Schlangen

Eigentliche Pythons - Python, Malayopython

Dunkler >Tigerpython (Python molurus bivittatus) im Zoo Basel Dunkler >Tigerpython (Python molurus bivittatus) im Zoo Basel
Thomas Jermann, Basel

Überfamilie: Wühl- und Riesenschlangenartige (Boidea)
Familie: Pythons (Pythonidae)

Die Gattung Python bestand bis vor wenigen Jahren aus sieben Arten. Dann wurde vier Unterarten zu Arten aufgewertet, 2008 wurden Netz- und Timorpython in eine neue Gattung (Broghammerus) gestellt, obwohl sich z.B. Netz- und Tigerpython problemlos miteinander fortpflanzen, und 2011 wurde anhand eines Einzeltiers eine neue Art beschrieben. Etwa die Häjfte dieser Taxa werden in VDZ-Zoos gehalten.

Tigerpython (Python molurus)
Königspython (Python regius)
Netzpython (Python  (= Malayopythonreticulatus)

D VU 650

Tigerpython

Python molurus / bivittatus
Engl.: The Asiatic Rock Python, Indian or Black-tailed Python
Franz.: Le python molure ou python indien
        
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Dunkler Tigerpython (Python molurus bivittatus) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel
Nach einer Beurteilung aus dem Jahr 1996 wird die Art molurus als potenziell gefährdet eingestuft, bivittatus, 2009 als eigene Art bewschrieben, gilt als gefährdet (Rote Liste: NEAR THREATENED bzw. VULNERABLE).

Der internationale Handel mit Exemplaren der Nominatform ist nach CITES Anhang I eingeschränkt, jener mit Exemplaren der Unterart bivittatus ist nach Anhang II geregelt.

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Dunkler Tigerpython (Python molurus bivittatus) n der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, VDZ
Verbreitung: Süd- und Südostasien : Bangladesch, Burma, Südchina, Hongkong, Indien, Indonesien (fehlt auf sumatra und Borne, kommt in Java, Sulawesi und den kleinen Sundainseln vor), Kambodscha, Laos, Malaysia, Neparl Pakistan, Sri Lanka, Thailand, Vietnam   
        
Haltung in VDZ-Zoos: Augsburg, Basel, Berlin-Zoo, Bochum, Eberswalde, Erfurt, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Hoyerswerda, Köln, Linz, Magdeburg, München, Münster, Neuwied, Rostock, Schmiding, Straubing, Stuttgart, Tallinn, Wien, Wingst

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Albinotischer Tigerpython (Python molurus bivittatus) im Tropenaquarium Hagenbeck © Peter Dollinger, VDZ
Besonderes
: In der Regel werden zwei Unterarten anerkannt: Python molurus molurus  aus dem vorderindischen und Python molurus bivittatus  aus dem hinterindischen Raum. Eine dritte Unterart (pimbura ) wurde aus Sri Lanka beschrieben, aber die Unterschiede zu molurus  wurden schon bald einmal als nicht ausreichend betrachtet, um eine Unterart zu rechtfertigen. Der Tigerpython ist nahe mit dem Afrikanischen Felsenpython (Python sebae) verwandt. Möglicherweise gehören beide zur selben Art.

Von dem etwas größeren bivittatus, der eine Länge von bis zu 8 m erreichen kann, werden häufig Albinos gehalten. In den USA, wo die private Wildtierhaltung wenig reguliert ist, wurden Tigerpythons in Florida von überforderten Haltern freigelassen und haben in den Everglades und anderswo auf dem Festland, auf den Florida Keys und auf Puerto Rico umfangreiche Populationen gebildet., die mittlerweile bekämpft werden.

Literatur:
BELLOSA, H., DIRKSEN, L. & AULIYA M. (2007)
MATTISON, C. (2007)
        

PD/SN - 31.10.2009; mehrfach aktualisiert

 

 D LC 650

Königspython

Python regius
Engl.: The Royal Python or Ball Python
Franz.: Le python royal
        
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Königspython (Python regius) im ErlebnisZoo Hannover © Peter Dollinger, VDZ
Der Königspython wird zwar stark für den Tierhandel genutzt, er gilt aber wegen seiner weiten Verbreitung und seiner Anpassungsfähogkeit nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: West- und Zentralafrika : Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kongo Dem. Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Sudan, Tschad, Togo, Uganda, vermutlich auch Äquatorialguinea, Gabun, Kongo, Liberia, Zentralafrikan. Republik

