Eisvögel, Bienenfresser und Racken

Jägerlieste - Dacelo

Haubenliest (Dacelo leachii) im Zoo Landau Haubenliest (Dacelo leachii) im Zoo Landau
Peter Dollinger, VDZ

Ordnung: Rackenvögel (Coraciformes)
Familie: Eisvögel (Alcedinidae)
Unterfamilie: Lieste (Halcyoninae)

Die Unterfamilie der Lieste umfasst 12 Gattungen mit 59 Arten, darunter die Gattung Dacelo mit vier nicht gefährdeten Arten, von denen zwei in VdZ-Zoos gehalten werden:

D LC 650

Haubenliest

Dacelo leachii
Engl.: The Blue-winged Kookaburra
Franz.: Le martin-chasseur à ailes bleues

225-001-009-003 dacelo leachii landau PD
Haubenliest (Dacelo leachii) im Zoo Landau © Peter Dollinger, VdZ
Der Haubenliest hat eine große Verbreitung und ist zumindest gebietsweise häufig. Er gilt daher nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Verbreitung: Australien, Indonesien (Nur Irian Jaya) und Papua-Neuguinea

Haltung in VdZ-Zoos: Duisburg, Frankfurt, Landau, Walsrode

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Haubenliest (Dacelo leachii) im Zoo Landau © Peter Dollinger, VdZ
Besonderes: Der Haubenliest, auch Blauflügelkookaburra genannt, gehört, wie der mit ihm nahverwandte Lachende Hans, mit zu den bekanntesten Vertretern der australischen Vogelwelt. Haubenlieste leben paarweise in festen Territorien. Gewöhnlich bei Sonnenaufgang und zur Dämmerung markieren die Vögel mit lautem und schrillem Geschrei ihr Revier. Fängt ein Haubenliest mit hochgestrecktem Körper und steil aufgerichtetem Schwanz damit an, so wartet er nach seinem Ruf darauf, dass Artgenossen in seiner Nachbarschaft darauf antworten.

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Haubenliest (Dacelo leachii) im Zoo Landau © Peter Dollinger, VdZ
Im Gegensatz zu den ins Wasser tauchenden Eisvogelarten sind Haubenlieste Jäger, die ihre Beute vornehmlich auf dem Boden ergreifen. Aber auch kleine Krebstiere und Fische werden an Wasserstellen erbeutet. Zudem verschmäht der Blauflügelkookaburra keineswegs Eier, Küken und sogar kleinere Schlangen.  

Haubenlieste nisten vorzugsweise in Höhlen von Bäumen. Beide Elternteile bebrüten die Eier und versorgen die Jungvögel. Gelegentlich verbleiben Jungvögel im zweiten Lebensjahr im Territorium ihrer Eltern und helfen bei der Aufzucht der nächsten Brut.

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 2001)

PD/SN - 21.05.2009

D LC 650

Lachender Hans

Dacelo noveguineae
Engl.: The Laughing Kookaburra
Franz.: Le martin-chasseur géant
   
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Lachender Hans, Jägerliest (Dacelo novaeguineae, Dacelo gigas) im Zoo Basel© Peter Dollinger, VdZ
Der Lachende Hans hat eine große Verbreitung und ist zumindest gebietsweise häufig. Er gilt daher nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Verbreitung: Australien, eingeführt in Neuseeland

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Basel, Berlin-Zoo, Bochum, Cottbus, Dortmund, Duisburg, Erfurt, Gossau, Halle, Hamm, Hoyerswerda, Köln, Magdeburg, Münster, Neunkirchen, Osnabrück, Rostock, Schmiding, Stralsund, Stuttgart, Teneriffa - Puerto de la Cruz, Walsrode, Wuppertal

Besonderes: Der Lachende Hans wurde etwa 200 Jahre lang Dacelo gigas genannt, bis ein kluger Taxonome feststellte, der vom Elsässer Zoologen Johann HERMANN verliehene Name Dacelo novaeguineae, ebenfalls aus dem Jahr 1783, habe Priorität. Nach den Regeln der Taxonomie wurde die Art umbenannt, was insofern unglücklich war, als der Lachende Hans auf Neuguinea gar nicht vorkommt, sondern die Wälder und Savannen Ost- und Südwestaustraliens besiedelt. Mittlerweise hat sich aber die neue Bezeichnung weitgehend eingebürgert.

Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 2001)

PD - 07.07.2009

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