Habichtartige

Rotmilan

Rotmilan (Milvus milvus) im Zoo Neunkirchen Rotmilan (Milvus milvus) im Zoo Neunkirchen
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Taggreife(Falconiformes)
Unterordnung: Habichtartige und Fischadler (Accipitres)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)

Die Gattung Milvus  umfasst zwei (je nach Autor bis vier) Arten, von denen eine potenziell gefährdet ist. In VdZ-Zoos werden beide Arten gezeigt.

D NT 650

Rotmilan

Milvus milvus
Engl.: The Red Kite
Franz.: Le milan royal

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Rotmilyan (Milvus milvus) im Zoo Neunkirchen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Gesamtbestand des Rotmilan zeigt eine leicht abnehmende Tendenz. Da seine Verbreitung und Population weitaus kleiner sind als jene des Schwarzmiland, wurde er als potenziell gefährdet eingestuft. (Rote Liste: NEAR THREATENED). 2009 wurde der Weltbestand auf 21'000-25'500 Brutpaare geschätzt.

Der internationaler Handel ist nach CITES Anhang II geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 des Berner Übereinkommens sowie des Bonner Übereinkommens über wandernde Tierarten.

Verbreitung: Westliche Paläarktis : Albanien, Andorra, Aserbaidschan, Belgien, Bosnien & Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Gibraltar, Großbritannen und Norirland, Iran, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mazedonien ehem. Jugoslaw. Republik, Moldawien, Montenegro, Marokko, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Ungarn, Weißrussland. Irrgäste oder Zugvögel in weiteren Ländern. Ausgestorben auf den Kapverden, vermutlich ausgestorben in Ägypten, Algerien, Griechenland, Türkei.

Haltung in VdZ-Zoos: Bochum, Chemnitz, Halle, Magdeburg, Marlow, Münster, Neunkirchen, Schmiding

Besonderes: Der Rotmilan hält sich gerne in gut gegliederten Landschaften auf, horstet aber meist in größeren Wäldern. Er ist weniger stark ans Wasser gebunden als der Rotmilan. Er ist ein ausgeprägter Aasfresser, nimmt aber auch lebende Beute, wie Fische, Vögel, Kleinsäuger und Insekten. Tritt an Orten mit reichlichem Nahrungsangebit in größeren Gruppen auf. Brütet bisweilen in Kolonien, meist aber einzeln, wobei nur ein kleines Horstterritotium verrteidigt wird. Die Horste werden auf hohen Bäumen errichtet, wobei ein Paar meist mehrere Horste besitzt. Das Gelege besteht aus 2-3 (1-5) Eiern, die vom 1. oder 2 Ei an während 32 Tagen bebrütet werden. Die Jungen sind mit 48-50 Tagen flugfähig (PFORR 6 LIMBRUNNER, 1991).

Der Rotmilan ist ein Kurzstreckenzieher. Vögel aus Mitteleuropaziehen ziehen hauptsächlich nach Spanien.  Vögel aus dem Norden bleiben während des Winters oft in Mitteleuropa. Der europäische Bestand (ohne Russland) wird auf 19-24'000 Paare geschätzt (MAUMARY et al., 2007).

Literatur:
MAUMARY, L. et al. (2007)
PFORR, M. & LIMBRUNNER, A. (1991)

PD - 25.10.2014

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