Pinguine

Brillenpinguin

Brillenpinguin (Spheniscus demersus) im Zoo Basel Brillenpinguin (Spheniscus demersus) im Zoo Basel
Peter Dollinger, VDZ

Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
Familie: Pinguine (Spheniscidae)

Zur Gattung Spheniscus zählen vier Arten. Davon ist eine potenziell gefährdet, eine gefährdet und sind zwei stark gefährdet. In VDZ-Zoos werden drei Arten gezeigt, darunter:

D EN 650

Brillenpinguin

Spheniscus demersus
Engl.: The African, or Black-footed, Penguin
Franz.: Le manchot du Cap

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Brillenpinguin (Spheniscus demersus) im Zoo Basel © Peter Dollinger,
Die Bestände nehmen rasch ab und die Art gilt deshalb seit 2012 als stark gefährdet (Rote Liste: ENDANGERED).

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Die Art fällt unter Anhang 2 des African-European Waterbird Agreements (AEWA).

Verbreitung: Südliches Afrika : Küste Namibias, West- und Südküste Südafrikas, gelegentlich bis Angola bzw. Mosambik und 206-001-006-002 spheniscus demersus map
Brutgebiete des Brillenpinguins (violett)
Irrgäste auch weiter nördlich.

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Basel, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Duisburg, Hannover, Leipzig, Magdeburg, Münster, Straubing, Stuttgart, Wuppertal.

Alle diese Zoos beteiligen sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP, seit 1994).

Besonderes: Früher wurden in großem Stil 206-001-006-002 spheniscus demersus juv bsl zoobasel
Junger Brillenpinguin (Spheniscus demersus) im Zoo Basel © Zoo Basel
Brillenpinguin-Eier, gesammelt, um die Wende von 19. zum 20. Jahrhundert allein auf Dassen Island jährlich etwa 300'000 Stück, was die Kolonie aber offenbar ohne größeren Schaden überlebte (SIMPSON, 1976). Ursächlich für den Bestandesrückgang dürfte Folgendes sein: Hauptbeute des Brillenpinguins sind in Schulen schwimmende, meist 5-12 cm lange Fische wie z.B. Sardinen (Sardinops ocellata) und Sardellen (Engraulis capensis) die er bis in eine Tiefe von 130 m verfolgen kann (DEL HOYO et al., 1992). Die Spezialisierung auf diese Fischarten wurde der Art zum Verhängnis, denn auf diese Fische haben es auch die im Benguelastrom tätigen kommerziellen Fischereiflotten und die zunehmenden Bestände der Kapseebären abgesehen. Dadurch werden die Fischbestände  namentlich in Küstennähe immer knapper, was ein Problem für die Nahrungsversorgung der noch nicht flüggen Jungvögel darstellt.

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Brillenpinguine (Spheniscus demersus), überwiegend Jungvögel, im Zoo Mageburg. Pressefoto Zoo Magdeburg
2005 schenkte der Zoo-Verein Wuppertal dem Zoo eine neue Anlage für Brillenpinguine im Wert von 825.000 EURO. Diese ist einem Strandabschnitt der südafrikanischen Kaphalbinsel, dem natürlichen Lebensraum der Brillenpinguine, nachempfunden. Zoobesucher können die Brillenpinguine über und unter Wasser beobachten. Drei große Unterwasser-Beobachtungsscheiben erlauben den Blick in den Lebensraum Meer, in dem die Pinguine den größten Teil ihres Lebens verbringen. Auch der Bereich der Bruthöhlen ist gut einsehbar. Eine Zuchtgruppe von etwa 20 Paaren kann hier gepflegt werden. (PM Zoo Wuppertal)

Artenschutzprojekte:
Burghers Walk in Südafrika

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
CEREGHETTI, N. (2012)
HELLER, S. (2011)  
OPITZ, K.S. (2014)

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)

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Brillenpinguine (Spheniscus demersus) am Strand von Boulders, Südafrika © Peter Dollinger, VdZ

PD - 21.05.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 2122 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 Januar 2016 15:31
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