Insekten

Hautflügler

Honigbiene (Apis mellifera) im Vogelpark Marlow Honigbiene (Apis mellifera) im Vogelpark Marlow
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Zu den Hautflüglern zählen über 100'000 Arten, die sich auf rund 90 Familien verteilen. In der Roten Liste der IUCN sind 219 Arten erfasst.

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Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Apoidea
Familie: Echte Bienen (Apidae)lineblack1px

Gattung: Apis

PM 2013-09-14 Innsbruck Biene
Dunkle Honigbienen (Apis mellifera mellifera) im Alpenzoo Innsbruck © Naturpark Kaunergrat
Westliche Honigbiene
Apis mellifera
Engl.: The European Honey Bee
Franz.: L'abeille européenne

Verbreitung: Mittel- und Südeuropa, Naher Osten, Zentralasien und Afrika. Domestizierte Bienen sind auf allen Kontinenten (außer Antarktis) zu finden.

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Honigbiene beim Bestäuben in der Wilhelma Stuttgart @ Odemer, Wilhelma
Haltung in VDZ-Zoos: z.B. Basel, Bochum, Görlitz,  Innsbruck, Köln, Kronberg, Landau, Leipzig, Marlow, Schwerin, Stuttgart, Wien

Besonderes: Noch um 1850 war die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera) als Urtyp der Honigbiene in Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet. Danach begann die Verdrängungszucht zugunsten anderer Bienenrassen (z.B. A. mellifera carnica oder A. mellifera ligustica), sodass die endemische Unterart bis auf wenige Restbestände dezimiert und beinahe ausgerottet worden ist (Quelle PM Alpenzoo Innsbruck vom 14.09.2013).

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Die Welt mit den Augen der Biene betrachten - Workshop in den Bochumer Bienenwelten © Tierpark Bochum
In verschiedenen Zoos gibt es Lehrbienenstände, für die spezielle pädagogische Konzepte erarbeitet wurden, so in Heidelberg (OBERGFELL, 2013) oder in Bochum (DUTKIEWICZ, 2015). Wie in Bochum gibt es auch im Tierpark Nordhorn seit 2014 einen „Schleuderraum“ am Lehrbienenhaus. In diesem Raum bringen die Grafschafter Imker den Besuchern den Prozess des „Honigschleuderns“ näher. Der „Honigkreislauf“ von der Biene bis ins Glas kann somit komplett im Tierpark nachvollzogen werden (PM Tierpark Nordhorn vom 15.01.2014).

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Blick auf einen Teil der Bienenanlage in Wien © Simone Haderthauer, TG Schönbrunn
Im Tiergarten Schönbrunn wurde 2012 ein ganz besonderes Bienenhaus errichtet. In überdimensionalen begehbaren Waben können die Besucher rund 100.000 Bienen aus nächster Nähe beobachten. Durch Glasfenster und Gucklöcher bekommt man einen Einblick in das emsige Treiben im Bienenstock. Infotafeln halten viele interessante Fakten über diese Insekten bereit. I apis mellifera basel1
Honigbiene (Apis mellifera) auf Wabe im Zoo Basel @ Zoo Basel
Man erfährt zum Beispiel, dass für ein Kilogramm Honig bis zu fünf Millionen Blütenbesuche notwendig sind und Bienen die Farbe Rot nicht erkennen können. Vor dem Bienenhaus befindet sich ein Tanzboden, auf dem man selbst den typischen Tanz ausprobieren kann, mit dem sich Bienen untereinander den Weg zur nächsten Futterquelle mitteilen. Für Kinder gibt es außerdem Schaukelbienen als Spielelemente (Quelle PM Tiergarten Schänbrunn vom 05.06.2012).

Im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart gibt es nicht nur ein Bienenvolk im Insektarium, wo man viel über das komplexe Zusammenleben der wichtigsten Pflanzenbestäuber lernen kann, sondern auch auf der Anhöhe am Aussichtspunkt Belvedere stehen freie Bienenstöcke, die von einem Imker aus der Umgebung betreut werden (Quelle PM Wilhelma vom 07.06.2016).

Der Zoo Schwein eröffnete im Juni ein Bienenhaus sowie einen Bienenlehrpfad mit Futterpflanzen der Bienen (Quelle: www.schwerin-news.de).

Im Zoo Basel wurde ein Bienenstock in das Etoshahaus integriert, das dem Thema "Nahrungskreislauf" gewidmet ist. Der Stock ist so platziert, dass des öfteren Bienen in die Voliere der Bienenfresser (Merops nubicus) gelangen, was den Vögeln ein natürliches Nahrungserwerbsverhalten ermöglicht.

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
DUTKIEWICZ, V. (2015) 
OBERGFELL, D. (2013)

 PD - 30.06.2010; mehrfach aktualisiert

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Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Vespoidea
Familie: Ameisen (Formicidae)lineblack1px

Gattung: Formica

Rote Waldameise (Formica rufa) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Rote Waldameise (Formica rufa) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Rote Waldameise
Formica rufa
Engl.: The Southern Wood Ant
Franz.: La fourmi rousse des bois

Verbreitung: Europa und Asien (bis zum Baikalsee)

Haltung in VDZ-Zoos: z.B. Eberswalde, Goldau, , Nordhorn, ferner Hamburg und Wien mit Formica polyctena

Rote Waldameisen (Formica rufa) im Tiergarten Schönbrunn © Norbert Potensky / Tiergarten Schönbrunn
Rote Waldameisen (Formica rufa) im Tiergarten Schönbrunn © Norbert Potensky / Tiergarten Schönbrunn
Besonderes:  In Mitteleuropa leben acht Arten hügelbauende Waldameisenarten. Formica rufa ist die bekannteste. Wie die Bienen auch sind Ameisen  als Einzeltiere nicht überlebensfähig, sondern bilden sogenannte Staaten, in denen jedes Tier seine Aufgabe hat.  Es gibt drei leicht  soziale Kasten:

Jedes Ameisenvolk besitzt eine Königin oder mehrere. Diese Vollweibchen sind größer als die Arbeiterinnen und haben einen auffällig glänzenden Hinterleib. Die jungen Weibchen haben Flügel, die nach der Begattung abgebrochen werden; nach Abwurf der Flügel werden diese Weibchen als Königinnen bezeichnet. Bei der Roten Waldameise sind nur eine oder einige wenige Königinnen im Nest, bei anderen Arten sind es manchmal Tausende. 

Die Arbeiterinnen bilden die Mehrheit im Ameisenstaat. Sie haben keine Flügel und verrichten ausser dem Eierlegen alle anfallenden Arbeiten, wie Nestbau, Nahrungsbeschaffung, Füttern der Königinnen und der Brut oder Verteidigung des Nests.  Junge Arbeiterinnen verrichten die Arbeiten im Nest, die älteren Tiere sind für den Nestbau und die Futterbeschaffung verantwortlich.

Männchen gibt es bei den Waldameisen nur im Frühjahr und Frühsommer. Sie sind grösser als die Arbeiterinnen, aber kleiner als die Königinnen, sind schwarz und tragen immer Flügel. Sie sterben unmittelbar nach der Begattung.

Im Zoo Eberswalde gibt es zum Thema „Waldameisen als wichtiges Schlüsselglied im Ökosystem Wald" ein "Formikarium", das seit Jahren von Schülern gepflegt und betreut wird.

Literatur und Internetquellen:
Informationsbroschüre "Die Waldameise"

PD-25.05.2010; aktualisiert

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Gelesen 3408 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 08 September 2016 20:43
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