Turakos und Kuckucke

Helmturakos - Tauraco

Seidenturako (Tauraco hartlaubi), Wilhelma Stuttgart Seidenturako (Tauraco hartlaubi), Wilhelma Stuttgart
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes / Musophagiformes)
Unterordnung: Turakoartige (Musophagae)
Familie: Turakos (Musophagidae)
Unterfamilie: Helmturakos (Musophaginae)

Zur Gattung Tauraco gehören 15 Arten, davon ist je eine gefährdet bzw. stark gefährdet. In VdZ-Zoos werden etwa neun Arten gezeigt, darunter

D LC 650

Schwarzschnabelturako

Tauraco schuetti
Engl.: The Black-billed Turaco
Franz.: Le touraco à bec noir

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Schwarzschnabelturako (Tauraco schuetti) im Zoo Heidelberg © Thomas Bersch, Heidelberg
Der Schwarzschnabelturako hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet und ist meist recht häufig. Er wird deshalb nicht als gefährdet angesehen (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung des Schwarzschnabelturakos (Tauraco schuetti)
Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Zentralafrika : Angola, Burundi, Kenia, Kongo, DR Kongo, Ruanda, Sudan, Tansania, Uganda, Zentralafrikanische Republik

Haltung in VdZ-Zoos: Gegenwärtig keine, früher Heidelberg

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Schwarzschnabelturako (Tauraco schuetti) im Zoo Heidelberg © Thomas Bersch, Heidelberg
Besonderes: Der etwa 40 cm lange und 200-270 g schwere Schwarzschnabelturako bewohnt immergüne Wälder in 500-2'800 m Höhe. Er frisst ausschließlich Früchte . Er hat keine feste Brutzeit, das Nest wird in dichtbelaubtem Geäst errichtet, das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern (DEL HOYO et al., 1994).

Wie bei allen Helmturakos ist die grüne Gefiederfärbung durch die Einlagerung von Turacoverdin, einem kupferhaltingen Porphyrin-Pigment bedingt, ferner gibt es in Teilen des Gefieders das rote Turacin. Die beiden Pigmente kommen ausschließlich bei Turakos und sonst bei keiner anderen Tierart vor (GRUMMT & STREHLOW, 2009).
 
Helmturakos aller Arten verhalten sich sehr territorial. Die Vergesellschaftung eines Turako-Paars mit Artgenossen oder Turakos anderer Arten ist so gut wie ausgeschlossen, sogar Turakos in benachbarten Volieren stören. Möglich sind Vergesellschaftungen mit kleineren oder mit bodenlebenden Vögeln (GRUMMT & STREHLOW, 2009). Größere Vögel werdeen auch attackiert und oft kommt es zu Aggressionen zwischen den Partnern eines Paars, die mit dem tod des einen Vpogels, meist des Weibchens, enden können (HOLLAND, 2008)

Literatur: 
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1994)
GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)   
HOLLAND, G. (2008)

PD/SN - 26.08.2011; mehrfach aktualisiert

D NT 650

Fischerturako

Tauraco fischeri
Engl.: The Fischer's Turaco
Franz.: Le touraco de Fischer

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Fischerturako (Tauraco fischeri), Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Fischerturako hat einen relativ kleinen Bestand, der unter Lebensraumzerstörung leidet. Er wird deshalb als potenziell gefährdet eingestuft (Rote Liste: NEAR THREATENED).

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Approximative Verbreitung des Fischerturakos (Tauraco fischeri)
Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Ostafrika : Kenia, Somalia, Tansania einschliesslich Sansibar (dort Unterart T. f. zanzibaricus)

Haltung in VdZ-Zoos: Basel,  Frankfurt, Landau, Walsrode

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Fischerturako (Tauraco fischeri), Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Besonderes: Der etwa 40 cm lange und 230-280 g schwere Fischerturako besiedelt tiefere Lagen bis etwa 1'250 m.ü.M., insbesondere Wälder und dichten Busch. Gefressen werden vorab Früchte, daneben auch Knospen, Sprossen und etwas Insekten. Genistet wird 3-10 m über dem Boden. Die beiden rundlichen, rahmweißen Eier werden 22-23 Tage bebrütet. Die Jungen verlassen das Nest bereits nach 10 Tagen.

Da der Wildbestand recht klein ist, wurde für die Art ein Europäisches Zuchtbuch eingerichtet  (DEL HOYO et al. 1994, GRUMMT & STREHLOW, 2009).

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1994)
GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

PD -  26.12.2013; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Weißhaubenturako

Tauraco leucolophus
Engl.: The White-crested Turaco
Franz.: Le touraco à huppe blanche

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Weißhaubenturako (Tauraco leucolophus) im Zoo Heidelberg © Thomas Bersch, Heidelberg
Globale Bestandeszahlen sind zwar nicht vorhanden, der Weißhaubenturako wird aber nicht als gefährdet angesehen, da er in großen Teilen seines Verbreitungsgebiet recht häufig ist Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung des Weißhaubenturakos (Tauraco leucolophus)
Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Zentral-/Ostafrika : DR Kongo, Kamerun, Kenia, Nigeria, Sudan, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik

Haltung in VdZ-Zoos: Heidelberg, Köln, Walsrode, Wien-Haus-des-Meeres

Besonderes: Der etwa 40 cm lange und 200-225 g schwere Weißhaubenturako bewohnt Galeriewälder und Baumsavannen mit Kletter- und Schlingpflanzen. Er ernährt sich vor allem von Früchten und Beeren, nimmt aber auch Blüten und gelegentlich Schnecken. Gebrütet wird von April bis August, oft in akazienartigen Bäumen. Die beiden mattweißen Eier werden 22-23 Tage bebrütet (DEL HOYO et al. 1994, GRUMMT & STREHLOW, 2009).

