Schildkröten

Australische Schlangenhals-schildkröten - Chelodina

Parkers Schlangenhalsschildkröte (Chelodina parkeri) Aquazoo Düsseldorf Parkers Schlangenhalsschildkröte (Chelodina parkeri) Aquazoo Düsseldorf
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halswenderschildkröten (Pleurodira)
Familie: Schlangenhalsschildkröten (Chelidae)

Die Gattung der Australischen Schlangenhalsschildkröten besteht aus 14-15 Arten, von denen knapp die Hälfte in VdZ-Zoos gehalten wird.

 

D NB 650

Glattrücken-Schlangenhalsschildkröte

Chelodina longicollis
Engl.: The Eastern Long-Necked turtle
Franz.: La tortue à long cou

301 002 001 007 chelodina longicollis LPZ KR1
Glattrücken-Schlangenhalsschildkröte (Chelodina liongicollis) im Zoo Leipzig © Klaus Rudloff, Berlin
Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN nicht  beurteilt.

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Approximative Verbreitung der Glattrücken-Schlangenhalsschildkröte (Chelodina longicollis)
Der internationaler Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Südostaustralien : Bundesstaaten Südaustralien, Victoria, Neu-Südwales und Queensland

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Glattrücken-Schlangenhalsschildkröte (Chelodina liongicollis) im Zoo Leipzig © Klaus Rudloff, Berlin
Haltung in VdZ-Zoos: Bern, Frankfurt, Hamburg, Köln Leipzig

Besonderes: Mit einer Carapaxlänge von rund 25 cm gehört Chelodina longicollis zu den kleineren Arten der Gattung. Der Carapax erwachsener Tiere ist gelbbraun bis dunkelbraun, das Plastron weiß bis gelblich-braun mit schwarzen Schildnähten. Bei den Jungtieren ist der Rückenpanzer oft  attraktive schwarz und orange-rot gezeichnet (WILSON & SWAN, 2013). Der Hals ist gleich lang wie der Rückenpanzer. Männchen bleiben etwas kleiner als Weibchen.

Die Art besiedelt Flussläufe, Altwasser und vor allem Sümpfe. Die Tiere sind tagaktiv und fangen kleinere Fische, die sie durch Aufreißen des Mauls einsaugen. Sie halten keine Sommerruhe, können dagegen im Süden des Artareals eine Winterruhe einlegen. Die Eiablage erfolgt im australischen Frühjahr oder Sommer. Etwa 2-90 m vom Wasser entfernt werden dazu 60 cm tiefe Nestgruben gegraben, in welche die 4-15 (-24) Eier gelegt werden. Die Jungen schlüpfen bei Tagestemperaturen von 30 und Nachttemperaturen von 27°C nach 65-78 Tagen (ROGNER, 2008).

Literatur und Internetquellen:
ROGNER, M. (2008) 
WILSON, S. & SWAN, G. (2013) 

REPTILE DATA BASE

PD - 21.08.2016

D NT 650

Schmalbrust-Schlangenhalsschildkröte

Chelodina (Macrochelodina) oblonga
Engl.: The Narrow-breasted Snake-necked Turtle
Franz.:

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Nordaustralische Schlangenhalsschildkröte (Chelodina oblonga) im Zoo Vivarium Darmstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Diese Art wird von der  IUCN als potenziell gefährdet eingestuft (Rote Liste: NEAR THREATENED).

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Verbreitung der Schmalbrust-Schlangenhalsschildkröte (Chelodina oblonga)
Der internationaler Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Verbreitung: Australien: Südwesten Westaustraliens. Nach anderen Quellen viel weiter verbreitet, diese Differenzen sind bedingt durch taxonomische Unsicherheiten

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Nordaustralische Schlangenhalsschildkröte (Chelodina oblonga) im Zoo Vivarium Darmstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Haltung in VdZ-Zoos: Darmstadt

Besonderes: Diese Schlangenhalsschildkröte erreicht eine Rückenpanzerlänge bis 40 cm, wobei die Männchen kleiner bleiben. Der Panzer ist lang und schmal und wirkt im Verhältnis zum Körper klein.

Die Art besiedelt langsam fließende Gewässer, Sümpfe und Schwemmbereiche. Die Tiere halten sich oft  an Land auf und sind auch dort sehr schnell. Sie ernähren sich anscheinend ausschließlich von tierischer Kost. Die Weibchen legen die Eier von September bis Oktober und von Dezember-Januar, wenn die Tagestemperatiren über 17.5°C betragen. Die Nester werden in Entfernungen von bis zu 100 m vom Wasser gegraben. Die Gelege bestehen aus 3-12 (-14) Eiern. Frisch geschlüpfte Tiere haben eine Rückenpanzerlänge von 32 mm (ROGNER, 2008).

Taxonomie und Nomenklatur: Chelodina oblonga wurde 1840 unter diesem Namen vom britischen Zoologen John Edward GRAY beschrieben. Zeitweilig wurde sie in eine Gattung Macrochelodina gestellt, die heute als Untergattung angesehen wird. Nach REPTILE DATA BASE gibt zwei Unterarten, die teilweise auch als eigene Arten angesehen wurden: oblonga und siebenrocki. Chelodina rugosa ist ein Synonym. WILSON & SWAN bezeichnen die in Südwestaustralien vorkommende Form nicht als oblonga, sondern als Chelodina colliei.

Literatur:
OBST, F. J. (1985)
ROGNER, M. (2008) 
WILSON, S. & SWAN, G. (2013)  

REPTILE DATA BASE

PD/SN - 10.12.2015; aktualisiert

D VU 650

Parkers Schlangenhalsschildkröte

Chelodina (Macrochelodina) parkeri
Engl.: The Parker's Snake-necked Turtle
Franz.: La tortue à long cou de Parker

301 002 001 008 chelodina parkeri aquazoo PD3
Parkers Schlangenhalsschildkröte (Chelodina parkeri) Aquazoo Düsseldorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Diese Art wird von IUCN als gefährdet eingestuft (Rote Liste: VULNERABLE).

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Verbreitung der Parkers Schlangenhalsschildkröte (Chelodina parkeri)
Der internationaler Handel ist nicht durch CITES geregelt, obwohl sie sich im - potenziell illegalen -Tierhandel befindet.

Verbreitung: Papua-Neuguinea und ev. Indonesien

Haltung in VdZ-Zoos: Düsseldorf, Stuttgart

Besonderes: Diese Schlangenhalsschildkröte erreicht eine  Carapaxlänge bis 23 cm. Von anderen Arten der Gattung unterscheidet sie sich durch ein feines helles Schlingenmuster auf Kopfoberseite und Unterkiefer. Die Tiere leben in Sumpfgebieten, vozugsweise in flachen Tümpeln mit dichter Oberflächenvegetation, in denen die Temperatur auf über 30°C steigen kann. Sie sind stark ans Wasser gebunden und verlassen es nur selten, etwa zur Eiablage. Das Gelege besteht aus 7-11 Eiern (ROGNER, 2008).

Taxonomie und Nomenklatur: Chelodina parkeri wurde erst 1976 als Art beschrieben. Zuvor wurde sie als Unterart siebenrocki zu Chelodina oblonga gestellt.

Literatur:
OBST, F. J. (1985)
ROGNER, M. (2008)

PD/SN - 15.05.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 3741 mal Letzte Änderung am Montag, 05 September 2016 11:26
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