in der Wilhelma Stuttgart. Pressefoto Wilhelma
Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Berlin-Tierpark, Chemnitz, Görlitz, Halle, Hamm, Hannover, Heidelberg, Karlsruhe, Krefeld, Münster, Neumünster, Neuwied, Nürnberg, Stuttgart, Tallinn, Wingst
        
Besonderes: Der Degu hat relativ große Augen, die seitlich am Kopf sitzen und einen Blickwinkel von beinahe 360º ermöglich, was für die Feindvermeidung ein Vorteil ist. Andererseits ist durch diese Anordnung der Augen das räumliche Sehvermögen stark eingeschränkt. Gehör-, Geschmacks- und Gleichgewichtssinn sind gut ausgebildet. Besonders wichtig für das Erkennen von Artgenossen und die räumliche Orientierung ist bei dieser sozialen Art mit Gruppenterritorien der Geruchssinn zu dem auch das Jacobsonsche Organ beiträgt. Nebst den Tasthaaren (Vibrissen) an der Schnauze haben Degus verteilt über die ganze Körperoberseite weitere Tasthaare, die bei der Bewegung in engen Gängen hilfreich sind. Dieser endet in einer dunklen Quaste und weist eine weitere Besonderheit auf: Seine Haut reißt leicht ein und löst sich vom Knochen, wenn beispielsweise ein Raubtier den Degu am Schwanz packt. Der gehäutete Teil fällt später ab oder wird abgenagt, jedenfalls wächst er  – anders als bei Eidechsen - nicht mehr nach.

In Chile bewohnen die Degus die niederschlagsarmen Andenregionen bis in Höhen von 1200 Metern und leben als soziale Tiere meist in kleinen Gruppen und Familienverbänden zusammen. Bei Gefahr warnen sie die anderen durch Pfiffe; wollen sie ihre Ruhe, quieken sie; nähert sich ein aufdringlicher Artgenosse und will das Futter streitig machen, wird er mit den krallenbewehrten Vorderpfoten abgewehrt. Die Paarungszeit der Degus fällt auf den chilenischen Frühling, also auf September und Oktober, die vier bis sechs Jungtiere werden 90 Tage nach der Zeugung geboren. Als Nestflüchter sind die Kleinen voll behaart und laufen von Anfang an mit offenen Augen durch die Welt. Mitunter werden sie nicht nur von ihrer leiblichen Mutter, sondern auch von anderen Weibchen im Verband gesäugt. Doch schon nach vier bis sechs Wochen ist Schluss mit der Milchversorgung, die Jungen werden entwöhnt.

Degus sind tagaktiv, lebhaft und umgänglich und sind daher seit Ende der 80er des letzten Jahrhunderts bei uns als Heimtiere beliebt. In ihrer Heimat Chile gelten sie dagegen als Schädlinge und Landplage, weil sie in den Feldern der Bauern tiefe und weit verzweigte Erdbauten anlegen und sich an Saatgut und Nutzpflanzen bedienen. Wie alt Degus in der Natur werden, ist unklar. In Menschenobhut sind acht Jahre aber keine Seltenheit. (PM Wilhelma Stuttgart, 20.02.2014).

Literatur:
GUMNIOR, S. (2005)

PD - 03.11.2009

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Gelesen 4609 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 05 August 2015 14:57
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