Krokodilschwanzechsen

Krokodilschwanzechse

Krokodilschwanzechse (Shinisaurus crocodilurus) im Tiergarten Nürnberg Krokodilschwanzechse (Shinisaurus crocodilurus) im Tiergarten Nürnberg
Helmut Mägdefrau, TG Nürnberg

 Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Sauria)
Zwischenordnung: Schleichenartige (Anguimorpha)
Familie: Krokodilschwanzechsen (Shinisauridae)

Die Krokodilschwanzechsen wurde bis vor Kurzem zu den Höckerechsen (Xenosauridae) gestellt. Heute werden sie als eigene, monotypische Familie angesehen.

D EN 650

 Chinesische Krokodilschwanzechse

Shinisaurus crocodilurus
Engl.: The Chinese Crocodile Lizard
        
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Chinesische Krokodilschwanzechse (Shinisaurus crocodilurus) im Zoo Leipzig © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Seit 2014 ist die Art aufgrund von Forschungsarbeiten, an denen der Kölner Zoo wesentlich beteiligt ist, als stark gefährdet eingestuft (Rote Liste: ENDANGERED), weil ihre Verbreitung stark fragmentiert ist und mit aller Wahrscheinlichkeit eine Fläche von weniger als 5'000 km² einnimmt.

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Approximative Verbreitung der Chinesischen Krokodilschwanzechse (Shinisaurus crocodilurus)
Der internationale Handel war nach CITES Anhang II geregelt und ist ab 3. Januar 2017 nach Anhang I eingeschränkt..

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Chinesische Krokodilschwanzechse (Shinisaurus crocodilurus) im Zoo Basel © Zoo Basel
Verbreitung: Südostasien : China (Provinzen Guanxi und Guandong), Vietnam. In China sind 19 überlebende Subpopulationen bekannt. Das Vorkommen in Vietnam wurde erst 2003 beschrieben (LE & ZIEGLER, 2003).

Haltung in VdZ-Zoos: Basel, Darmstadt, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Gossau, Köln, Kronberg, Leipzig, Neunkirchen, Stuttgart, Wien-Haus-des-Meeres, Wien-Schönbrunn, Wuppertal

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Chinesische Krokodilschwanzechse (Shinisaurus crocodilurus) im Zoo Basel © Zoo Basel
Besonderes: Die Chinesische Krokodilschwanzechse wurde erst 1928 entdeckt und 1930 wissenschaftlich beschrieben. Heute wird  als einzige Art einer eigenen Familie (Shinisauridae) betrachtet.

Die Krokodilschwanzechse ist ein vorzüglicher Schwimmer und eng an den Lebensraum Wasser gebunden. Sie bevorzugt natürliche Staubereiche langsam fließender Gewässer mit dichter Ufervegtation, wo sie sich von Wasserinsekten, Würmern und kleinen Fischen ernährt. Sie ist lebendgebärend. Nach einer bis zu neun Monate dauernden Tragzeit bringt das Weibchen bis zu 15 Junge zur Welt, die gleich nach der Geburt selbständig sind. (ZOLLWEG, 2009)

Die bekannten Populationen haben eine begrenzte Verbreitung und die Bestände sind klein. Sie sind durch Zerstörung der Lebensräume und illegalen Fang für die Zwecke des Tierhandels, als Nahrungsmittel oder für die Traditionelle Orientalische Medizin gefährdet. Ein erstes Erhaltungszuchtprogramm ist vor Ort angelaufen und die ersten Nachzuchten wurden efolgreich wiede im natürlichen Lebensraum angesiedelt (Literatur bei ZOLLWEG, 2009).

Dem Zoo-Vivarium Darmstadt gelang im Jahr 1985 die Welterstzucht in Menschenobhut (SCHÜRER, 2012).

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
TCHOBANOV, R. (2015)

Literatur und Internetquellen:
LE, Q. K. & ZIEGLER, T (2003)
Nguyen, T.Q., Hamilton, P. & Ziegler, T. 2014. Shinisaurus crocodilurus. In: IUCN 2014.
IUCN Red List of Threatened Species. Version 2014.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded
on 17 June 2014.
SCHÜRER, U. (2012)
VAN SCHINGEN, M., IHLOW, F., NGUYEN, T. Q., ZIEGLER, T., BONKOWSKI, M., WU, Z. & RÖDDER, D. (2014)
ZIEGLER, T., LE, Q. K., VU, T. N., HENDRIX, R. & BÖHME, W.(2008)
ZOLLWEG, M. (2009)

PROPOSAL FOR AMENDMENT OF CITES APPENDICES

PD/SN - 07.12.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 2199 mal Letzte Änderung am Montag, 10 Oktober 2016 12:00
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