Eulen und Schleiereulen

Schleiereule

Schleiereule (Tyto alba) im Kölner Zoo Schleiereule (Tyto alba) im Kölner Zoo
Rolf Schlosser, Kölner Zoo

Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Familie: Schleiereulen (Tytonidae)
Unterfamilie: Eigentliche Schleiereulen (Tytoninae)

Von den 14 Arten der Gattung Tyto  sind vier gefährdet und eine stark gefährdet. In VdZ-Zoos werden nur zwei Arten gezeigt, darunter die heimische Schleiereule.

D LC 650

Schleiereule

Tyto alba
Engl.: The Common Barn Owl
Franz.: La chouette effraie

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Schleiereule (Tyto alba) im Zoo Leipzig. Foto Zoo Leipzig
Die Schleiereule gehört zu den am weitest verbreiteten Landvögel der Welt. Sie ist, mit Ausnahme der Antarktis, auf allen Kontinenten zu finden. Da die Gesamtpopulation sehr groß ist und die Bestände stabil sind, wird sie als nicht gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume.

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Schleiereulen (Tyto alba) aus BREHMS TIERLEBEN (1882)
Verbreitung
: Südamerika, südliches und mittleres Nordamerika, Afrika, Europa, Naher Osten, Süd- und Südostasien, Australien, sowie auf mehreren Inseln.

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Chemnitz (Wildgatter), Darmstadt, Dortmund, Duisburg, Goldau, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, München, Münster, Neuwied, Osnabrück, Rostock, Stralsund, Tallin, Ueckermünde, Walsrode.

Besonderes: Alfred BREHM bezeichnet die Schleiereule als "Schleierkauz" und gibt ein ganzes Sortiment von deutschen Vulgärnamen  und wissenschaftlichen Bezeichnungen: Schleier-, Perl-, Gold-, Feuer-, Flammen-, Perrücken-, Herz-, Thurm-, Kirchen-, Klag-, Schläfer-, und Schnarcheulen (Strix  f l a m m e a, alba, guttata, adspersa, margaritata, vulgaris, obscura, splendens, paradoxa, maculata, Kirchhoffi, pratincola und, für die Gattung, Aluco, Hybris, Ulula, Eustrix und Stridula)

Die wegen ihrer herzförmigen, hellen Gesichtszeichung so genannte, 33-35 cm lange und 240-360 g schwere Schleiereule ist ein Vogel offener Landschaften. Sie jagt ausschließlich nachts, wobei sie sich mit dem Gehör orientiert. Ihre Beute sind hauptsächlich Mäuse, Wühlmäuse, Spitzmäuse und Fledermäuse, ferner Ratten und Vögel. In Mitteleuropa brütet sie zumeist in Kirchtürmen, auf Dachböden, in Ruinen, Heustadeln und Scheunen, gebietsweise, etwa im Elbsandsteingebirge, in Felswänden.

Erwachsene Schleiereulen sind zumeist Standvögel. Selten wandern sie bis zu 2000 km. Jungvögel streichen zwischen September und Dezember umher, um sich in einer Entfernung von meist weniger als 100 km niederzulassen. Der europäische Bestand wird auf 100'000-200'000 Paare geschätzt.

Literatur:
BREHM, A. E. (1882 a)
ECK, S. & BUSSE, H. (1973)

MAUMARY, L. et al. (2007)

PD/SN - 01.11.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 3983 mal Letzte Änderung am Freitag, 02 September 2016 15:33
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