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1994)
GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

PD/SN - 24.08.2011; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Rothaubenturako

Tauraco erythrolophus
Engl.: The Red-crested Turaco
Franz.: Le touraco pauline

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Rothaubenturako (Tauraco erythrolophus) im Weltvogelpark Walsrode © WVP Walsrode
Die Bestandesgröße ist zwar nicht bekannt, aber da der Rothaubenturako eine weite Verbreitungsg und lokal recht häufig werden kann, gilt die Art nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung des Rothaubenturakos (Tauraco erythrolophus)
Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Südwestafrika : westliches Angola

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Bern, Dortmund, Hamburg, Karlsruhe, Kerzers, Leipzig, Münster, Osnabrück, Walsrode, Wien-Haus-des-Meeres

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Badender Rothaubenturako (Tauraco erythrolophus) im Zoo Leipzig © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Besonderes: Der 40-43 cm lange und 210-325 g schwere Rothaubenturako besiedelt immer grüne und Galeriewälder sowie Miombo-Trockenwald. Über seine Lebensweise in der Wildbahn ist kaum etwas bekannt (DEL HOYO et al. 1994).

Die Brutdauer beträgt 22-24, meist 23 Tage. Das Erwachsenen-Gewicht wird mit etwa 80 Tagen erreicht (HOLLAND, 2008).

Im Zoo erweisen sich Turakos als recht wetterhart. Sie können bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch in die Außenvoliere gelassen werden. In der Innenvoliere oder im Schutzraum sollte dagegen die Temperatur nicht unter 5°C fallen. Da sich die Vögel kaum am Boden aufhalten, sollten Volieren reichlich mit Ästen ausgestattet und mit Sträuchern bepflanzt sein. Die Turakos baden gerne, vorzugsweise im Regen aus Wasserdüsen oder Schlauch.

Rothaubenturakos können in Menschenobhut mehr als 30 Jahre alt werden.  Für die Art wurde ein Europäisches Zuchtbuch eingerichtet. Todesfälle und Aufzuchren halten sich in etwa die Waage (GRUMMT & STREHLOW, 2009).

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1994)
GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)   
HOLLAND, G. (2008)

PD/SN - 06.09.2011; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Seidenturako, Hartlaubturako

Tauraco hartlaubi
Engl.: The Hartlaub's Turaco
Franz.: Le touraco de Hartlaub

219-001-005-004 tauraco hartlaubi stuttgart PD1
Hartlaub-Turako (Tauraco hartlaubi), Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Seidenturako hat eine recht weite Verbreitung und ist ziemlich häufig. Er gilt deshalb nicht als gefährdet, obwohl man annimmt, dass die Bestände abnehmen (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung des Seiden- oderHartlaubturakos (Tauraco hartlaubi)
Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Ostafrika : Kenia, Tansania, Uganda

Haltung in VdZ-Zoos:  Eberswalde, Leipzig, Stralsund, Stuttgart, Walsrode

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Hartlaub-Turako (Tauraco hartlaubi), Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Besonderes: Der 43 cm lange und 210-275 g schwere Seidenturako bewohnt immergrüne Bergwälder in 1'500-3'200 m Höhe sowie Gartenanlagen mit gutem Baumbestand. Er frisst Früchte und Beeren, aber auch Insekten. Die Brut findet während der Regenzeit von April bis Dezember statt. Das Nest wird in dichtbelaubtem Geäst errichtet. Das Gelege besteht aus zwei mattweißen Eiern, die je nach Quelle während 16-18 bzw. 20-22 Tagen bebrütet werden. Die Nestlingsdauer beträgt ebenfalls 16-18 Tage. Die Jungen werden mit 28 Tagen flügge.

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1994)
GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)  
HOLLAND, G. (2008)

PD - 03.12.2009; mehrfach aktualisiert

D LC 650

Weißwangenturako, Weißohrturako

Tauraco leucotis
Engl.: The White-cheeked Turaco
Franz.: Le touraco à joues blanches

219-001-005-008 tauraco leucotis chemnitz will
Weißwangenturako (Tauraco leucotis) im Tierpark Chemnitz © Hermann Will, Nürnberg
Die globale Bestandesgröße ist nicht bekannt, aber der Weißwangenturako hat ein großes Verbreitungsgebiet und ist in vielen Gegenden im Äthiopischen Hochland recht häufig. Er wird deshalb nicht als gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN).

219 001 005 008 tauraco leucotis map will
Approximative Verbreitung des Weißwangenturakos (Tauraco leucotis)
Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Nordostafrika : Eritrea, Äthiopien, Sudan

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Chemnitz, Duisburg, Kronberg, Linz, Magdeburg, Teneriffa-Puerto-de-la-Cruz, Walsrode, Wuppertal

Besonderes: Der 42-43 cm lange und 300-325 g schwere Weißwangenturako bewohnt Wacholder- (Juniperus) und Steineibenwälder (Podocarpus) in Höhenlagen von 2'200-3'200 m sowie Galerie- und andere dichte Wälder. Bevorzugte Nahrung sind Wacholderbeeren und Steineibenfrüchte. Gebrütet wird, je nach Region, zwischen April und November (DEL HOYO et al. 1994). Das Gelege besteht aus zwei weißlichen Eiern, die während 21-23 Tagen bebrütet werden. Die Jungen verlassen das Nest mit 18-19 Tagen und sind etwa 6 Tage später flugfähig. Weißohrturakos können mehr als 30 Jahre alt werden (GRUMMT & STREHLOW, 2009; HIOLLAND, 2008).

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1994)
GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)  
HOLLAND, G. (2008)

PD/SN - 30.08.2011; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 5413 mal Letzte Änderung am Sonntag, 27 November 2016 08:53
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