Hopfe und Nashornvögel

Wiedehopf

Wiedehopf (Upupa epops) im Natur- und Tierpark Goldau Wiedehopf (Upupa epops) im Natur- und Tierpark Goldau
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Unterordnung Hopfe und Nashornvögel (Bucerotes)
Familie: Wiedehopfe (Upupidae)

Die Familie der Wiedehopfe besteht aus nur einer monospezifischen Gattung. Von der einen Art wurden 9 Unterarten beschrieben, die früher zum Teil als eigene Arten angesehen wurden. Davon wird eine, der einheimische Wiedehopf in VdZ-Zoos gehalten.

D LC 650

Wiedehopf

Upupa epops
Engl.: The Eurasian Hoopoe
Franz.: L'huppe fasciée

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Wiedehopf (Upupa epops) im Natur- und Tierpark Goldau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Wiedehopf hat eine sehr weite Verbreitung und noch eine große Gesamtpopulation. Obwohl die Bestände in einigen Regionen zurückgehen, ist dieser Rückgang noch nicht so gravierend, als dass die Art global gesehen als gefährdet beurteilt werden müsste (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume.

Verbreitung: Der Wiede225-stamp de upupa
Wiedehopf-Motiv auf Briefmarke, Bundesrepublik Deutschland, Sondermarke für die Jugend, 1963, 10+5 Pf.
hopf brütet in wärmeren Gebieten in Europa und Asien, meidet aber die kälteren, nördlichen Regionen. In Afrika kommt er vor allem südlich der Sahara vor. Im Winter ziehen die meisten Wiedehopfe weiter in den Süden, nach Afrika oder Süd- und Südostasien.

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Wiedehopf-Motiv auf Briefmarke, DDR, 25 Pf.
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Wiedehopf-Motiv auf Briefmarke, Ungarn, Magyar Posta, 1.50 Ft.
Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin-Zoo, Dresden, Frankfurt, Goldau, Görlitz, Innsbruck, Köln, Stralsund, Stuttgart, Walsrode, Wien-Schönbrunn, Wuppertal

Besonderes: Die Verbreitung des Wiedehopfs in Europa ist stark klimaabhängig. Während der warmen Klimaphase in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts war er in Mitteleuropa weit verbreitet und allgemein häufig. In Deutschland verschwand er bis 1920 aus weiten Teilen des Landes. Besonders ab 1950 brachen die Bestände allenthalben zusammen, was mit dem Verlust an Lebensräumen und der Abnahme der Großinsekten durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den Einsatz chlorierter Kohlewasserstoffe zur Insektenbekämpfung zusammenhängen dürfte. In Belgien erfolgte die letzte Brut 1980, in Dänemark 1993, und in den Niederlanden 1995.

In Deutschland ist der Wiedehopf heute stark bedroht. Es gibt noch etwa 200 Brutpaare mit Schwerpunkt in Brandenburg (EURONATUR Zugvogel-Newsletter Nr. 2, April 2006). Auch In der Schweiz gilt die Art als stark bedroht. 2007 gab es etwa 185 Paare, davon  knapp die Hälfte im Wallis, wo dank gezielter Artenförderungsmaßnahmen der Bestand von knapp 20 im Jahr 2000 auf über 80 gestiegen war. 2013 wird der Gesamtbestand in der Schweiz auf 220 Paare geschätzt (Koordinationsstelle Artenförderung Schweiz, Rundbrief 20/2013). Heute brüten über drei Viertel der verbleibenden europäischen Wiedehopfe in Spanien.

Literatur:
MAUMARY, L. et al. (2007)

PD/SN - 16.11.2010; mehrfach aktualisiert

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