Katzen

Fischkatze

Fischkatze (Prionailurus viverrinus) im Zoo Duisburg Fischkatze (Prionailurus viverrinus) im Zoo Duisburg
Claudia Kuster, Duisburg

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)

Zur Gattung Prionailurus werden vier Arten gezählt, darunter je eine potenziell gefährdete, gefährdete und stark gefährdete. In VdZ-Zoos werden drei Arten gehalten.

D VU 650

Fischkatze

Prionailurus viverrinus
Engl.: The Fishing Cat
Franz.: Le chat viverrin

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Fischkatze (Prionailurus viverrinus) im Zoo Duisburg © Claudia Kuster
Die Fischkatze hält sich bevorzugt in Feuchtgebieten auf. Diese werden in Süd- und Südostasien immer häufiger durch Siedlungen, Trockenlegung und Überfischung zerstört. Dies hat dazu geführt, dass die Bestände der Fischkatze in den letzten drei Generationen (ca. 18 Jahre) um mindestens 30% zurückgegangen sind. Wenn Lebensraum-Schutzmassnahmen nicht bald verstärkt werden, könnte es zu einer weiteren Abnahme des Bestands in den nächsten 18 Jahren kommen. Die Fischkatze wird deshalb als gefährdet eingestuft (Rote Liste: VULNERABLE).

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Fischkatze (Prionailurus viverrinus) im Zoo Duisburg © Claudia Kuster
Der internationale Handel ist durch CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Weite, aber zersplitterte Verbreitung in Süd- und Südostasien: Bangladesch; Bhutan; Kambodscha; Indien; Indonesien (Jawa); Laos; Myanmar; Nepal; Sri Lanka; Thailand; Viet Nam.

Die Zersplitterung der Bestände hängt einerseits damit zusammen, dass sie bevorzugt in Feuchtgebieten anzutreffen ist, andererseits wurden auch mehrere Bestände ausgerottet, oder es fehlen 112 007 001 030 felis viverrina Nuernbg
Fischkatze (Prionailurus viverrinus) im Tiergarten Nürnberg © Tiergarten Nürnberg
Nachweise.

Haltung in VdZ-Zoos: Duisburg, Leipzig, München, Nürnberg

Besonderes: Fischkatzen erreichen ein Gewicht von 5-16 kg, wobei Kater etwas größer werden als Kätzinnen. Über das Leben im Freiland ist wenig bekannt. Offenbar halten sich Fischkatzen nicht stets in Wassernähe auf, sondern sind auch in Grasland anzutreffen. Sie sind äußerst geschickte Schwimmer und tauchen, um zu fischen, können Fische aber auch mit ihren Pfoten fangen. Allerdings ist ihr Gebiss  nicht speziell an den Fang von Fischen angepasst und das Nahrungsspektrum ist offenbar sehr weit. Fischkatzen wurden dabei beobachtet, wie sie Frösche, Schlangen, Nager, Kleine Zibtkatzen, Hirschkälber, Ziegen, Wildvögel, Hausgeflügel und sogar Kälber und Hunde töteten. Paarungszeit ist vermutlich im Januar/Februar. Nach einer Tragzeit von 63-70 Tagen kommen 1-4 Junge zur Welt, die ine Geburtsgewicht von etwa 170 g haben.

Bei den im Säugetiergutachten 2014 des BMEL vorgegebenen Gehegegrößen für Mittelkatzen liegt ein redaktionelles Versehen vor. Der Text, auf den sich die Arbeitsgruppe geeinigt hatte, lautet für die Fischkatze und die anderen Mittelkatzen wie folgt: „Außengehege 50 m² pro Paar, unterteilt in verbindbare Einzelgehege (Verhältnis 1:1 oder 1:2), für kletternde Arten 2.50 m hoch. Falls für nicht winterharte Arten Außengehege vorgesehen sind, ist zusätzlich ein heizbarer, unterteilbarer Innenraum von 20 m² / 50 m³ pro Paar, erforderlich.“

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten: 
ETMAYR, L. (2014)
NIEMANN, N. (2008)

Literatur:
WEIGEL, I. (1970)

WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD/SN - 30.06.2013; mehrfach aktualisiert

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