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Königspython (Python regius) im Zoo am Meer, Bremerhaven© Peter Dollinger, VDZ
Haltung in VDZ-Zoos: Basel, Berlin-Tierpark, Berlin-Zoo, Bern, Bernburg, Bremerhaven, Darmstadt, Erfurt, Frankfurt, Gelsenkirchen, Halle, Hannover, Karlsruhe, Köln, Kronberg, Landau, Linz, München, Münster, Neunkirchen, Neuwied, Nürnberg, Osnabrück, Rheine, Rostock, Schmiding, Schwerin, Stuttgart, Tallinn, Wien, Wuppertal, Zürich

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Königspython (Python regius) im-Aquarium Berlin © Peter Dollinger, VDZ
Besonderes: Königspythons wurden ab Mitte der 1980er Jahre in gigantischen Mengen für den Tierhandel aus Westafrika ausgeführt. Hauptexporteur war Togo, das es im Jahr 1994 auf über 76'000 exportierte Tiere brachte. Ghana und Benin lieferten etwas kleinere, aber immer noch beachtliche Tiermengen. Ab 1995 wurden dann Quoten eingeführt. Für 2009 hatten Benin, Ghana und Togo Quoten von zusammen 182'500 Tieren aus Ranching operations (was immer das bei Pythons auch bedeuten mag) und 9'500 Wildfängen.

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Königspython (Python regius) beim Schlupf im Tiergarten Nürnberg © Helmut Mägdefrau, TG Nürnberg
Früher wurden übrigens die Pythons als Unterfamilie Pythoninae zu den Boidae gezählt. Aufgrund von Unterschieden im Schädelbau und weil sie im Gegensatz zu den lebendgebärenden Boas Eier legen, wurde die Unterfamilie zu einer Familie aufgewertet.

Literatur:
MATTISON, C. (2007)
        

PD/SN - 31.10.2009; mehrfach aktualisiert

 

 

 

 

D NB 650

Netzpython

Python (= Malayopython) reticulatus
Engl.: The Reticulated Python
Franz.: Le python réticulé
        
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Netzpython (Python reticulatus) im Zoo Dresden © Peter Dollinger, VDZ
Die Art ist in der für Riesenschlangen revisionsbedürftigen Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt. Die Art scheint zwar weitverbreitet zu sein, aber die Bestände nehmen ab. Ein Grund dafür dürfte der Handel mit den Häuten dieser Schlange sein.

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Südostasien : Bangladesch, Burma, Süd-China, Indien, ganz Indonesien (d.h. bis zur Lydekker-Linie), Kambodscha, Malaysia, Laos, Ost-Timor, Singapur, Vietnam 

Haltung in VDZ-Zoos: Dresden, Hamburg, Köln, Neuwied, Osnabrück, Saarbrücken, Schmiding, Tallinn, Wien-Haus-des-Meeres, Zürich

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Netzpython (Python reticulatus) im Zoo Dresden© Peter Dollinger, VDZ
Besonderes:
Beim Netzpython werden Männchen bis zu 4 bis 5m, Weibchen bis zu 6 bis 7 m lang. Angaben über angeblich 9 oder 10 m Schlangen sind nicht gesichert. John Hagenbeck soll 1905 ein 8.5 m langes und 113.4 kg schweres Exemplar besessen haben. Männliche Tiere werden schon mit einer Länge von kanpp 1.50 m fortpflanzungsfähig, Weibchen erst ab 2.50 m.

In Singapur und anderen Großstädten lassen sich Netzpythons bisweilen in der Kanalisation häuslich nieder.

2004 führte der australische Taxifahrer und Hobbyherpetologe Raymond HOSER für den Netzpython die Gattungsbezeichnung Broghammerus ein, so benannt nach dem schwäbischen Reptilienhändler Stefan BROGHAMMER. Dies geschah aufgrund bescheidener morphologischer Unterschiede und in einer unzureichend dokumentierten Publikation. Nachdem 2008 auch Unterschiede  in der mitochondrialen DNS dokumentiert werden konnten, wurde die neue Gattung von RAWLINGS et al. bestätigt. 2014 wurde sie im Zuge einer Revision der Boiden und Pythoniden von REYNOLDS et al. zusammen mit dem Timorpython in eine neue Gattung Malayopython gestellt.

Literatur:
BELLOSA, H., DIRKSEN, L. & AULIYA M. (2007)
MATTISON, C. (2007)    
RAWLINGS, L. H., RABOSKY, D. L., DONNELLAN, S. C. & HUTCHINSON, M. N. (2008)
REYNOLDS, R. G., NIEMILLER, M.L., REVELL, L. J. (2014)

PD/SN - 22.11.2011; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 4949 mal Letzte Änderung am Montag, 02 Mai 2016 14:33
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