Laufvögel und Steißhühner

Nandu

Nandu (Rhea americana), Zoo Augsburg Nandu (Rhea americana), Zoo Augsburg
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Laufvögel (Struthioniformes)
Familie: Nandus (Rheidae)
Die Familie der Nandus besteht aus zwei potenziell gefährdeten Arten, die beide in VdZ-Zoos vertreten sind, darunter:

D NT 650

Nandu

Rhea americana
Engl.: The Greater Rhea
Franz.: Le nandou américain

202-001-002-001 rhea americana augsb PD(1)
Nandu (Rhea americana), Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Nandu hat ein grosses Verbreitungsgebiet, aber die Bestände haben deutlich abgenommen und die Art gilt deshalb als potenziell gefährdet (Rote Liste: NEAR THREATENED).

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

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Approximarive Verbreitung des Nandus (Rhea americana)
Verbreitung: Zentrales und Südliches Südamerika : Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Uruguay

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Berlin-Zoo, Chemnitz, Cottbus, Darmstadt, Dortmund, Duisburg, Eberswalde, Erfurt, Gossau, Hamburg, Hamm, Hannover, Herberstein, Hoyerswerda, Krefeld, Kronberg, Linz, Marlow, Neunkirchen, Nordhorn, Osnabrück, Rostock, 202-001-002-001 rhea americana augsb PD(2)
Nandu-Gelege (Rhea americana), Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Saarbrücken, Salzburg, Stralsund, Stuttgart, Tallinn, Ueckermünde, Wien-Schönbrunn

Besonderes: Der Nandu besiedelt Pampa, Cerrado und offene Chaco-Savanne bis auf eine Höhe von 1'200 m. Die Art leidet einerseits unter der Umwandlung von Pampa und Cerrado in landwirtschaftliches Land. Andererseits wurde sie in den 80er-Jahren in nicht nachhaltiger Weise zur Fleisch- und Ledergewinnung gejagt. So wurden im Jahr 1980 über 50'000 Häute allein aus Paraguay ausgeführt. Nach Aufnahme in CITES-Anhang II im Jahr 1992 kam der Häutehandel in geordnetere Bahnen: von 1995-99 wurden im Jahresmittel noch 6611 Häute aus den Ursprungsländern ausgeführt. Dabei dürfte es sich zum Teil um Häute von gefarmten Nandus gehandelt haben. In Uruguay setzte die Nanduzucht um 1991 ein. 1999-2001 gab es 167 Brütereien, wegen Rückgangs der Nachfrage nahm jedoch in den folgenden Jahren die Zahl der Brütereien wieder ab.

Im Herbst 2000 entwichen 3 Nanduhähne und vier Hennen aus einer Privathaltung in Groß Grönau bei Lübeck. Die Vögel setzten zum Teil über die Wakenitz und bildeten im Grenzgebiet von Schleswig-Holstein und Mecklenburg einen stabilen Bestand, der  2010 auf 140 bis 300 Individuen geschätzt wurde (Die Welt vom 02.01.2010). Die Nandus wurde vom Bundesamt für Naturschutz als potenziell invasive Neozoen eingestuft und die Bestandesentwicklung wird seit 2008 überwacht. Ökologische Auswirkungen und relevante wirtschaftliche Schäden konnten bislang durch die Forschungen und das Monitoring nicht festgestellt werden. Daher werden Eingriffe in die Population als rechtlich nicht sicher begründbar angesehen.

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
REINOLD, C. (2011)

Literatur und Internetquellen:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)

NANDUMONITORING

PD - 22.06.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 3841 mal Letzte Änderung am Dienstag, 15 November 2016 08:47
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