Schildkröten

Alligatorschildkröten - Chelydra

Südamerikanische Alligatorschildkröte (Chelydra acutirostris) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn Südamerikanische Alligatorschildkröte (Chelydra acutirostris) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn

Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsbergerschildkröten (Cryptodira)
Familie: Alligatorschildkröten (Chelydridae)

Die Gattung Chelydra umfasst drei neuweltliche, aquatische  Schildkrötenarten. Davon ist eine gefährdet. Die erst kürzlich zu einer eigenen Art beförderte Südamerikanische Schnappschildkröte ist in der Roten Liste noch nicht berücksichtigt. In VdZ-Zoos werden zwei Arten gehalten.

D VU 650

Südamerikanische Alligatorschildkröte

Chelydra acutirostris
Engl.: The South American snapping turtle
Franz.: La tortue serpentine de l'Amérique du Sud

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Südamerikanische Alligatorschildkröte (Chelydra acutirostris) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel zupanc, TG Schönbrunn
Die Art wird noch nicht in der Roten Liste der IUCN geführt, die nördlich anschließende Chelydra rossignonii gilt als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE).

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Approximative Verbreitung der Südamerikanischen Alligatorschildkröte (Chelydra acutirostris)
Der internationaler Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Mittel- und Tropisches Südamerika : N Honduras, Nikaragua, Costa Rica, Panama, West-Kolumbien,  Ekuador

Haltung in VdZ-Zoos: Wien-Schönbrunn

Besonderes: Südamerikanische Alligatorschildkröten können eine Carapaxlänge von 45 cm erreichen, wobei die meisten Individuen deutlich kleiner bleiben. Die Art besiedelt vorzugsweise langsam fließende Gewässer mit weichem Boden, Sümpfe und Seen mit wenig Unterwasservegetation, aber vielen am Boden liegenden Baustämmen oder Ästen als Versteckmöglichkeiten. Die Tiere ernähren sich zu einem guten Teil von Pflanzenmaterial, nehmen aber auch tierische Nahrung, wie Frösche, Fische, Krebse und Schnecken zu sich. Im Februar oder März legen die Weibchen rund 35 runde, hartschalige Eier (TURTLES OF THE WORLD).

Dem Tiergarten Schönbrunn gelang 2012 die Welterstnachzucht und auch 2013 schlüpften wiederum 17 Jungtiere. Es gab davor keine Daten über die Fortpflanzung der Südamerikanischen Schnappschildkröte oder die Entwicklung ihrer Eier. Erst durch den Wiener Zuchterfolgt konnten diese Daten erhoben werden (PM Tiergarten Schönbrunn vom 20.02.2014).

Taxonomie und Nomenklatur: Die Südamerikanische Schnappschildkröte wurde von Wilhelm PETERS (1815 - 1883) beschrieben, der ab 1857 Direktor des Zoologischen Museums Berlin und ab demselben Jahr bis 1869 Direktor des Zoologischen Garten Berlin war. Als Fundort des Typusexemplars gabe er “in der Nähe von Guayaquil” (Ekuador) an.

Literatur und internetquellen
REPTILE DATA BASE  
TURTLES OF THE WORLD

PD - 04.03.2014; aktualisiert

D LC 650

Nordamerikanische Schnappschildkröte

Chelydra serpentina
Engl.: The North American Snapping Turtle
Franz.: La tortue serpentine

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Nordamerikanische Schnappschildkröte (Chelydra serpentina) im Naturschutz-Tierpark Görlitz © C. Hammer, Görlitz
Die Nordamerikanische Schnappschildkröte hat eine weite Verbreitung und der Bestand ist stabil. Sie ist daher nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung der Nordamerikanischen Schnappschildkröte (Chelydra serpentina)
Mit Wirkung auf den 21. November 2016 wurde die Art in Anhang III-USA aufgenommen.

Vebreitung: Kanada, Vereinigte Staaten. Eingeführt in China, Japan und Taiwan

Haltung in VdZ-Zoos: Frankfurt, Halle, Hamm, Landau, Neuwied, Osnabrück, Straubing

Besonderes: Schnappschildkröten erreichen eine Panzerlänge von 45 cm und werden bis zu 16 kg schwer. Sie bewohnen stehende oder langsam fließende Gewässer mit schlammigem Boden und reichlichem Pflanzenwuchs. Sie kommen auch im Brackwasser vor. Sie sind auf tierische Nahrung spezialisierte Lauerjäger, die alles fressen, was sie überwältigen können (ROGNER, 2008).

Zur Zeit des „Hero Turtles Booms" wurden viele dieser Schildkröten als Schlüpflinge im Handel angeboten und fanden reißenden Absatz. Vielen Besitzern sind die Reptilien mit der Zeit buchstäblich über den Kopf gewachsen und endeten oft ausgesetzt in heimischen Gewässern, wo sie als Neozoen die heimische Fauna beeinträchtigen. Aus diesem Grund gibt es seit 1999 in Deutschland ein allgemeines Handels- und Neubesitz- und, seit 2005, ein Nachzuchtverbot (Bundesartenschutzverordnung). Zoos kommen immer wieder in die Lage, aus Tierschutzgründen Schnappschildkröten aus Privathand übernehmen zu müssen (nach PM Naturschutz-Tierpark Görlitz vom 20.06.2014)

Literatur:
ROGNER, M. (2008)

 PD - 05.08.2014; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 2623 mal Letzte Änderung am Freitag, 26 August 2016 15:38
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