Schlank- und Stummelaffen

Nilgiri-Langur

Nilgirilangur (Presbytis johnii) im ZooPark Erfurt Nilgirilangur (Presbytis johnii) im ZooPark Erfurt
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Affen und Halbaffen (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorrhini)
Teilordnung: Eigentliche Affen (Simiiformes)
Überfamilie: Altwelt- oder  Schmalnasenaffen  (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Schlank- und Stummelaffen (Colobinae)
Tribus Schlankaffen (Presbytini)

Die 16 oder 17 Arten der Gattung Trachypithecus sind fast alle gefährdet oder stark gefährdet, zwei gelten als von der Ausrottung bedroht. In VdZ-Zoos werden drei Arten gehalten.

D VU 650

Nilgiri-Langur

Trachypithecus johnii
Engl.: The Nilgiri Black Langur, Indian Hooded Leaf Monkey, or  John's Langur
Franz.: Le semnopithèque des Nilgiris

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Verbreitung des Nilgiri-Languren (Trachypithecus johnii)
Der geschätzte Bestand von 20'000 Tieren (< 10'000 Adukte) verteilt sich auf mehrere fragmentierte Subpopulationen, von denen keine mehr als 1'000 erwachsene Individuen umfasst. Die Affen werden illegal bejagt, um Fleisch, traditionelle medikamente sowie Häute zu gewinnen, die zur Herstellung von Trommeln verwendet werden. Die Tiere kommen in mehreren Schutzgebieten vor, aber generell nehmen Lebensraumqualität und Bestände ab. Aus diesen Gründen gilt die Art als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Indien (Bundesstaaten Karnataka, Kerala, Tamil Nadu)

Haltung in VdZ-Zoos: keine mehr, zuletzt (bis 2016) Erfurt

Besonderes: Der Nilgiri-Langur lebt, wie z.B. der Wanderu, in den Westghats, wo er verschiedene Waldtypen in Hlöhenlagen von 300 bis 2000 m bewohnt. Er frisst vornehmlich Laub, nimmt aber auch Blüten und Knospen und sucht Gärten auf, um sich an Gemüse gütlich zu tun. Typischerweise leben die tagaktiven Nilgiri-Languren in Haremsgruppen, die 9-10 Tiere umfassen (SINGH et al. 2014).

Um die 1960er Jahren hielten mehrere VdZ-Zoos Nilgiri-Languren, die über den Tierhandel (George MUNRO) nach Europa gelangt waren.  Die Haltungsdauer und noch mehr die Zuchterfolge waren aber meist bescheiden. 1969 trafen 2.1 Nilgiri-Languren im ZooPark Erfurt ein. Die beiden Männchen lebten nur 4 bzw. 5 Jahre in Erfurt, das Weibchen dagegen 31 Jahre. 1972 gebar sie einen Sohn, mit dem sie später vier Nachkommen hatte. Von diesen lebte das erste nur zwei Tage, ein Sohn 24 Jahre und 1.1 waren 2014 noch im Bestand. Es waren dies die einzigen Nilgiri-Languren außerhalb Indiens (BLASZKIEWITZ, 2012). Sie starben 2016 im Alter von 27 und 29 Jahren (ELIOMYS 2016 (2): 25-27).

Literatur und Internetquellen:
BLASZKIEWITZ, B. (2012) 
SINGH, M., KUMAR, A. & MOLUR, S. 2008. Trachypithecus johnii. The IUCN Red List of Threatened Species. Version 2014.2. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 04 August 2014.

PD - 04.08.2014; aktualisiert

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Gelesen 1112 mal Letzte Änderung am Montag, 17 Oktober 2016 08:07
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